Hund beißt Mensch: Die Beißstatistik

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Was sagen Beißstatistiken?

Wenn es in der Zeitung steht, ist es eine Top-Schlagzeile. Hund beißt Mensch – Hund beißt Kind – Kleinkind von Hund getötet. Doch wie oft beißt in Deutschland tatsächlich ein Hund einen Menschen? Wie gefährlich sind bestimmte Rassen?

Bei beiden Fragen hilft dir ein Blick in die Beißstatistik. Für Deutschland gibt es leider keine bundesweite Beißstatistik. Einige Bundesländer (wie Berlin und Nordrhein-Westfalen) sammeln und veröffentlichen diese Daten.

Welcher Hund ist der gefährlichste?

Bulldogge? Pittbull? Rottweiler? Falsch – es sind nicht immer die Listenhunde, die leider oft einen schlechten Ruf haben. Was die Anzahl der Bisse betrifft, liegen Mischlingshunde und der Deutsche Schäferhund vorne: Sie bissen am häufigsten zu.

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Das liegt aber daran, dass diese Hunde sehr beliebt sind und viele Hundebesitzer sie halten. Bei einer hohen Anzahl von Hunden einer Rasse gibt es eben auch mehr Hunde, die zubeißen könnten. Die absolute Zahl ist daher in allen Statistiken höher, in guten wie in schlechten. Gibt es nur wenige Hunde einer Rasse, so sind diese Zahlen niedriger. Viel aussagekräftiger als absolute Zahlen sind daher die Prozentzahlen.

Siehst du dir an, wie viele Prozent bei den jeweiligen Hunderassen gebissen haben, liegen die „gefährlichen Hunde“ vorne: Von den Pittbulls, American Shaffordshire Terrier, Shaffordshire Bullterrier und Bullterrier haben tatsächlich am meisten Hunde zugebissen. (In Nodrhein-Westfalen waren es laut Beißstatistik 31 von 11.500 Hunden.). Das sind aber nur 0.27 % – einer von dreihundertsiebzig.

Wann beißen Hunde zu? Eine Lücke in der Beißstatistik

Die Beißstatistiken erfassen nur, wenn ein Hund zubeißt. Wo oder warum dies geschieht, wird nicht erfasst. Die gesamte Situation ist daher unklar. Wie wurde dem Hund begegnet? Von wem ging die Aggression aus?

Einzig eine Studie von 2006 untersuchte Beißattacken durch genauer. Allerdings beschränkte sie sich auf Schäferhunde. Ob sie verallgemeinert werden kann, ist fraglich. (Analysis of Dog Bites in Children. In: Pediatrics 2006,117: S.374-379). Auch dürfte die Dunkelziffer hoch sein: Hundebisse im Familienkreis zeigt man selten an.

Besondere Gefährdung für Kinder … und Hundebesitzer

Leider sind Kinder und Jugendliche besonders gefährdet. Die Unfälle passieren, während Kinder mit dem Hund spielen oder am Hund vorübergehen. Auch Kuscheln oder Füttern können gefährlich sein. Geschieht dies, weil Kinder nur über wenig Erfahrung mit Hunden verfügen? Oder weil sie zu vertrauensvoll auf fremde Hunde zugehen? Der oben genannten Studie zufolge kannten sich Hund und Kind in 73% der Fälle. Eine konkrete Ursache gab es in 62 % der Fälle.

Unfälle ohne Interaktion mit dem Hund sind bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern. Dies sind Unfälle, bei denen der Erwachsene nur am Hund vorbei geht und nichts mit diesem tut. Auf den ersten Blick überraschend: Auch Hundebesitzer sind eine besonders gefährdete Gruppe! Sollten nicht gerade sie sich mit Hunden auskennen? Ja und nein: Ihren eigenen Hund beherrschen sie – aber sie geraten auch in Raufereien zwischen Hunden und werden verletzt.

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Was ist wahrscheinlicher: Blitzschlag oder Hundebiss?

Schwer zu glauben: In einer Umfrage sagte fast jeder fünfte Deutsche, dass er schon einmal von einem Hund gebissen wurde. (GfK 2009) Doch keine Sorge: Die meisten Bissattacken verlaufen glimpflich. Auch wenn du hinfällst, ist es technisch gesehen ein Unfall – aber meistens hast du nur einen Kratzer oder einen blauen Fleck. Ernsthafte Verletzungen bleiben selten.

