Treibhunde: Eskorte für Schafe

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Treibhunde

Die Arbeit des Treibhundes ist nah verwandt mit der des Hütehundes. Er achtet wie auch der Hütehund darauf, dass Schafe und andere Herdentiere nicht auseinander laufen. Gegebenenfalls treibt er sie wieder zusammen. Seine Arbeit ist vor allem in der Schäferei hochgeschätzt.

Auch die in der Jagd eingesetzten Laufhunde werden oft als Treibhunde bezeichnet, da sie bei der sogenannten Treibjagd ebenfalls „treiben“. Faktisch gesehen ist diese Bezeichnung jedoch falsch. Denn der Begriff Treibhund fasst Hunderassen zusammen, die sich auf die Neigung zum Treiben beziehen. Sie haben vor allem die Aufgabe, das Vieh von einer Weide auf die andere zu treiben.

Definition und Bedeutung des Treibhundes

Der Treibhund gehört laut FCI-Systematik zu den Gebrauchshunden. Die unter dem Begriff Treibhunde zusammengefassten Rassen zeichnen sich durch ihre Neigung zur engen Zusammenarbeit mit dem Menschen und einen ausgeprägten Hütetrieb aus. Wegen der starken Ähnlichkeit der Aufgaben des Hüte- und Treibhundes fasst die FCI diese Rassen in einer Gruppe zusammen.

Die Hauptaufgabe der Treibhunde besteht darin, eine sichere Eskorte für Schafe und andere Herdentiere zu bilden. Das Antreiben und gleichzeitige Beschützen der Herde ist das Fachgebiet des Treibhundes.

Besonders über längere Strecken, die Herden hin und wieder zurücklegen müssen, zahlt sich die Agilität und Ausdauer der selbstständigen Vierbeiner aus. Sie treiben die Herde an und verhindern, dass sich einzelne Tiere von der Herde entfernen. In vielen Fällen arbeiten mehrere Treibhunde zeitgleich an einer Herde.

Geschichte des Treibhundes

Wie auch der Hütehund blickt der Treibhund auf eine lange Geschichte zurück. Ursprünglich wurden die Aufgaben der Hüte-, Treib- und Herdenschutzhunde von einem Hund erledigt. Später gliederte sich dieses Allround-Talent in verschiedene Züchtungen, die jeweils eines dieser Spezialgebiete bedienen.

Auch in der heutigen Zeit wissen Hirten die Arbeit der tierischen Helfer zu schätzen.

Der Charakter des Treibhundes

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Die Charakterzüge des Treibhundes ähneln denen der Hütehunde. Ein gewisses Selbstbewusstsein, ein ausgeprägter Gehorsam und der starke Hütetrieb gehören zu den gewichtigsten Eigenschaften. Die Instinkte der Treibhunde sind geschärft, sie sind wenig schreckhaft und dürfen nicht ängstlich sein. Da sie auch mit Großvieh und berittenen Hirten arbeiten, gehört Selbstsicherheit unweigerlich zu ihren Stärken. Zu treiben und zu hüten liegt ihnen im Blut.

Treibhunde sind wendig und flink. Sie brauchen eine große Ausdauer, um ihren „Job“ perfekt auszuführen. Abgesehen von diesen grundlegenden Eigenschaften variieren Aussehen und Wesen der unterschiedlichen Treibhunde-Rassen stark. Einige Rassen weisen einen Schutztrieb auf. Andere Rassen beschränken sich auf das Treiben und Hüten und überlassen das Beschützen den Herdenschutzhunden.

Haltung eines Treibhundes

Je nach Rasse sind die Eigenschaften der Treibhunde unterschiedlich. Im Allgemeinen sind sie sehr gehorsam, lernen schnell und gern. Allerdings solltest du beachten, dass verschiedene Rassen daraufhin gezüchtet wurden, selbstständige Entscheidungen zu fällen. Ein gewisser Sturkopf liegt manchen Treibhunden daher in den Genen.

Gut erzogen und vor allem ausgelastet lassen sie sich gut in der Familie halten. Du musst jedoch immer damit rechnen, dass dein Treibhund seine „Herde“ zusammenhalten möchte. In Ermangelung von Schafen oder anderem Vieh werden dann auch gerne die Kinder der Familie „zusammengetrieben“. Eine ausreichende Auslastung kann diese Art des Energieabbaus allerdings auf ein Minimum reduzieren. Verschiedene Hundesportarten, wie Treibball, befassen sich sogar speziell mit den Neigungen der Hüte- und Treibhunde.

Für das Leben in der Stadt eignet sich ein Treibhund nur bedingt. Er benötigt viel Auslauf, eine Aufgabe und sowohl geistige als auch körperliche Auslastung.

Treibhunde-Rassen

Die FCI führt die Treibhunde in Gruppe 1, Sektion 2. Diese Sektion umfasst vier Rassen: Den Australian Cattle Dog, Australian Stumpy Tail Cattle Dog, Bouvier des Ardennes und Bouvier des Flandres.

Ebenfalls Verwendung als Treibhund finden die unter der Gruppe 2, Sektion 3 eingetragenen Schweizer Sennenhunderassen: Appenzeller Sennenhund, Grosser Schweizer Sennenhund , Berner Sennenhund, Entlebucher Sennenhund.

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1 KOMMENTAR

  1. Hallo ihr Lieben,

    Hier wird leider die FCI Gruppe 2 Sektion 2 vergessen, in dem grade der Rottweiler steckt.
    Er wurde damals grade wegen seinen Treibeigenschaften gezüchtet und wurde lange als „metzgerhund“ bezeichnet, weil er damals für die Viehhändler unentbehrlich war.
    Auch der Deutsche Boxer ist ein wichtiger Treibhund.

    Die Treibhunde kann man grob in zwei Gruppen unterteilen, einmal die Hütehunde, von denen einige aufgrund ihrer Wehrhaftigkeit und ihres Durchsetzungsvermögens geschätzt wurden wie zum Beispiel der Australian Shepherd.
    Zum anderen die Molosser und Bullenbeißen, die keine klassischen Hütefähigkeiten besitzen sondern auf das reine Treiben von Vieh gezüchtet wurden, wie zum Beispiel der Rottweiler.

    Liebe Grüße

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