Hunde in Nordamerika

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Hunde in Nordamerika

Auch in Nordamerika (also den USA und Kanada) zählt der Haushund zu den ältesten Begleitern des Menschen. Seine Domestizierung und Nutzbarmachung als Begleiter und als Lieferant von Fleisch und Fellkleidung begann vor mehr als 15.000 Jahren.

Der Kojote: die ursprüngliche Wildform des Hundes in Nordamerika

Zu den ursprünglichen und in Nordamerika freilebenden Hundearten zählt der Kojote oder Coyote. Der Kojote ist nichts anderes als der nordamerikanische Prärie- oder Steppenwolf. Das Verbreitungsgebiet des als Kulturfolger geltenden Kojoten erstreckt sich über den ganzen Kontinent. Er lebt sowohl in Zentralamerika als auch im hohen Norden der Eiswüsten Kanadas und Alaskas.Nordamerikanischer Wolf (Arktischer Wolf)

Kojoten erreichen Körperlängen von bis zu 110 cm und Schulterhöhen von etwa 50 cm. Ihr Gewicht kann bis zu 22 kg betragen. Die ausgeprägte Anpassungsfähigkeit des Kojoten und seine Gewohnheit, sich überwiegend von Aas zu ernähren, haben zu seinem Überleben beigetragen. Auch sein Sozialverhalten ist bemerkenswert: Der Kojote folgt den Menschen überall hin. Er hat sich sogar in die Randzonen der großen Städte vorgewagt. Dort überlebt er bis heute. Er ist in der Lage, sich von pflanzlicher Nahrung als Beikost zu ernähren. Wildwachsende Früchte oder Beeren zählen daher zu seiner gewöhnlichen „Beute“.

Haushunde und Kojoten sind unter sich fruchtbar und paaren sich auch. Seit Jahrhunderten beschreiben die Amerikaner daher das Auftreten von Coydogs. Diese sind Kreuzungen zwischen Kojoten und Haushunden.

Im Gegensatz zum Wolf steht der Kojote in Nordamerika nicht unter dem Schutz des Menschen. Der Wolf wurde in der Zeit der Besiedlung Nordamerikas intensiv verfolgt und bedrängt. Der Kojote profitierte. Er füllte die Lücken, die die Dezimierung des Wolfsbestandes verursachte.

Obwohl die Menschen Kojoten in Nordamerika intensiv bejagen, breitet er sich immer weiter nach Süden aus. Als Vertilger menschlicher Nahrungsabfälle besiedelt er inzwischen sogar die Vororte bedeutender Großstädte.

In der Kultur der Indianer war der Kojote als listenreicher und hungriger Gefährte stets geschätzt. Vereinzelt kam es daher zu Domestizierungsversuchen. Als „Trickster“ spielt Coyote auch in den indianischen Erzählungen eine wichtige Rolle.

Wölfe und Huskys: die Domestizierung

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Neben dem Kojoten war in Nordamerika jedoch auch der Wolf sehr verbreitet. Im Zusammenhang mit ihrem Aberglauben bejagten die ersten Siedler ihn intensiv und dezimierten ihn zielstrebig. Auch sein Auftreten als Viehräuber brachte dem Wolf keine Sympathie ein.

Besonders unter den Ureinwohnern kam es jedoch wiederholt zur Domestizierung von Wölfen. Zu den in Nordamerika verbreiteten Wolfsarten zählen:

  • Rotwolf (vermutlich eine Kreuzung aus Wolf und Kojote)
  • Timberwolf
  • Polarwolf
  • Mexikanischer Wolf
  • Mackenzie-Wolf
  • Kanadischer Wolf
  • Buffalo Wolf

Zu den früh domestizierten Hunderassen gehören auch die Huskys der nordamerikanischen Inuit. Sie sind bei diesen bereits seit Jahrhunderten als Schlitten-, Wach- und Jagdhunde im Gebrauch. Vermutlich gehen sie auf die domestizierten Wölfe der Tschuktschen zurück. Diese lebten im südlichen Sibirien und kamen mit ihren Wölfen über die Beringstraße nach Alaska und Nordamerika. In historischer Zeit war die Landbrücke der Beringstraße noch erhalten.

