Hundekämpfe: Vergnügen auf Hundekosten

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Organisierte Hundekämpfe

Hundekämpfen haftet zu Recht das Image von kriminellen Veranstaltungen in dubiosen Hinterhöfen an. Trotzdem gibt es immer noch Länder, in denen diese verabscheuungswürdigen Praktiken als beliebte Unterhaltung offiziell erlaubt sind.

Die Jahrtausende alte Geschichte des Kampfhundsports

In Europa geht die Tradition von Hundekämpfen bis ins Römische Reich zurück. Schon damals kämpften zwei Hunde in einer Arena vor dem Publikum so lange, bis einer starb. Bereits vor Christi Geburt wurden im Kolosseum auch Kämpfe zwischen Tieren wie Bären und Stieren abgehalten. Diese wie auch spätere Hundekämpfe dienten der Volksbelustigung.

Kampfbereite Hunderassen (wie den aus Griechenland stammende Molosser) setzten die Römer zunächst nur als Kriegstiere bei der Eroberung Großbritanniens ein. Die Kampffähigkeiten der von den Briten verwendeten Mastiffs beeindruckten die Römer. Sie importierten diese Hunde nach Rom, züchteten sie weiter und setzten sie außerhalb des Krieges ein. Im Kolosseum traten die Hunde in Kämpfen gegen wilde Elefanten, Stiere, Bären, Löwen und sogar Gladiatoren an.

Von Rom aus verbreitete sich die Kultur des Hundekampfes als Volksschauspiel kontinuierlich in ganz Europa. Schließlich hielt sie auch in England Einzug und wurde dort weiter entwickelt. Im Mittelalter wurden Hundekämpfe die bevorzugte Unterhaltung des Adels. Im 18. und 19. Jahrhundert galten einige englische Städte als die europäischen Zentren dieser Veranstaltungen.

1835 wurden Hundekämpfe in Großbritannien, später auch in vielen anderen Ländern Europas offiziell verboten. Das führte jedoch nicht zum Verschwinden der Hundekämpfe. Vielmehr drängte es die Kämpfe in die Illegalität und in den Untergrund.

Arenakämpfe mit Hunden: Brutale Tierquälerei

Die Hunde werden für Hundekämpfe speziell gezüchtet und gegen ihre Artgenossen aufgehetzt. Ein Kampf vor Publikum dauert üblicherweise so lange, bis zum Tod eines Hundes, bis zur Reaktionsuntüchtigkeit oder bis er aus der Arena springt. Der unterlegene Hund wird meist von seinem Besitzer erschossen oder zu Tode gefoltert. Oft werden in Probekämpfen für das Training schwache Tiere, gestohlene Haustiere oder Welpen als Ködertiere eingesetzt. Diese gehen dabei jämmerlich zugrunde.

Meist liegen diese Arenen in versteckten Kellerlokalen oder abgelegenen Freilandgegenden und Waldstrichen. Die Veranstaltungen werden finanziert durch Eintrittsgelder, Umsätze durch Hundeverkäufe und teils hohe Wetteinsätze.

Für die Besitzer bedeutet der Sieg eines ihrer Hunde neben lukrativen Einnahmen auch die Bestätigung der Ehre und Männlichkeit. Vor allem Männer, deren beruflicher und sozialer Status in der Gesellschaft eher gering sind, fühlen sich von dieser Szene angezogen. Sie kompensieren ihre Minderwertigkeitsgefühle durch das Aggressionsverhalten ihrer Hunde.

Kampfhunde: Negatives Image färbt ab

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Wenn du heute das Wort „Kampfhund“ hörst, schütterst du vielleicht resigniert den Kopf. In jedem Fall hast du einige Rassen vor Augen: Bullterrier, Pit Bull, Stafforshire Bullterrier und viele mehr. Sie sind meist auf der Liste gefährlicher Hunde und haben eine lange Tradition in Hundekämpfen. Dabei haben sie heute wenig mit Hundekämpfen zu tun.

In Großbritannien und den USA sind diese Rassen wegen ihres verspielten, anhänglichen und kinderfreundlichen Wesens als Familienhunde äußerst beliebt. In Deutschland und anderen Teilen Europas ist die Haltung dieser Hunde jedoch mit erheblichen Einschränkungen und Auflagen verbunden. Sie stehen in den Rasselisten der höchsten Kategorie. Ihr Import ist verboten. Das Image dieser Hunde hat sich festgesetzt und verdeckt die tatsächlichen Eigenschaften einzelner Hunde. Denn kein Welpe ist zum Kampfhund geboren! Erst durch Erziehung macht der Mensch ihn zu einer Bestie.

In vielen Ländern immer noch praktiziert

Wegen der unsagbaren Grausamkeit gegen die Tiere sind Hundekämpfe in vielen Ländern weltweit verboten. Trotzdem werden sie vielerorts illegal und oft unbemerkt abgehalten. Ebenso illegal und trotzdem ein weit verbreitetes Problem sind die Züchtung sowie Export und Import von speziell abgerichteten Kampfhunden. Vor allem in Europa hat sich auf diesem Gebiet ein reger Handel entwickelt.

Hundekämpfe und das Trainieren von aggressiven Hunderassen zu Kampfzwecken sind in der EU und in Deutschland verboten. Es drohen hohe Geldstrafen und mehrjährige Haftstrafen. Dennoch haben Hundekämpfe nach wie vor eine große Anhängerschaft. Dies sind Enthusiasten, die mit allen Mitteln versuchen, das grausame und lukrative Geschäft am Leben zu erhalten. Problematisch ist in diesem Zusammenhang vor allem die Gesetzeslage in Russland. Dort ist Gewalt an Tieren zwar verboten, Hundekämpfe finden in vielen Regionen jedoch ungeahndet statt. Dadurch etablierte sich eine rege Zuchtindustrie, die Hundekampf-Veranstalter in ganz Europa versorgt. Auch in Spanien und Finnland blühen das Geschäft mit den illegalen Hundekampf-Veranstaltungen und der Handel mit den Tieren.

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Ebenso ist das Organisieren von Hundekämpfen in den USA, Südamerika und Kanada ein Verbrechen. Illegal ist darüber hinaus der Handel, Besitz und Transport von Hunden, die für Kampfzwecke eingesetzt werden. In den vergangenen Jahren berichtete die Presse in diesen Ländern zunehmend vom Einsatz von Kampfhunden als Waffen. Besonders kriminelle Straßengangs setzen Hunde auf diese Weise ein.

In Afghanistan, Pakistan, Honduras und Japan sind Hundekämpfe nach wie vor öffentlich. Der Gesetzgeber toleriert Hundekämpfe dort. Die erschreckende Popularität zeigt sich auch im Wert, den man einem guten Kampfhund beimisst: In Afghanistan kostet ein siegreicher Hund so viel wie ein neues Autos.

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