Tierheim Heinsberg (Interview)

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Tierheim Heinsberg: Logo

Weißt du, was du tun kannst, wenn du in Heinsberg ein herrenloses Tier gefunden hast? Egal, ob diese Geschöpfe ausgesetzt, fortgelaufen oder verwildert sind – Tierheime sind die erste Auffangstation für Katzen, Hunde, Kaninchen und viele andere Tiere. Ziel ist es, den Tieren durch Vermittlung ein neues Zuhause zu geben. Zu verdanken ist dies der aufopferungsvollen und unermüdlichen Arbeit von Tierschützern – so wie beim Tierheim Heinsberg.

Tierheim Heinsberg

Adresse: Stapperstr. 85, 52525 Heinsberg
Tel.: 02452-7773
E-Mail: info@tierheim-heinsberg.de
Web: http://www.tierheim-heinsberg.de/
Spende fürs Tierheim Heinsberg

Im Tierheim Heinsberg gibt es viel zu tun: Mehr als 100 Tiere können hier untergebracht werden. Das bedeutet Tag und Nacht jede Menge Arbeit. Das Tierheim Heinsberg freut sich über jede Hilfe. Wenn du Hunde liebst, kannst du dich als Hundeausführer beteiligen. Vielleicht mit Romeo, dem liebevollem Terrorzwerg-Pekinesen, oder mit Justus, dem Mix aus Hütehund und Schnauzer, der Gänseblümchen über alles liebt.
Die Katzen Tarzan und Jane hingegen lieben es, gestreichelt zu werden. Im Tierheim Heinsberg freuen sich alle Samtpfoten über die Katzenstreichelstunde. Da kann es gar nicht genug Hände geben, die streicheln, kuscheln, spielen und bürsten! Mitmachen kann jeder, der Spaß am liebe- und verantwortungsvollen Umgang mit Tieren hat.

Tierheime benötigen für ihre wertvolle Arbeit Geld – deshalb sind auch beim Tierheim Heinsberg Spenden nicht nur sehr willkommen, sondern auch notwendig. Gerade jetzt kannst du mit einer Spende einen wichtigen Beitrag für die anstehende Modernisierung des Tierheimes leisten.
Eine spezielle Unterstützung sind Pflegestellen für Tiere, die mit der Situation in einem Tierheim nicht zurechtkommen. Auch hier werden immer wieder Helfer gesucht, die zum Beispiel ein Kätzchen mit der Flasche großziehen möchten.

Das Tierheim Heinsberg ist mehr als nur ein Heim für notleidende Tiere. Hier treffen sich Tierfreunde, hier wirst du auch freundlich beraten, wenn du Fragen zu deinem Haustier hast. Träger des Tierheimes ist der Tierschutzverein für den Kreis Heinsberg.

Interview mit dem Tierheim Heinsberg

Hudoba sprach mit der Tierheimleiterin, Frau Sina Braun.
Wie kommen die Tiere am häufigsten zu Ihnen ins Tierheim Heinsberg? Werden sie eher von ihren Besitzern abgegeben oder sind es überwiegend Fundtiere?
Bei den Hunden sind es mehr Abgabetiere, bei den Katzen mehr Fundtiere.

In der letzten Statistik konnte man aber sehen, dass in diesem Jahr (2014) vermehrt Katzen von ihren Besitzern abgegeben wurden. Als häufigster Grund werden Allergien angegeben. Bei einer Allergie kann der Tierschutzverein leider nichts einwenden, weswegen sich manche Tierhalter daraus einen Nutzen machen. Oft werden aber auch Umzüge angegeben, weswegen das Tier nicht mehr gehalten werden kann.
Merkt man da nicht auch manchmal, ob ein Tierhalter einen anschwindelt?
Ich habe in den vielen Jahren ein gewisses Gespür dafür entwickelt, ob ich jemanden ehrlich fragen kann: Sag mal, ist das wirklich nicht dein Tier, was du da abgibst? Man versucht natürlich den eigentlichen Grund zu erfahren. Natürlich nicht bei jedem Menschen, denn so mancher fühlt sich schnell angegriffen und reagiert dann auch dementsprechend.

