Hunde im Christentum

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Hirte aus biblischen Zeiten mit Hund.

Der Hund gilt heute in vielen Kulturkreisen als der beste Freund des Menschen. Das war jedoch nicht immer so, und in einigen religiösen Traditionen ist der Hund kein gern gesehener Begleiter. Nicht nur im Hinduismus, Judentum und Islam ist das Verhältnis von Mensch und Hund problematisch, auch das Christentum bewertet Hunde negativ.

Hunde in der Bibel

An vielen Stellen der Bibel wird deutlich, welche Geringschätzung dem Hund entgegengebracht wird. Der Vergleich mit einem Hund wird hier oft als Beleidigung benutzt. Noch schlimmer sind die Drohung, nach dem Tod von Hunden gefressen zu werden oder die Ankündigung, „die Hunde werden Dein Blut lecken“ (1. Könige 21, 19).

Ähnlich wie im Islam und im Judentum spielt auch die Angst vor wilden Hunden eine Rolle. In der Bibel tauchen verschiedene Stellen auf, an denen blutrünstige, hungrige Hunde ihr Unwesen treiben und gefürchtet werden. Abschätzig ist von Menschen die Rede, die „gierig sind sie wie Hunde, die nie satt werden“ (Jesaja 56, 11).

Hunderudel, die sich unter anderem von Aas und Abfall ernährten, galten als unrein und unberechenbar. Sie wurden gemieden und vertrieben. So verwundert es nicht, wenn in der Bibel die Warnung steht: „Hütet euch vor den Hunden, hütet euch vor den schlechten Arbeitern!“ (Phil 3,2-4a). Selbst Jesus mahnt in der Bergpredigt: „Gebt nicht das Heilige den Hunden, und werft keine Perlen vor die Säue!“ (Matthäus 7,6).

Der Hund ist also eher ein lästiges Übel und eine ausgestoßene Tierart: Im Neuen Testament heißt es verächtlich: „draußen stehen die Hunde“, zusammen mit Zauberern, Mördern und Lügnern (Offenbarung 22,15). Im Kontrast dazu steht der stolze Löwe, der sehr geschätzt wird. In der Bibel heißt es dazu: „[…] denn ein lebender Hund ist besser als ein toter Löwe.“, aber lediglich deshalb, weil für lebende Sünder noch Hoffnung besteht. (Prediger 9,7-10)

Eine positive Ausnahme gibt es aber: In der Geschichte von Tobias, dem Patron der Pilger und Reisenden, wird ein Hund als positiv besetzte Figur darstellt. Tobits Sohn Tobias wird nicht nur vom Erzengel Raphael begleitet; er hat auch einen Hund als treuen Gefährten auf seiner Wanderschaft (Tobit 5,17). Und wenn der Erzengel einen Hund in duldet, kann das Tier doch auch nicht so schlimm sein? Bei dieser Erwähnung bleibt es jedoch.

Franz von Assisi, der Heilige der Tiere

Franz von Assisi ist ein christlicher Heiliger aus Italien (der Heilige Franziskus), der von 1181 oder 1182 bis 1226 lebte. Er verbrachte sein Leben nach dem Vorbild von Jesus und ist für seine Tierliebe bekannt. Franziskus ist der Schutzpatron der Tiere und des Naturschutzes. Der bekannte Franziskaner-Orden geht auf ihn zurück.

Seine Tierliebe ging so weit, dass er zu Vögeln predigte und die Heilige Messe in Anwesenheit von Tieren abgehalten haben soll. Seiner Überzeugung nach ist die gesamte Umwelt eine Schöpfung Gottes und muss daher mit Respekt und Hingabe behandelt werden.

Die Besonderheit an seiner Einstellung ist der Gedanke, dass der Mensch nur ein Geschöpf unter vielen ist. Tiere sind daher nicht weniger wertvolle Lebewesen, da sie genau wie Mensch von Gott kommen. Franz von Assisi fühlte sich Tieren besonders verbunden. Er widmete sein Leben der Aufgabe, die Beziehung von Mensch und Natur zu verbessern und ein besseres Verständnis von Tieren zu erreichen. Wie hoch er sie schätzt im Vergleich zu Menschen, zeigt folgendes bekanntes Zitat:

Dass mir mein Hund das Liebste sei

sagst du, oh Mensch, sei Sünde,

doch mein Hund bleibt mir im Sturme treu,

der Mensch nicht mal im Winde.

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