Seehund – Experten sagen: „Ist gar kein Hund!“

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Hunderasse(?) Seehund: Experten sagen, das sei gar kein Hund!

Der Seehund zählt zu den Wasserhunden – oder würde zu ihnen zählen. Denn Tatsache ist: Keine einzige Hundeorganisation erkennt ihn als eigene Rasse an. Mehr noch: Sogenannte Experten behaupten, er sei in Wirklichkeit gar kein Hund!

Seehund

Herkunft: LAND Meer
Gewicht: 100-150 kg
Größe (Widerrist): 100-200 cm
Lebenserwartung: 30-35 Jahre

Aktivitätsbedarf: +++--
Futterbedarf: +++++
Fellpflege: -----
Stadteignung: -----

Krankheitsgefährdung: Seehund-Staupe
Verwendung: Zootier, Auswilderung
Geeigneter Sport: Wasserarbeit

FCI:Sagt: „Ist gar kein Hund“

Das Wesen des Seehunds

Der Seehund reiht sich in die Reihe der elementaren Hunde ein. Neben dem Windhund (Luft), dem Terrier (Erde) und dem Höllenhund (Feuer) verkörpert er das Element Wasser. In diesem fühlt er sich wohl und bringt Leistungen, an die kein anderer Hund heranreicht. Dennoch genießt er es auch, sich auf dem Trockenen zu sonnen. Um sich dort fortzubewegen, schieben Seehunde ihren Hinterkörper nach vorne, richten sich auf den Vorderbeinen („Flossen“) auf und rutschen vorwärts.

Seehunde haben eine natürliche Distanz zum Menschen. Bei täglichem Umgang gewinnen sie jedoch Zutrauen und kommen von selbst in seine Nähe.

Triffst du auf einen wilden Seehund, berühre ihn auf keinen Fall! Wenn es ein Jungtier ist, verstößt ihn seine Mutter eventuell. Ist es hingegen ein erwachsenes Tier, womöglich ein Rüde (Bulle), wird er aggressiv reagieren. Und glaub uns: diese watsch’n willst du nicht spüren. Unter Seehunden sind echte Kämpfe verhältnismäßig selten. Meist reichen Drohgesten, um Dominanz zu etablieren.

Seehunde sind sehr gesellig und leben im Rudel – an Land. Denn im Wasser sind sie als Einzelgänger unterwegs. Direkten Körperkontakt, auch zu Artgenossen, meiden sie in beiden Fällen.

Der Seehund in der Stadt

Der Seehund ist für die Haltung in einer Stadtwohnung ungeeignet. Genügend Auslauf würdest du vielleicht finden – meilenweit will der Seehund gar nicht laufen. Aber er will schwimmen und für ein Goldfischglas ist er einfach zu groß.

Die einzige Möglichkeit, einen Seehund zu halten, ist ein ganzes Aquarium. Rechne hier mit vielen Tausend Litern. Und Salzwasser sollte es überdies sein! Als Konsequenz aus diesen Problemen ist die private Seehundhaltung nahezu ungehört.

Hinzu kommt, dass der Seehund nicht wie andere Hunde zu den domestizierten Tieren gehört. Er ist ein wildes Tier und findet sich in Städten ausschließlich in Zoos. Tatsächlich werden große Anstrengungen unternommen, Tiere in die Freiheit zu entlassen, insbesondere die Welpen („Heuler“), die von ihren Müttern am Strand zurückgelassen wurden.

Das Aussehen des Seehunds

Seehunde sind im Vergleich zu anderen Hunden außerordentlich massiv: Männchen werden etwa 170 cm groß und selbst die Weibchen erreichen 140 cm, in beiden Fällen mit Raum nach oben/unten. Ihr Gewicht liegt um die 150 bzw. 100 Kg. An Land sind sie eher langsam, können mit ihren Pfoten („Flossen“) jedoch kräftig zulangen.

