Wann darf der Vermieter Hunde verbieten?

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Vermieter verbietet Hund

Ein schlimmer Ausnahmefall, der eintreten kann: Der Vermieter verbietet Hundehaltung. Ganz pauschal ist dies so allgemein nicht (mehr) erlaubt. Dennoch kann der Vermieter einen Hund verbieten. Nur muss er dazu konkrete Gründe haben.

Ein Vermieter darf das Halten von Katzen oder Hunden nicht generell verbieten: Hier ein Artikel darüber, wann der Vermieter einen Hund erlauben muss. Dennoch kann es dazu kommen, dass deine tierischen Mitbewohner ausziehen müssen. Das ist dann der Fall, wenn die Störfaktoren überwiegen.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hält Klauseln im Mietvertrag für unangemessen, die eine Haltung von Hunden verbieten. Das soll aber kein Freibrief für jegliche Tierhaltung sein. Auch nach dem Urteil ist es möglich, Hunde aus der Wohnung zu verbannen.

Das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes spricht von sogenannten Störfaktoren. Diese können nicht pauschal entschieden werden, sondern sind im Einzelfall abzuwägen. Lärmbelästigung, Verkotung von Nachbargrundstücken oder andere Beschwerden von Nachbarn sind solche Störfaktoren. Sie stehen mit der Hundehaltung eines Mieters in direktem Zusammenhang und müssen auch nach dem Urteil vom März 2013 berücksichtigt werden. Sind diese vorhanden, kann es sein, dass dein Hund aus der Wohnung weichen muss. Hier findest du Rechtliches zum Hundehaltungsverbot in Wohnungen.

Mehr als ein Hund: Nicht mietsachgerecht

Wenn ein Hund erlaubt ist, vielleicht auch zwei, heißt das nicht, dass eine beliebige Anzahl an Hunden gestattet ist. Im Einzelfall ist dies Sache des Gerichts: So stellte das Amtsgericht München fest, dass fünf „Taschenhunde“ in einer 2,5-Zimmer-Wohnung mit ca 100 m² zu viel seien. Auslöser für die Klage war hier eine über dem Balkon eines anderen Mieters ausgeschüttelte Decke mit Hundeabfällen. Das Amtsgericht gab dem Vermieter teilweise Recht: Es beschränkte die Hundehaltung auf einen einzelnen Hund. Diese hielt das Gericht für einen normalen mietsachlichen Gebrauch – nicht aber mehrere Hunde (Az.: 424 C 28654/13).

Ähnliche Urteile gab es auch zu anderen in größerer Anzahl gehaltener Hunde. Gleichzeitig zeigt dieser Fall, dass es meist einen konkreten Auslöser für Klage, Verbot oder Urteil gibt.

Appell: Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten

Das zuvor angeführte Urteil des BGH ist auf den ersten Blick mieterfreundlich. Denn Mieter dürfen, was die Haltung von Hunden angeht, nicht durch entsprechende Klauseln im Mietvertrag benachteiligt werden.

Andererseits spricht das Urteil aber auch von bestimmten Interessenlagen und besonderen Fallgestaltungen. Stehen also im Einzelfall berechtigte Interessen des Vermieters oder der Nachbarn dem Hund in der Wohnung entgegen, dann kann der Hund erfolgreich verboten werden. Die Karlsruher Richter betonen ausdrücklich, dass das Urteil kein Freibrief für die Hundehaltung darstellt. Du musst immer auf andere Rücksicht nehmen.

Das bedeutet auch, dass du deinen Hund in einer Wohnanlage ggf. anleinen musst. Die Angst davor, angesprungen zu werden, rechtfertigt zwar kein vollständiges Hundeverbot, sehr wohl aber einen Leinenzwang. Ob der Hund tatsächlich gefährlich sei oder diese Gefahr objektiv bestand, war dem Amtsgericht München nicht wichtig. Auch genügte ein einziger verängstigter Mit-Mieter: Schon diese sei eine Beeinträchtigung; die Leinenpflicht ergibt sich aus dem Rücksichtnahmegebot (484 C 18498/12 WEG).

Kommunikation statt Konfrontation

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Im individuellen Streitfall sind also immer die Interessen aller gegeneinander abzuwägen. Der Deutsche Mieterbund sieht durch das Urteil die Rechte der Mieter gestärkt. Denn wenn sich niemand im Haus gestört fühlt und sich keine Nachbarn beschweren, ist gegen einen Hund in der Wohnung nichts einzuwenden. Für sozial benachteiligte oder alte Menschen nehmen Hunde nicht selten die Rolle eines Sozialpartners ein. Damit bilden sie eine tierische Brücke in die Gesellschaft.

