Tierheim Oldenburg (Interview)

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Tierheim Oldenburg: Logo

Das Tierheim Oldenburg wurde im Jahr 2006 durch denTierschutzverein übernommen. Vorher wurde es von der Stadt Oldenburg geführt. Seitdem hat sich vieles verändert.

Tierheim Oldenburg

Adresse: Nordmoslesfehner Str. 412 , 26131 Oldenburg
Tel.: 0441 – 50 42 93
E-Mail: tiere@tierheim-ol.de
Web: https://www.tierheim-ol.de/
Spende fürs Tierheim Oldenburg

Das Tierheim hat sich mit der Zeit immer weiterentwickelt und das tut es immer noch. Angefangen mit einem neuen Katzenauslauf im Jahre 2008, sowie der Erweiterung des Katzenhauses im gleichen Jahr. Schritt für Schritt wuchs das Tierheim Oldenburg. Aktuell arbeiten die vielen fleißigen Helfer an dem Projekt „dog‘s place“ – einem 300 m² großem Gelände, mit Hügeln, vielen Versteckmöglichkeiten, einem Teich für die Vierbeiner, vielen Bäumen, die Schatten spenden, zum ausgiebigen Dösen auf den unterschiedlichen Liegeflächen.

Für eine ganzjährige Haltung der vierbeinigen Schützlinge darf dann auch eine beheizte Hundehütte nicht fehlen. Unter dem Motto „Schluss mit Einzelhaft – Hundefreunde schenken Hundefreude“, kann jeder, der das Tierheim bei diesem tollen Projekt unterstützen möchte, einen Quadratmeter Tierheimfläche kaufen. Nähere Informationen zum Projekt „dog‘s place“ findet man auf der Homepage des Tierheims Oldenburg.

Wie man sieht, kann jeder helfen und das Team des Tierheims Oldenburg tatkräftig unterstützen. Das Tierheim-Team – bestehend aus vier ausgelernten Tierpflegern, zwei Auszubildenden, zwei Mini Jobbern und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern – freut sich über jeden, der helfen möchte. Sei es beim Gassigehen, als Helfer bei den aktuellen Bauprojekten oder als Kuchenspender für eines der vielen Feste, die das Tierheim regelmäßig gibt. Hier ist wirklich jeder willkommen.

 

Interview mit dem Tierheim Oldenburg

Hudoba sprach mit dem Tierheimleiter, Herrn Dominic Tombergs.

 

Ausgesetzt oder vor dem Tierheim angebunden – wie kommen die Tiere am häufigsten zu Ihnen ins Tierheim Oldenburg? Hat sich die Zahl der anonym ausgesetzten Tiere in den letzten Jahren erhöht?
Leider müssen wir einen stetigen Anstieg der Fundtierzahlen verzeichnen. In 2007 nahmen wir noch 560 Tiere auf, 2013 waren es 1240.
Besonders häufen sich mittlerweile Fälle von Animal Hoarding. Die Menschen vereinsamen immer mehr und halten sich Tiere als Sozialpartner. Wenn die Haltung eskaliert, müssen wir die Tiere aufnehmen. Allein in 2014 waren dies 70 Tiere aus solcher Haltung.

Hund oder Katze – welchen Vierbeiner müssen Sie häufiger bei sich aufnehmen? Gibt es von Jahr zu Jahr Unterschiede?
Fast jedes Tierheim wird hier dieselbe Antwort geben – Katzen. Dreiviertel des Tierbesatzes machen alleine unsere Katzen aus. In 2012 beherbergten wir zeitweise fast 170 Katzen.

Wie hoch ist ungefähr die Vermittlungsquote des Tierheim Oldenburgs bei Hunden? Hat sich das über die Jahre verändert?
Die Vermittlungschancen für „nette“ Hunde sind bei uns eigentlich sehr gut. Leider erhöht sich jedoch die Anzahl der Hunde, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Solche Fälle müssen natürlich ein bisschen länger auf ein neues Herrchen warten. Bis jetzt haben wir aber für jeden Topf den passenden Deckel gefunden.

Arbeiten bei ihnen hauptsächlich ausgebildete Tierpfleger oder nur ehrenamtliche Mitarbeiter?
Das feste Team des Tierheims besteht aus gelernten Tierpflegern und eben unseren Auszubildenden. Unsere ehrenamtlichen Helfer, die mit unseren Hunden Gassi gehen, uns bei der Pflege unter die Arme greifen, uns bei Bauprojekten helfen, zum Tierarzt fahren, Futtersammelboxen leeren und noch so vieles mehr, sind für uns absolut unverzichtbar!