Ihr wahres Element ist jedoch das Wasser, das sie wie kein anderer Hund durchschwimmen. Seehunde können bis zu 30 Minuten die Luft anhalten und tauchen bis zu 200 Meter tief.

Ein See-Hund ... kein Seehund aber dafür ein Hund?!?Der Kopf des Seehundes ist rundlich, sein Fell sehr dicht (50000 Haare pro Quadratzentimeter!) und weißlich-grau bis graubraun mit unregelmäßigen Flecken. Die Zähne sind äußerst spitz und scharf und deuten auf seine Raubtiernatur hin.

Einige Quellen berichten auch von See-Hunden, die verschiedenen Haushunden weit mehr ähneln als die hier beschriebenen. Sie halten sich ebenfalls gerne am und im Wasser auf. Es darf jedoch bezweifelt werden, ob diese Hunde wirklich zu den Seehunden zu zählen sind.

Die Herkunft des Seehunds

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Noch heute leben weltweit eine halbe Million Seehunde als Wildtiere. Die meisten beim Menschen lebenden Seehunde stammen aus der Wildnis. In jüngerer Zeit werden sie vom Menschen aufgezogen, wenn ihre Mütter sie verlassen. Glückliche Exemplare werden in die Freiheit entlassen. Weniger glückliche Seehunde gelangen in Zoos oder Tiershows.

Im Vergleich zu ihren Vorfahren haben sie dennoch Glück: Im Mittelalter und in der Vorzeit machte der Mensch Jagd auf Seehunde. Sie wurden nicht als Begleiter geschätzt, sondern als Quelle von Fell und Öl. Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert kam es zudem zu Ausrottungskampagnen, da die Seehunde angeblich Fische stahlen.

Heute sind Seehunde eine bedrohte Art und die Jagd ist verboten. Dennoch sind Seehunde Wildtiere. Ihre Hauptbedrohung sind Umweltgifte, Wilderei, und zu gut gemeinte Aufzucht von Heulern, deren Mutter nur kurz weg war.

Linguisten (die ja offensichtlich keine Ahnung von Tieren haben!) behaupten, dass Seehunde weder etwas mit der See noch mit Hunden zu tun hätten. Ihr Name stamme aus dem Germanischen und gehe auf etwas wie schleppen oder ziehen zurück. Sie sind sich aber selbst unsicher. Seltsamerweise sind sie sich aber wieder ganz sicher, dass nur die oben erwähnten See-Hunde „echte Hunde“ seien.

 

Anschaffung und Pflege eines Seehunds

Um einen Seehund halten zu dürfen, brauchst du in jedem Fall eine behördliche Genehmigung. Du musst beweisen, dass du den Seehund artgerecht halten kannst. Das ist keine leichte Aufgabe, auch wenn kein einziges Bundesland ihn als Listenhund führt.

Das bevorzugte Futter von Seehunden ist frischer Fisch. Täglich verschlingt ein ausgewachsener Seehund zwischen 6 und 10 Kilogramm! Lebst du im Inland, kann die Besorgung eine große Schwierigkeit darstellen. Auf der Plus-Seite musst du dich kaum um die Reinigung deines Seehundes kümmern: Er badet täglich und ausgiebig. Ein Bürsten des Fells ist nicht notwendig.

Als Krankheiten hat sich in den letzten Jahren bedauerlicherweise die Seehund-Staupe ausgebreitet. Gerade Seehunde ohne medizinische Versorgung wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Population wilder Seehunde wurde an einigen Orten nahezu halbiert. Parasiten und Bakterien können von der Staupe geschwächte Seehunde ebenfalls leichter befallen und sind in manchen Fällen auch auf den Menschen übertragbar.

Abschließend können wir nur raten, von der Anschaffung eines Seehundes abzusehen. Sie sind keine Haushunde, sondern Wildtiere und ihre Haltung kann kaum artgerecht erfolgen.

 

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