Hunde im Hinduismus

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Hund, Kühe und Affe in einem indischen Tempel

Jede Religion hat bestimmte Tiere, die besonders verehrt werden. Der Hinduismus ist natürlich vor allem für seine heiligen Kühe bekannt: Viele Menschen kennen die kuriosen Bilder, wenn in Indien eine Kuh auf der Straße Mittagsschlaf macht und der gesamte Straßenverkehr sich vorsichtig an ihr vorbeischlängelt. Das ist in der indischen Hauptreligion aber nicht das einzige berühmte Tier: Auch Affen, Schlangen und Elefanten spielen eine zentrale Rolle in der hinduistischen Götterwelt. Hunde schneiden leider nicht so gut ab wie diese Tiere. Auch wenn sie bei den buddhistischen Nachbarn sehr beliebt sind, tut sich die indische Religion teilweise schwer mit dieser Tierart.

Der Hund als schlechte Wiedergeburt

Hinduisten glauben ebenso wie Buddhisten an Wiedergeburt. Das bedeutet, dass die Seele jedes Lebewesens nach seinem Tod erneut auf die Welt kommt. Als wer oder was man wiedergeboren wird, soll vor allem davon abhängen, wie gut man sich in seinem vorherigen Leben verhalten hat.

Und hier kommen die Hunde ins Spiel: Als Hund wiedergeboren zu werden, ist im Hinduismus eine große Strafe. Auch Katzen und Schweine sind Gestalten, als die Menschen mit schlechtem Karma wiedergeboren werden.

Nicht vorteilhafter für den Hund scheint zu sein, dass auch der indische Totengott Yama mit ihm zu tun hat: Zwei furchterregende Hunde stehen ihm zur Seite auf der Suche nach Seelen. Und auch Shiva, der Gott der Zerstörung, soll sich mit Hunden umgeben haben.

Die Verbindung des Hundes mit Negativem scheint daher zu rühren, dass er wie Wölfe, Schakale und Geier auf Müll- und Verbrennungsplätzen anzutreffen war. Jedoch gibt es zum Glück auch eine Ausnahme.

Der Tag des Hundes – ein Sonderfall

Während es bis jetzt vor allem um Indien ging, zeigt sich bei den Hinduisten im Nachbarland Nepal eine ganz andere Seite der Beziehung zwischen Mensch und Hund. Alljährlich wird hier Kukur Tihar, das Fest der Hunde gefeiert.

Es gehört zum für Nepalesen überaus wichtigen Lichterfest, das sich über mehrere Tage erstreckt und bei dem auch Krähen und Kühe geehrt werden. Sie werden mit farbigem Pulver bestreut, mit Blumengirlanden geschmückt und natürlich mit besonderem Futter versorgt.

Der Tag des Hundes zeigt die Wertschätzung von Hunden als Begleiter und Beschützer des Menschen. Egal ob Wachhunde, Familienmitglieder oder arme Streuner: An diesem Tag sind alle Hunde König. Die Menschen danken ihnen für ihre Treue, für ihre Dienste an Haus und Hof und auch dafür, dass sie als Begleiter des Totengottes verlorene Seelen von Verstorbenen auf ihrer Reise begleiten.

Hunde in Indischen Märchen und Legenden

Nicht nur im echten Leben, auch in den hinduistischen Legenden sind Hunde Wächter: Sie bewachen die Eingänge zu Himmel und Unterwelt.

Doch sie können noch mehr, denn auch sie haben menschliche Züge, von denen man lernen kann: Eine bekannte indische Legende ist die vom Hund im Tempel mit den 1000 Spiegeln. Sie erzählt von einem Hund, der einen Tempel voller Spiegel besucht und vor lauter Angst all seine Spiegelbilder anknurrt. Wütend verlässt er den Tempel, da dort nur böse Hunde zu sein scheinen.

Etwas später kommt jedoch ein anderer Hund an diesen Ort und wedelt freundlich mit dem Schwanz und ist glücklich über so viele liebenswürdige Hunde, die ihm dort begegnet sind. Er verlässt den Tempel in dem Bewusstsein, dass die Welt voller gutgesonnener Artgenossen ist.

Oft ist es die eigene Wahrnehmung, die einen Unterschied macht. Eine schöne Nacherzählung dieser Legende kommt von Ranga Yogeshwar: Die fabelhafte Entdeckung einer kleinen Weisheit von großer Bedeutung.

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