Tierheim Stuttgart (Interview)

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Tierheim Stuttgart: Logo

Das Tierheim Stuttgart blickt auf eine lange Vereinsgeschichte zurück. Bereits im Jahre 1837 wird auf Initiative von Pfarrer Albert Knapp der „Verein zur Verhinderung der Tierquälerei“ gegründet. Damit entstand deutschlandweit der erste und (nach England) europaweit der zweite Tierschutzverein.

Tierheim Stuttgart

  • 1. deutscher Tierschutzverein
  • Tierschutz-Treff
  • Schnupperstunden im Kleintierhaus
  • Highlight: Oster-Basar

Adresse: Furtwänglerstraße 150, 70195 Stuttgart-Botnang
Tel.: 0711 / 65 67 74 – 0
E-Mail: thl@stuttgart-tierheim.de
Web: http://rettet-das-tierheim-stuttgart.de/
Spende fürs Tierheim Stuttgart

Schon damals steht der Einsatz gegen Tierquälerei und für einen gesetzlichen Tierschutz im Vordergrund. Daneben hat sich der Tierschutzverein auch die Aufklärung der Menschen zur Aufgabe gemacht, indem er die Zeitschrift Mitteilungen des Württembergischen Tierschutzvereins veröffentlicht.

Die Gründung des Tierheimes Stuttgart fand im Jahre 1911 statt. In diesem Jahr mietete der Verein die ersten 49 Räumlichkeiten für herrenlose Tiere. Obwohl das Tierheim dem 2. Weltkrieg zum Opfer fiel, konnte es wieder aufgebaut werden und bietet heute Platz für bis zu 1000 Tiere. Zudem zählt das Tierheim inzwischen 55 Mitarbeiter, darunter zahlreiche Tierpfleger, Auszubildende, Aushilfen und viele weitere.

Wie andere Tierheime ist auch das Tierheim Stuttgart auf Spenden angewiesen. Daneben freut sich der Verein über jede einzelne Mitgliedschaft, um so die Anerkennung in der Öffentlichkeit zu erhöhen.

Das Tierheim ergreift aber auch Eigeninitiative. So organisiert es einen monatlichen Tierschutz- Treff und Schnupperstunden im Kleintierhaus – exklusiv für die kleinen Tierfreunde. Auch der Oster- Basar ist jedes Jahr ein Highlight, der beispielsweise den Verkauf von Köstlichkeiten und einen Flohmarkt bietet.

 

Interview mit dem Tierheim Stuttgart

Hudoba sprach mit der Leiterin des Tierheims, Frau Marion Wünn.

Ausgesetzt oder vor dem Tierheim angebunden – wie kommen die Tiere am häufigsten zu Ihnen ins Tierheim Stuttgart? Hat sich die Zahl der anonym ausgesetzten Tiere in den letzten Jahren erhöht?
Pro Jahr kommen bis zu 1000 sogenannte Fundtiere zu uns. Die Zahlen sind seit mehr als 10 Jahren konstant. Anonym ausgesetzte Tiere kommen fast täglich, es vergeht fast kein Tag an dem wir Tiere vor unserem Tierheimtor „finden“.

Hund oder Katze – welchen Vierbeiner müssen Sie häufiger bei sich aufnehmen? Gibt es von Jahr zu Jahr Unterschiede?
Das hält sich ebenfalls die Waage. Pro Jahr nehmen wir bis zu 500 Hunde und 500 Katzen auf. Herausragend sind die Kleintiere! Bei ihnen ist die Zahl steigend: Im Jahr 2013 waren es über 1000!

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Wie hoch ist ungefähr Ihre Vermittlungsquote bei Hunden? Hat sich das über die Jahre verändert?
Pro Jahr vermitteln wir bis zu 500 Hunde. Die Tendenz ist steigend, wie bei allen anderen Tieren auch. 95 % der Tiere, die pro Jahr kommen, gehen auch im selben Jahr wieder.

Arbeiten im Tierheim Stuttgart hauptsächlich ausgebildete Tierpfleger oder nur ehrenamtliche Mitarbeiter?
Wir haben derzeit 55 Mitarbeiter, inklusive Auszubildenden und Aushilfen. Vorzugsweise stellen wir nur ausgebildete Tierpfleger ein.

Sommerferien oder nach der Weihnachtszeit – wann werden Ihrer Erfahrung nach die meisten Tiere in Stuttgart ausgesetzt? Haben Sie eine Idee, warum es da Abweichungen geben könnte?
Wir können und das schon seit Jahren keine vermehrte Tendenz der Aufnahme in den Sommermonaten bzw. der Weihnachtszeit feststellen. Die durchschnittlichen Aufnahmezahlen liegen bei bis zu 150 Tiere in jedem Monat!