Dieser soziale Faktor der Haustiere findet seinen Niederschlag sicher auch in zukünftigen Gerichtsurteilen. Vermieter, Mieter, Nachbarn und Anwohner sind damit vermehrt zur Kommunikation aufgerufen. Sie müssen sich mit den Positionen und den Argumenten der anderen auseinandersetzen. Hier findest Du Regeln zum Nutzen eines Gemeinschaftgartens mit Hund.

Was passiert beim Verbot?

Will ein Vermieter nicht mit sich reden lassen, kommt es in der Regel zur Abmahnung und zur Kündigung. Allerdings sind diese meist unwirksam. Der Vermieter kann auch eine Unterlassungsklage einreichen. Dann entscheidet das Gericht, auf der Anspruch auf Tierhaltung bestand oder nicht.

Mit vernünftigen Gesprächen kannst du so manchen Streit um Hundegebell schlichten und einen voreiligen Gang vor Gericht verhindern. Oft kannst du so eine zufriedenstellende Übereinkunft erzielen und deinen Hund in der Wohnung behalten.

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11 KOMMENTARE

  1. Bitte um hilfe mein Vermieter möchte das ich.mein hund weg bringe weil er keine Hunde erlaubt und mit Kündigung dort was kann ich tunn

  2. Ein nachbarshund pinkelt immer in den hausflur….. Ich selber hane auch 2 hunde…. Meine frage kann der vermieter ein allgemeines hundverbot ausprechen obwohl meine hunde nocht reinmachen sondern nur der nachnarshund? Hab echt angst davor ind ich finde es unfair… Andere nachbarn wissen das es unsere nicht sind

  3. Hallo

    Ich habe mal ein paar Fragen
    Wir selbst sind Vermieter haben ein Mehrfamilienhaus mit 3 Wohneinheiten.Wir selbst wohnen über den 2 Mietwohnungen und besitzen eine Golden Retriever Hündin.Wir haben in den Mietverträgen ausdrücklich nochmal reingeschrieben das Tierhaltung nur nach Absprache erlaubt ist.Due eine Mieterin in der 60qm Wohnung hat mich gefragt ob Sie sich einen Rüden holen kann.Daraufhin haben wir Nein gesagt da der Hund noch nicht mal kastriert ist und es eventuell im Hof passieren kann dass er meine Hündin deckt.Sie hat sich den Labrador trotzdem geholt und versucht ihn immer zu verstecken indem Sie nur noch selten in die Wohnung geht aber wenn Sie da ist, ist der Hund auch da.Wie sieht es jetzt mit unserem Recht aus müssen wir dies trotzdem dulden auch wenn der Hund unerzogen u d nicht kastriert ist und wir Tierhaltung im Mietvertrag ausdrücklich nur nach Absprache haben? Danke für eure Antworten

    • Wenn man als Vermieter selber Hunde hält finde ich es sehr unfair Mietern dieses zu verbieten.
      Ich denke Nicht dass die Mieterin unachtsam ist und ihren Hund auf andere springen lässt..
      Traurig
      Jeder sollte dass recht haben einen Hund zu halten, dafür zahlt man schließlich auch Miete…
      Solange der Hund

  4. Moin,
    Habe eine Frage und zwar bin in eine Wohnung eingezogen und möchte mir ein kleinen Hund (französische Bulldogge) anschaffen . Nur hat der Vermieter es verneint aber auch kein triefte Begründung gegeben und lässt nur über eine Verwaltung kommunizieren . Ist das den so gestattet ? Kann er einfach ohne Grund nein sagen ?

    Mit freundlichen Grüßen Christopher

  5. Hallo
    Ich wohne in einer 3 zimmer wohnung in dem mietvertrag steht hunde und katzen sind nicht gestatten ich sprach meine vermieterin drauf an warum sie kein hund im hus will sie sagte mir sie will nicht das der hund 8std alleine bleibt der hund brauch viel auslauf da sagte ich ihr das ich ein sohn von 3 jahren habe ich zuhause bin sie sagte trotzdem sie möchte es nicht das der hund alleine wäre versteh ich zwar nicht aber kann sie mir ein hund verbieten mit solch einem grund?

  6. Hallo
    Wir wohnen in einem 180qm großen Haus,1familienhaus und die Nachbarn halten selber Hunde und/oder haben nichts gegen Hunde…Wir haben bereits einen junghund und wollten nun einen zweiten dazu holen damit unserer nicht so einsam ist. Der Hund den wir haben und der den wir dazu wollen sind mittelgroße Rassen.
    Nun hat der Vermieter zum zweithund nein gesagt…einfach weil er es nicht will..
    Ist das rechtens?