Die heute auch in Nordamerika populäre Rasse des Siberian Husky geht auf den sibirischstämmigen Pelzhändler William Goosack aus Alaska zurück. Er siegte ab 1909 mehrere Jahre lang in Folge bei den legendären Schlittenrennen. Mit seinen Hunden begründete er in der Folge diese Rasse.

In den 1970er Jahren fanden Archäologen am unteren Pecos River (Texas) Hundeknochen. Sie gelten als Beleg des ältesten domestizierten Hundes auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Die Knochen des Hundes wurden im Zusammenhang mit einer prähistorischen Siedlung ausgegraben. Sie konnten später auf das Jahr 9.400 BP datiert werden. Das entspricht nach den Gepflogenheiten der C14-Datierung 9.400 Jahre vor 1950. Also 5.500 vor Christi Geburt.

Der Hund im modernen Nordamerika

Nordamerikanischer Hund: LabradorAuch heute leben in Nordamerika Millionen Hunde. Die meisten Hunde leben in der Obhut des Menschen. Sie sind als Schutz-, Begleit-, Jagd- und Blindenhunde tätig. Aber es gibt auch viele wilde und verwilderte Hunde. Sie sind allerdings kein generelles Problem.

Wie in Europa zählt der Hund auch in Nordamerika zu den beliebtesten Haustieren überhaupt – direkt nach den Katzen. Analog hat sich in Nordamerika die Haltung bestimmter Moderassen etabliert. Labrador, Golden Retriever, verschiedene Setter-Arten und Westies (West Highland White Terriers) sind besonders beliebt.

Tierschützer beklagen allerdings bei vielen Haushunden ein Phänomen. Es tritt bei den Menschen in Nordamerika, vor allem in den USA, auf und betrifft ihre Hunde in gleichem Maße: die zunehmende Verfettung. Schätzungen der Association for Pet Obesity Prevention (APOP) besagen: Etwa 80 Millionen Hunde und Katzen in Nordamerika leiden an deutlichem Übergewicht. Etwa 55 % dieser Tiere gelten sogar als fettleibig. Die Folgen sind zahlreiche medizinische Probleme, unter denen die nordamerikanischen Hunde leiden. Herz- und Kreislaufbeschwerden, aber auch Diabetes, Arthritis und Gelenkprobleme sind direkte Folge der Verfettung.

Liebling Hund: Der typisch amerikanische Umgang der Nordamerikaner mit ihrem Haustier

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Wie die eigenen Kinder, die auf Highschool und College geschickt, verwöhnt und umsorgt werden, so ist auch der Hund traditionell der Liebling der nordamerikanischen Familie. Ein Umstand, auf den bereits zahlreiche US-amerikanische Fernsehserien, so beispielsweise Lassie, immer wieder verweisen.

In vielen nordamerikanischen Familien ist es üblich, den Hund in ein eigenes Fitness-Center zu schicken. Manche Hunde werden in einem eigenen Fitness-Pool gebadet. Viele Familien geben mehr als 100 Dollar im Monat für ihren Hund aus. Sie beschäftigen oft einen Hundesitter, um ihr Haustier zu umsorgen und zu verwöhnen.

Ein Hundesitter oder ein Personal Trainer für den Hund kosten bis zu 60 Dollar je Stunde.

Auch gibt es in Nordamerika längst spezielle Hundehotels und Hundecamps. In diese kann man seinen geliebten Vierbeiner für vier Wochen zur Kur schicken. Die Kosten belaufen sich dafür auf mindestens 800 Dollar. Ernährung und Zubehör für Hunde, bis hin zu Hunde-Fitness-Studios, bilden in Nordamerika eine boomende Industrie.

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