Oft ist es aber auch leider der Fall, das Menschen sich ein Tier einfach nicht mehr leisten können. Deswegen haben wir die Aktion Futternapf der Herzen ins Leben gerufen. Wer seinem Tier also nachweislich kein Futter kaufen kann, bekommt (gegen Vorlage eines Hartz-IV- oder Rentenbescheides) Futterspenden für seinen Vierbeiner.
Gibt es Tiere, die besonders lange im Tierheim bleiben? Zum Beispiel alte oder kranke Tiere?
Momentan vermitteln wir viele Katzenbabys, da jetzt auch die “Zeit” dafür ist. Dass jetzt besonders alte Hunde sehr lange im Tierheim bleiben, können wir nicht sagen. Unserer Erfahrung nach nehmen Tierliebhaber gerade den 11 Jahre alten Bello, der schon lange ein neues Zuhause sucht.

Auf unserer Internetseite stellen wir unsere Tiersenioren natürlich auch anders vor als jüngere Tiere. Auch dank der Medien und des Internets finden unsere Tiere immer schneller eine neue Familie.
Gibt es Hochzeiten für Tierabgaben?
Nein! Unserer Erfahrung nach, werden Tiere das ganze Jahr über gleich stark abgegeben oder gefunden. Im Sommer werden natürlich mehr Katzenkinder abgegeben, da diese erst kurz vorher geboren werden, aber ansonsten ist es über das ganze Jahr verteilt gleich. Besonders schlimm ist es auch, dass immer jüngere Tiere, besonders Hunde, und Rassetiere abgegeben werden.
Wenn sie einen Wunsch freihätten, welcher wäre das?
Ich hätte da wirklich nur einen Wunsch, nämlich ein sehr gutes Heimtiergesetz in Deutschland. Dieses sollte bewirken, dass sich nicht jeder ein Tier ohne Weiteres anschaffen darf.

Das ist jetzt gar nicht nur auf Hunde und Katzen bezogen, sondern auch oder besonders auf Kleintiere und Exoten. Bei den Hunden ist es besonders schlimm, dass sich viele Menschen Hunde einer Rasse zulegen, der gar nicht in das Umfeld passt. Deswegen kommt es immer wieder vor, dass zum Beispiel Herdenschutzhunde in einer kleinen Hochhauswohnung leben müssen. Ich denke aber auch an die armen Kleintiere, also Kaninchen und Meerschweinchen, die ihr Leben oft alleine in einem kleinen Käfig in irgendeinem Kinderzimmer verbringen müssen.

So etwas sollte und muss in Zukunft einfach anders geregelt werden – zum Wohl der Tiere.
Wie bei jedem Tierheim sind sicher auch bei Ihnen Spenden wichtig. Aber gibt es Spenden, die dem Tierheim Heinsberg besonders helfen?
Wir freuen uns über jede Spende. Ganz egal ob es Geldspenden sind, Sachspenden oder fleißige ehrenamtliche Helfer. Letzten Winter haben wir nach einem Aufruf zum Beispiel sehr viele Decken gespendet bekommen. Im Sommer dann tolle Sonnensegel für die Hundeausläufe. Wir können alles gebrauchen und jeder darf und soll das geben, was er kann. Auch 3 Dosen Katzenfutter sind bei uns sehr viel wert.

Es gibt aber auch Spendenaufrufe, wie zum Beispiel vor kurzem für unsere neue Tierheimheizung.

Eine ganz besondere tolle Sache, über die wir uns besonders gefreut haben, war die Unterstützung vieler Schulkinder aus der Gegend. Sie haben ihr Taschen- oder Geburtstagsgeld gesammelt und gespendet. Oder selber tolle Sachen gebastelt und auf dem Schulfest verkauft. Der Erlös ging an unser Tierheim. Es ist toll zu sehen, dass sich schon die Kleinen so für das Wohl der Tiere einsetzen.
Haben sie auch eine “Tierheimjugend”?
Leider nicht mehr. Wir hatten vor einiger Zeit mal ein Ehepaar, die diese Jugendgruppe geleitet und betreut haben. Leider haben wir noch keinen Ersatz für sie gefunden, der ihre Arbeit übernimmt. Wir hoffen aber, dass wir bald jemanden finden, der  diese tolle Aufgabe weiterführt. Denn Tierschutz fängt schon bei den Kleinsten an und die Bereitschaft ist da. :)
Wie läuft die Vermittlung eines Tieres bei Ihnen ab. Wenn ich jetzt zum Beispiel ins  Tierheim komme und mir einen Hund zulegen möchte?
Dass jemand zu uns ins Tierheim kommt, mit dem Finger auf ein Tier zeigt und sagt „den nehme ich!“,  gibt es bei uns nicht. In einem ausführlichen Vorgespräch hören wir uns die Wünsche der potenziellen Tierhalter an. So können wir schon vorab abwägen, inwieweit deren Wünsche mit unseren jeweiligen Hunden übereinstimmen. Und ob der Hund überhaupt zum jeweiligen Menschen und in sein Umfeld passt.