Sachspenden (Futter, Spielzeug) oder Geldspenden – was spenden die Stuttgarter meistens? Was ist ihnen tendenziell am liebsten und warum?
Spenden halten sich die Waage. Wir bekommen regelmäßig Futter und Sachspenden, natürlich sind uns Geldspenden am liebsten. Denn von Futter oder Sachspenden können wir nicht unsere Tierarztrechnungen, Heizung oder Strom- und Personalkosten bezahlen.

Führen sie nach einer erfolgreichen Vermittlung regelmäßige Kontrollbesuche durch? Und wenn ja – wie sind dabei Ihre Erfahrungen?
Wir machen Vorbesuche. Wir wollen im Vorfeld sehen wo und wie unsere Tiere untergebracht werden. Erst wenn alles passt vermitteln wir ein Tier!
Grundsätzlich muss die ganze Familie mit der Tierhaltung einverstanden sein. Es muss Zeit, Platz und Geld für die optimale Versorgung der Tiere vorhanden sein.
Wir beraten unser Interessenten im Vorfeld genau und schauen dann welches Tier am besten zu welchem Mensch passt.

Viele Menschen stellen es sich bestimmt ganz einfach vor, einen Hund aus dem Tierheim Stuttgart zu adoptieren. Aber nach welchen Kriterien entscheiden sie, ob ein potenzieller Besitzer für einen Hund geeignet ist?
Hund und Mensch müssen zusammenpassen, hier spielen die Lebensumstände eine ausschlaggebende Rolle. Hundeerfahrung, Zeit und Geld stehen bei jeder Vermittlung im Fokus. Von 10 „Bewerbern“ bekommen maximal 2-3 ein Tier.
Wir gehen auf Wünsche ein, beraten aber sehr ausführlich, welches Tier zu welchem Platz passt. Die Tierart spielt da keine Rolle. Bei Absagen begründen wir genau warum wir dort kein Tier hin vermitteln. Ein Nein ohne Begründung gibt es bei uns nicht.

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Wie groß ist ungefähr die Quote der zurückgebrachten Tiere? An welchen Gründen scheitert die erfolgreiche und langfristige Vermittlung größtenteils?
Etwa bei 2,5 %, meist ist eine berufliche Veränderung oder Trennung der Grund. In den seltensten Fällen liegt es am Tier.

Was sind die häufigsten Gründe, für eine Abgabe des Tieres bei Ihnen?
Trennung, Wohnungswechsel, Baby, Allergie, berufliche Veränderungen, Krankheit, Sterbefälle, ungewollte Vermehrung (vorwiegend bei Kleintieren). Oder einfach keine Lust mehr auf das Tier.

Kann man Sie nur mit Sach- oder Geldspenden unterstützen, oder gibt es Möglichkeiten das Tierheim Stuttgart mit „Man-Power“ zu unterstützen, wie z. B. regelmäßige Gassigänge oder Spieleinheiten mit den Hunden?
Für uns sind, wie oben erwähnt, Geldspenden am hilfreichsten. Gassigeher haben wir momentan mehr als Hunde. Ehrenamtliche Helfer sind für uns nur sinnvoll, wenn wir diese regelmäßig einteilen können. Sie müssen auch zu den regulären Tierpflegerarbeitszeiten einsetzbar sein.
Alle Mitarbeiter und auch die ehrenamtlichen Helfer werden gründlich geschult, unsere Gassigeher können nur nach einer Sachkundeprüfung mit den Hunden spazieren gehen. Nur so vermeiden wir Unfälle oder unsachgemäßen Umgang mit unserem wertvollsten Gut – den Tieren!

Zum Schluss noch eine etwas persönlichere Frage: Gibt es eine besonders schöne Story eines Tieres, z. B. dass ein Hund nach ganz langer Zeit durch Zufall wieder zu seinen Besitzern zurückgefunden hat?
Solche Storys finden sich bei uns fast in jedem Jahr!
Eine kleine Jack Russel Hündin, zum Beispiel, die in Brandenburg gestohlen wurde und hier nach ca. einem halben Jahr abgegeben wurde. Die „Finderin“ hat behauptet den Hund aus schlechter Tierhaltung gerettet zu haben. Stellte sich jedoch als unwahr heraus. Die Dame flog auf weil sie mit der kranken Hündin zu einem Tierarzt ging. Dieser verständigte uns und wir konnten anhand des Chips die Eigentümerin verständigen. Hund und Besitzer sind jetzt wieder vereint.

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