Shakespeares Hunde

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Shakespeares Hunde

William Shakespeare war einer der bedeutendsten Dichter aller Zeiten. Im April 2014, feiert man seinen 450. Geburtstag bzw. Tauftag. (Der tatsächliche Geburtstag Shakespearses ist nicht bekannt. Traditionell wird er auf den 23. April gelegt. Das erste erhaltene Dokument überliefert seine Taufe am 26. April Was hat der mit Hunden zu tun? Manche wissen es, andere ahnen es: Der englische Dramatiker hat in vielen seiner Werke auch Hunde erwähnt. Grund genug für uns, einmal einen kurzen Blick hineinzuwerfen.

Shakespeare und die Hunde

Im 16. Jahrhundert waren Hunde als Haustiere eine seltene Erscheinung. Die Tiere wurden nicht annähernd so geschätzt wie heute. Vielerorts galten sie als Überträger von Krankheiten. Auch William Shakespeare war nicht der größte Hundefreund, wie er in einigen Passagen deutlich zum Ausdruck brachte. So etwa in seiner Tragödie Julius Caesar, in der folgende Passage zu finden ist:

 

„Gekrümmtes Bücken, hündisches Geschmeichel.

Dein Bruder ist verbannt durch einen Spruch;

Wenn du für ihn dich bückst und flehst und schmeichelst,

So stoß ich dich wie einen Hund hinweg.“

 

Diese vier Zeilen, die der Protagonist Julius Caesar an Metellus richtet, nutzen den Hund als Gleichnis, um negative Eigenschaften zu verdeutlichen. Auch wird deutlich, dass Shakespeare den Kontakt zu Hunden gescheut haben muss und diese als eine Last betrachtet. Shakespeare sieht die Treue der Tiere als „hündisches Geschmeichel“ an und nutzt den Vergleich, um das Gegenüber herabzuwürdigen.

William Shakespeare wusste jedoch auch die positiven Eigenschaften eines Hundes zu würdigen. Ein bekanntes Zitat (aus dem gleichen Stück), welches in die Literaturgeschichte einging, sagt aus:

 

„In diesen Grenzen mit des Herrschers Ton

Mord rufen und des Krieges Hund‘ entfesseln,“

 

Dieses Gleichnis meint vor allem den Kampfgeist und die Stärke, die Hunden nachgesagt wird. Es spielt jedoch auch Blutrünstigkeit eine Rolle, die schon beim Höllenhund Kerberos zu finden war. William Shakespeare drückte mit diesen zwei Zeilen aus, dass der Krieg, wenn er einmal entfesselt ist, nicht mehr zurückgehalten werden kann und bis zum Ende geführt werden muss.

Hunde in Macbeth

Macbeth ist zweifelsohne eines der bekanntesten Werke von Shakespeare. Die Tragödie aus dem Jahr 1606 beschäftigt sich mit dem Aufstieg des königlichen Heerführers Macbeth zum König von Schottland. Auch in Macbeth werden immer wieder Hunde erwähnt und als Gleichnis herangezogen. So etwa im dritten Akt des Dramas, als Macbeth zu einem Mörder spricht:

 

„Ja, im Verzeichnis lauft ihr mit als Männer,

Wie Jagd- und Windhund, Blendling, Wachtelhund,

Spitz, Pudel, Schäferhund und Wolfshund, alle

Der Name Hund benennt. Das Rangregister

Scheidet dann erst den schnellen, trägen, klugen,

Den Hausbewacher und den Jäger, jeden

Nach seiner Eigenschaft…“

 

Hier wird deutlich gemacht, dass Mann nicht gleich Mann bedeutet wie auch nicht jeder Hund dieselben Eigenschaften besitzt und in der Rangordnung anders behandelt werden muss. Shakespeare betrachtet den Hund hier neutral. Er stellt ihn jedoch auf eine Stufe mit dem Menschen, um das Gleichnis ziehen zu können.

Der Hund als Raubtier in „Der Kaufmann von Venedig“

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Ende des 16. Jahrhunderts veröffentlichte William Shakespeare die Komödie Der Kaufmann von Venedig. Auch in diesem Werk wird der Hund des Öfteren als Analogie genutzt. Ein Zitat aus dem dritten Akt lautet etwa:

 

„Du nanntest Hund mich, eh du Grund gehabt;

Bin ich ein Hund, so meide meine Zähne.“

 

Hier ist eine Verbindung zu dem Zitat aus Julius Caesar zu erkennen. Auch hier wird eine Figur als Hund bezeichnet und so herabgewürdigt. Jedoch wird in der zweiten Zeile darauf eingegangen, dass der Hund ein Raubtier ist. Somit ist es eine Gefahr für denjenigen, der ihn schlecht behandelt.

Durch diese Analogie zeigt sich, dass Shakespeare Hunde differenzierter betrachtete, als es auf den ersten Blick erscheint. Sowohl die Rangordnung der Tiere war ihm bewusst wie auch die positiven und negativen Eigenschaften.

Shakespeare verstand sich darauf, diese geschickt in seine Werke zu verbauen. Zwar nannte er die verschiedenen Rassen selten namentlich, doch viele Details zeigen, dass er sich mit Hunden und deren Eigenarten beschäftigte.

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