Gibt es einen Vierbeiner, der passen könnte, lernen sich Hund und Mensch erst einmal richtig kennen. Das beinhaltet natürlich auch mehrmalige Spaziergänge. Wenn wir merken, dass sich Tier und Mensch wohlfühlen, steht einer Vermittlung nichts mehr im Weg.

Jeder Neuhundehalter muss einen Vertrag unterschreiben, der auch besagt, dass das Tier sein Leben lang dem Tierschutzverein gehört. Das bedeutet, dass der Hund, sollte er – aus welchen Gründen auch immer – doch wieder vermittelt werden müssen, wieder zurück zu uns ins Tierheim kommt. So stellen wir sicher, dass unsere ehemaligen Schützlinge nicht willkürlich weiter den Besitzer wechseln.

Bei uns gibt es ehrenamtliche Helfer, welche nach der Vermittlung unangemeldet bei den neuen Besitzern vorbeischauen. Was wir sehr schön finden ist, dass wir zu fast allen ehemaligen Tierheimbewohnern und zu deren Herrchen und Frauchen immer noch einen guten Kontakt haben.

Wir bekommen auch Fotos und Feedback, wie es Bello und Co. geht und wie sie sich in ihrem neuen Zuhause entwickeln.
Sie haben eine Hundeausführgruppe. Was genau ist das?
Genau! Um ein “Hundeausführer” zu werden muss man Mitglied im Verein sein – was ganz einfach ist. Außerdem muss man den Sachkundenachweis für das Lande NRW ablegen. Wir raten immer direkt den großen Sachkundenachweis zu absolvieren, damit man auch sogenannte Listenhunde ausführen darf.

Wir haben eine feste Crew, die sich regelmäßig zum Gassigehen mit unseren Schützlingen trifft. Neuzugänge sind jederzeit herzlich wollkommen Unsere “Hundeausführgruppenleiter” sind ehrenamtliche Helfer, die alles allein organisieren. Sie bekommen nur eine Liste von den Pflegern, wo drauf steht, ob ein Hund mit einem anderen Hund nicht verträglich ist oder ähnliche Infos, die für Mensch und Tier wichtig sind. So nehmen sie uns Pflegern auch wahnsinnig viel Arbeit ab.

Vor- nach oder beim gemeinsamen Spaziergang wird auch oft mal ein Kaffee getrunken oder sich zum “Kaffeeklatsch” getroffen. Wie eine große Familie eben.
Gibt es eine besondere Geschichte zu ihren Vierbeinern? Also zu einem bestimmten Tier oder einem besonders schönen Ereignis?

Da fallen mir sehr viele ein. Vor über zwei Jahren bekamen wir einen sogenannten Listenhund. Als er zu uns ins Tierheim kam, hatte er – ich sag es mal geradeaus – einen an der Klatsche. Er verstand sich super mit Menschen, aber mit absolut gar keinem anderen Tier

Unsere Hundepflegerin und der Hundetrainer haben sich sehr viel mit ihm beschäftigt und er entwickelte sich zu einem richtig tollen Hund. Einer unserer Gassigänger hat ihn dann zu sich genommen und ihm tolles neues Zuhause gegeben.

Vorgestern haben wir dann eine Katze vermittelt, die nicht nur stolze 19 Jahre alt, sondern auch FIV-positiv (Katzenaids) war.
Aber auch zu sehen, wie unsere Pfleger mit wahnsinnig viel Hingabe Katzenbabys aufpäppeln, welche mit gerade mal 2 Tagen zu uns ins Tierheim gekommen sind, berührt mich als Leitung immer wieder. Bei solchen Geschichten weiß man, warum man morgens aufsteht und das tut was man tut.

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