Sommerferien oder nach der Weihnachtszeit – wann werden Ihrer Erfahrung nach die meisten Tiere in Oldenburg ausgesetzt? Haben Sie eine Idee, warum es da Abweichungen geben könnte?
Wir merken, dass Tiere, die zu Weihnachten verschenkt wurden in den Osterferien das erste Mal zum Problem werden. In dieser Zeit erhöht sich die Nachfrage nach Abgabeplätzen und die Fundtierzahlen steigen. Grundsätzlich zeigt sich in den Ferienzeiten ein kleiner Anstieg der Tierzahlen.

Sachspenden (Futter, Spielzeug) oder Geldspenden – was spenden die Oldenburger häufiger? Was ist ihnen tendenziell am liebsten und warum?
Die Palette an Sachspenden ist bunt gemischt. Wir bekommen häufig Tierzubehör, Decken, Handtücher gespendet und freuen uns, unsere Tiere fast nur durch Futterspenden ernähren zu können.
Um unsere Tierarztkosten (die einen großen Teil unseres Budgets ausmachen) tragen zu können, haben wir unseren Tierrettungsfonds eingerichtet. Diese Spenden kommen ausschließlich schwer kranken oder verhaltensauffälligen Tieren zugute. Hier freuen wir uns natürlich immer über neue Paten.

Führen sie nach einer erfolgreichen Vermittlung regelmäßige Kontrollbesuche durch?
Wir führen stichprobenartig Nachkontrollen durch. Die Erfahrungen hierbei sind grundsätzlich gut, die Vermittlungsvorlaufzeit trägt hier ihre Früchte.

Viele Menschen stellen es sich bestimmt ganz einfach vor, einen Hund aus dem Tierheim Oldenburg zu adoptieren. Aber nach welchen Kriterien entscheiden sie, ob ein potenzieller Besitzer für einen Hund geeignet ist?
Einfach ins Tierheim kommen und einen Hund mitnehmen funktioniert heutzutage nicht mehr.
Menschen, die sich einen Hund anschaffen möchten, werden intensiv von uns beraten. Sie kommen einige Male ins Tierheim, gehen mit dem Hund spazieren und nehmen ihn auch tagsüber mit nach Hause. Das Tier soll bestmöglich kennengelernt werden, um spätere Überraschungen zu vermeiden.
Hund und Halter müssen einfach zusammenpassen. Wenn dies fraglich ist, findet keine Vermittlung statt.

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Wie groß ist ungefähr die Quote der zurückgebrachten Tiere? An welchen Gründen scheitert die erfolgreiche und langfristige Vermittlung?
Die Rückläuferquote beträgt ca. 5 %.
Der häufigste Grund für eine Rückgabe ist, dass die Zusammenführung zweier Tiere nicht geklappt hat. Bei der Vermittlung einer Katze zu einem Zweittier ist für uns im Vorfeld natürlich nur schwer einzuschätzen, wie das vorhandene Tier tickt. Hier spielt immer ein kleines Risiko mit.

Was sind die häufigsten Gründe, für eine Abgabe des Tieres im Tierheim Oldenburg?
Die meisten Tiere werden aufgrund eines Umzugs in eine kleinere Wohnung oder wegen zu erwartendem Nachwuchs abgegeben. Außerdem werden viele Tiere wegen Allergien der Halter ins Tierheim gebracht.

Kann man Sie nur mit Sach- oder Geldspenden unterstützen, oder gibt es Möglichkeiten, Ihnen mit „Man-Power“ zu helfen, wie z. B. regelmäßige Gassigänge oder Spieleinheiten mit den Hunden?
So sehr wir uns natürlich über Sach- und Geldspenden freuen, so sind wir über jeden Helfer, der tatkräftig mit anpackt dankbar.
Im und um ein Tierheim gibt es immer wahnsinnig viel zu tun und jeder, der uns hilft, ist herzlich Willkommen! Wir suchen immer Menschen, die uns bei Bauprojekten helfen, die mit unseren Hunden spazieren gehen, die bei der Pflege helfen, für uns zum Tierarzt fahren oder einfach mal einen Kuchen für eines unserer Feste backen. Es gibt wirklich zahlreiche Möglichkeiten uns zu unterstützen.

Zum Schluss noch eine etwas persönlichere Frage: Gibt es eine besonders schöne Story eines Tieres, z. B. dass ein Hund nach ganz langer Zeit durch Zufall wieder zu seinen Besitzern zurückgefunden hat?
Die schönste Story im letzten Jahr war ein kleiner Kater, der am Hafen auf ein Schiff geklettert ist und unfreiwilligerweise Richtung Küste gefahren ist. Er kletterte in Papenburg wieder an Land und konnte, weil er glücklicherweise einen Chip hatte, wieder zu seinen überglücklichen Besitzern gebracht werden.
Außerdem geht uns Tierpflegern natürlich jedes Mal das Herz auf, wenn wir am Wochenende privat mit unseren eigenen Hunden unterwegs sind und wir am Hundestrand unsere alten Schützlinge stolz mit ihren neuen Herrchen treffen. Dies sind die absoluten Highlights unseres Berufes!!

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