Beschränken wir uns auf die Gefahr, an einem Hundebiss zu sterben, so ist diese nur so hoch, wie das Risiko vom Blitz getroffen zu werden. Im langjährigen Durchschnitt sterben in Deutschland vier Menschen pro Jahr an den Folgen eines Hundebisses. Zwischen drei und sieben sterben durch Blitzschlag.

Kein Hund beißt ohne Grund

Dieser Aussage stimmst du sicher zu. Jeder Hundebesitzer kann etwas zum besseren Verhältnis zwischen Menschen und Hunden beitragen: Die Auswahl des passenden Hundes, die richtige Erziehung und der Aufbau einer liebevollen Beziehung zwischen Mensch und Hund tragen viel bei, um Bisse zu vermeiden! Lies hier mehr über aggressives Verhalten bei Hunden!

Eine Hoffnung: Vielleicht werden Hundeführerschein und Co in einigen Jahren mit in den Beißstatistiken erfasst. So gäbe es endlich eine deutlichere Aussage zur vorhandenen oder fehlenden Sozialisation beißender Hunde.

Unabdingbar für Hundebesitzer ist natürlich eine gute Hunde-Haftpflichtversicherung, falls doch einmal etwas passiert. Die sollte möglichst nicht viel kosten, aber alle Eventualitäten absichern. Wir empfehlen das Vergleichsportal www.vergleichen-und-sparen.de, um ein gutes und kostengünstiges Angebot zu finden.

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2 KOMMENTARE

  1. Es stimmt, dass kein Hund nie ohne Grund beißt, der Haken ist nur, dass Hunde auch ohne ersichtlichen Grund zubeißen können, aber ein Grund liegt natürlich vor. Ich meine ohne ersichtlichen Grund, ein Hund geht auf einen Menschen zu und beißt den menschen ohne Vorwarnung und ohne dass er geärgert wurde, oder ohne ihn, dass ihm was wegenomen wurde. Das kommt zwar nur selten vor, aber der Hund hat nämlich in diesem genannten Fall einen Grund und der ist versteckt, nämlich, dass der Hund krank ist und eine ernstzunehmende Krankheit hat, zum beispiel Krebs, besonders bei Gehirntumor können die gutmütigsten Tiere plötzlich zubeißen, sogar Menschen werden da böse, Katzen, Hunde alles. Von Natur aus ohne Krankheit und ohne ärgern und so weiter sind gerade Hunde besonders sanftmütig und beißen keine Menschen, ich habe selber einen lieben Hund und der ist wirklich gutmütig. Es gibt natürlich auch carakterlich reizbarere Hunde als andere, das ist bei Menschen so, bei Katzen, bei Pferden und so weiter und auch der Carakter ist unterschiedlich. Die Erziehung ist oft der Grund, aber nicht nur, auch von Natur aus, kann der eine Hund immer leicht erregbar sein oder auch nie erregbar sein. Monty ist ein ganz wunderbarer Hund. Ich bin eine der größten Hundefreundinnen und lebe mein ganzes Leben mit Hunden und weis wie unterschiedlich sie sind. Ein Hund war nämlich auch bissig, weil er krank war. Aber jetzt haben wir einen ganz guten Hund namens Monty. Deshalb sind nicht immer die Besitzer am bissigen Hund schuld.

  2. Vorgestern sind mein Bolonka und ich in Kassel auf der Dönche OT Nordshausen ( Naturschutzgebiet) von einem nicht angelehnten Schäferhund, ohne Grund angefallen worden. Der Hund hat uns aus ca. 25 m Entfernung wahrgenommen und in Sekunden war er bei uns und hat zugeschnappt. Den Besitzer hat es nicht tangiert. Wie ich im Umfeld erfahren habe, ist der Halter nicht unbekannt. Beim Anruf des Kasseler Ordnungsamt, habe ich mich aufklären lassen müssen, das im Naturschutzgebiet Dönche keine Leinenpflicht besteht und der Schäferhund nicht als “ Listenhund“ geführt wird und daher kein Handlungsbedarf besteht. Was soll man dazu noch sagen? Vielleicht “ Danke für die Hilfe“

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