    Lg

  7. Sehr geehrte Damen und Herrn ! Wir haben ein grosses prou , wir haben ein klein bleibenden hund die gesobau hatte mich angeschrieben und meinte wir sollen unseren klein michlings hund abgeben .Die sache war so ich war am 8.11.17 gegen 15.uhr unten da habe ich den 4monat alzen und kurz von der leine der hund rante auf ein kleines kind zu ich rief den hund und sagte zu der frau sie solle stehen bleiben ich mach den hund an die leine als ich mich runterbückte und mir etwas schwumlig wurde da kam der hausmeihinter mirund meinte es währe leinen zwang ich hatte ihn dann an die leine gemacht gebabt und ging sagte nichts . Ich bekam dann ein brie von der geselschaf und da stand das ich an den besagten tag alkoholiesieu gewehsen wahre was nicht stimmt . Ich schrieb der gesebau und tat eine. Arztliches atest mit rein das ich medikamente gegen die schwindelanfälle nehmenn muss . Mein hund ist beim finanzamt und ist geschipt , geimpft davon hatte ich be eine kopie mit in den kuver reingelegt. Nu heisst es ich solle den hund bos 12.1. Abgeben . Wias können wir noch machen wir möchten den Hunde nicht weg geben bitte helfen sie uns wir sitzt sonst auf der strasse mit mein kind was eine schwebehinderung hat. Mit freundlichen Gruß Lipke Ilona

  8. Für uns wäre ein Hund sehr gut, nur scheint er verboten zu sein.
    Wir leben in einer Mietwohnung mit anderen Mietern, vom Vermieter der Wohnung ist kein nein zu hören.
    Unsere Vermieter haben gesagt das Hunde generell im Haus verboten sind, eine hat einen Hund und ist Eigentümerin. Es gab eine Abstimmung ob alle damit einverstanden sind, es haben 2 dagegen gesprochen.
    Es wäre ein sozusagen Therapiehund, da Mutter, Vater und ich an Depression leiden. Papa und mich hat es nicht so schlimm erwischt, trotztem ist es nicht leicht.Ich bin 16 und werde noch 17.
    Ich gehe nicht so gerne spazieren aber mit einem Hund schon, es würde uns helfen. Zumindest glaube ich dass. Wir wollten uns einen Klein bis mittelgroßen Hund holen.
    Vielleicht wisst ihr mehr.
    Mit Freundlichen Grüßen
    Sonja A.

  9. Hallo zusammen.
    Versuche mich kurz zu fassen: wir(meine Söhne und ich) sind erst im November in eine neue Wohnung gezogen. Wir haben zwei Katzen mitgebracht. Alles kein Problem. Wir wohnen in einem umgebauten bauernhaus mit 2 weiteren Miet Parteien und unserem vermieter. Diese haben: hund (schäferhund) und Katze( mainecoon); die anderen 3 Frettchen. Vermieter einen hundrottweiler) Wir schaffen uns einen Hund(Border collie) an. Laut Mietvertrag erlaubt!!! Ich muss lediglich meinen vermieter in Kenntnis setzen. Das haben wir in einem gespräch versucht! Er und seine frau( nicht vermieterin- sie will mit dem mietobjekt ihres Mannes nichts zu tun haben) fuhren uns über den Mund und sagten strikt Nein zu einem Hund. Die Gründe waren sehr zweifelhaft. Sie sagte, ein Hund macht Dreck, bellt und verrichtet vielleicht das Geschäft auf dem Hofund sie hätten so schlechte Erfahrungen gemacht mit den derzeitigen mietern( sie sollen den Hund an der Leine führten und er muss gehorchen und und und…)! Mein vermieter sagte nur, meine Frau hat recht. Kurz als abschluss: wir schaffen uns diesen kleinen Hund an! 1. Es ist laut Mietvertrag erlaubt. 2.alle mitmieter wissen Bescheid und haben nichts dagegen. 3.er soll ein Therapie Hund werden, denn mein Sohn ist psychisch krank. 4.werden wir eine Hundeschule besuchen und den Hunde Führerschein machen.
    Frage: kann mein vermieter es trotzdem verbieten? Er hat selbst einen hund! Leinenpflicht? Da pfeift er drauf, seine hündin ist mir nicht nur einmal fast vor mein Auto und ins Auto gesprungen! Und sie hört für keine 20 Cent! Mein Nachbar hat sich aus versehen mal mit Hund ausgesperrt. Sie kamen zu und, um auf den Rest der Familie und somit auf den Schlüssel zu warten. Der Hund war logischerweise nicht angeleint! Sie kamen gerade zur Treppe hoch, als die Ehefrau des vermieter angerannt kam und schrie: ihr Hund muss auf dem Hof angeleint werden! Ich war in dem Moment sprachlos! Der Hund des vermieters lief währenddessen unangeleint auf dem Hof umher! Ist es nicht: gleiche regeln für alle??? Oder darf der vermieter seinen Hund frei laufen lassen und andere dazu nötigen, ihren anzuleinen nur weil es sein Hof Ist? Seine Hündin hört für keine 5 Cent, während der Hund des Nachbarn aufs Wort gehorcht? Wer ist im Recht? Würde mich auf Meinungen freuen!
    Grüße susanne

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