Hütewettbewerbe

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Hütewettbewerbe: Ein Border Collie hat die Schafe ins Gatter getrieben

Schafe Hüten war einst das Ziel eines kleinen Schweinchens. Das ändert nichts daran, dass dies die Domäne von Hunden bleibt. Inzwischen ist das Hüten von Schafen und anderen Tieren nicht nur tägliche Arbeit, sondern auch sportlicher Wettkampf.

Die Tradition des Hütens von Schafen oder Gänsen ist fast so alt wie die Menschheit. Recht früh hat er auch begonnen, Hunde zu Arbeitszwecken einzusetzen. Ein traditionelles Einsatzgebiet ist die Tätigkeit als Hütehund. Als Helfer des Hirten treibt er das Vieh und unterstützt ihn bei der täglichen Arbeit.

Worum geht es bei Hütewettbewerben?

Bei Hütewettbewerben kannst du deinen Hund auf die Tauglichkeit zum Hütehund testen. Die Hütearbeit stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Hund. Natürlich ist Hütearbeit auch eine intensive körperliche und geistige Beschäftigung für deinen Vierbeiner. Er kann sich richtig austoben – wobei er immer noch auf deine Kommandos achtet!
Ein Hütewettbewerb wird auch Leistungshüten oder Trial genannt. Er ist zudem eine Gebrauchsprüfung für Arbeitshunde. Wenn dein Hund gut abschneidet, kann er sich als qualifizierten Hütehund bezeichnen lassen. Er darf dann zum Hüten von Schafen und anderem Vieh eingesetzt werden.
Neben diesem „echten“ Arbeitseinsatz gibt es auch Wettbewerbe, die rein sportlich angelegt sind. Sie testen die Fähigkeiten des Hund-Halter-Teams. Auch hier kommen die Organisatoren meist aus der Landwirtschaft, beispielsweise von Schäfer-Vereinen.

Was muss mein Hund bei einem Hütewettbewerb tun?

Was genau kommt bei einem Hütewettbewerb auf dich zu? Deine Erwartung ist richtig: alles, was ein Hund im Einsatz bei einer Herde können muss. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Anforderungen verschiedener Verbände. Als Beispiele hier die Anforderungen eines deutschen und eines englischen Verbandes.

Leistungshüten im deutschen Stil

Beim Leistungshüten des Vereins für Deutsche Schäferhunde bewertet der Richter jede Aufgabe mit unterschiedlichen Punktzahlen. Gehorsam, Fleiß und Selbstständigkeit fließen in diese Bewertung ein. Üblicherweise stellen ansässige Landwirten oder Verbänden die Herden zur Verfügung. Die einzelnen Aufgaben sind:

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  • Auspferchen (Eine fremde Herde von mind. 200 Tieren mit zwei Hunden aus dem Pferch treiben und zusammenhalten.)
  • Brücke (Komplette Herde über eine Brücke treiben.)
  • Hindernisse / Verkehr (Eine Herde ohne Gefährdung eine Straße entlang treiben.)
  • Weites Gehüt (Der Hund patrouilliert ein weites Gebiet; die Herde bleibt in einem Teilgebiet)
  • Enges Gehüt (Der Hund patrouilliert ein enges Gebiet. Die Hütetiere haben hier die Tendenz, den zulässigen Raum zu verlassen)
  • Engweg (Hund und Herde passieren einen langen, engen Weg. Der Hund muss die Herde auf dem Weg halten und Fressen am Rand unterbinden.)
  • Einpferchen (Der Hund treibt die Herde in einen Pferch.)

 

„Herding Trials“ im englischen Stil

Ein Hund treibt Schafe - OutrunDie typischen englischen Prüfungen für Koppelgebrauchshunde unterscheiden sich deutlich in der Aufgabenstellung deutscher Verbände.
Dies beginnt bei der Einteilung in drei Klassen. In Klasse 1 starten Anfänger, Klasse 2 ist für Fortgeschrittene. Klasse 3 ist die „offene“ Klasse für alle noch besseren Hunde. Mit den Klassen nehmen auch die Hindernisse auf den Trial-Feldern zu.
Die Aufgaben eines einzelnen Trials variieren. Es gibt jeweils einen festen Parcours und eine Maximalzeit. Die Herdengröße ist hier deutlich kleiner: meistens fünf Schafe.

 

Folgende Aufgaben gibt es bei englischen Trials:

  • Outrun (Stets am Anfang: Der Hund umläuft die Herde und gelangt so hinter sie. Der Hundeführer bleibt am Startpfosten)
  • Lift (Der Hund nimmt in angemessenem Tempo Kontakt zur Herde auf)
  • Fetch (Der Hund treibt die Schafe durch ein Gatter zum Hundeführer)
  • Drive (Der Hund treibt die Schafe nun durch 2 weiter Tore und zum „Sheddingring“)
  • Shed (Der Hund trennt eine vorher festgelegte Anzahl Schafe ab)
  • Pen (Der Hund treibt die Schafe in einen Pferch)
  • Single (Der Hund trennt ein einzelnes Schaf ab, wie beim Shed)

 

Wann darf mein Hund an Hütewettbewerben teilnehmen?

Dein Hund sollte anderen Tieren gegenüber verträglich sein. Erfahrung mit Schafen und anderen zu hütenden Tieren (Gänse, Enten) helfen ebenfalls. Dies kannst du ihm durch Trainingsstunden beibringen. Wende dich für professionelle Hilfe am besten an Schafhalter-Vereine, Hundetrainer oder Hundesportvereine.

Bewertet werden Zusammenarbeit zwischen dir und deinem Hund sowie das Treiben und Zusammenhalten der Tiere. Arbeitseifer, Gehorsam, aber auch Selbstständigkeit sind auch wichtige Kriterien. Ein Hütehund muss schützen und führen können, gerne laufen und beweglich sein. Als Halter musst du den Hund und die Herde im Griff haben. Du benötigst Einfühlungsvermögen und einen kühlen Kopf.

Gefährdungen entstehen aus der Situation des Hütens. Dein Hund kann sowohl die Tiere verletzen als auch durch sie verletzt werden. Auch das schnelle Rennen im Gelände birgt Verletzungspotenzial. Dieses ist jedoch nicht höher als bei der natürlichen Bewegung eines Hundes.

Sind bestimmte Hunderassen besonders geeignet?

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Besonders geeignet sind natürlich alle Hütehund-Rassen. Ganz vorn dabei sind der Border-Collie und der Australian Shepherd. Jeder Schäferhund, eignet sich hervorragend. Auch der Bearded Collie, der Kuvasz, der Puli, der Kangal, der Bobtail und sämtliche Sennenhunde betreiben erfolgreich Leistungshüten. Die Aufgabe liegt in ihrer Natur, da sie ursprünglich zum Hüten gezüchtet wurden.

Auch der Charakter des einzelnen Hundes ist wichtig. Ein starker Hütetrieb, den dein Hund unbedingt ausleben will, erleichtert die Arbeit. Eher ungeeignet sind Jagdhunderassen, wie Dackel und Terrier.

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