Wolfsspitz: „Keeshond“ aus Deutschland

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Wolfsspitz / Keeshond

In Deutschland zählt er schlicht zu den Deutschen Spitzen. In Holland bekam der Wolfsspitz jedoch einen eigenen Namen, mit dem er in aller Welt anzutreffen ist. Der äußerst genügsame frühere Wachhund hat eine extrem enge Bindung an seine Familie: dies zeichnet ihn besonders aus.

Wolfsspitz

Herkunft: Deutschland
Gewicht: 16-25 kg
Größe (Widerrist): 43-55 cm
Lebenserwartung: 12-15 Jahre

Aktivitätsbedarf: ++---
Futterbedarf: ++---
Fellpflege: ++++-
Stadteignung: +++--

Krankheitsgefährdung: Übergewicht, Diabetes, Hüftdysplasie, Epilepsie.
Verwendung: Wachhund, Familienhund, Sporthund
Geeigneter Sport: alles mit Abwechslung

FCI: Nr. 4 (Gr. 4, Skt. 97), als „Deutscher Spitz“

Wesen

Der Wolfsspitz gilt als wachsam und misstrauisch gegenüber Fremden. Das ist kein Wunder, denn er wurde über viele Jahrhunderte hinweg als Hof- und Wachhund gezüchtet. Seine Aufgabe ist es, Haus und Familie zu beschützen. Dabei ist er jedoch nicht aggressiv und geht Auseinandersetzungen mit anderen Hunden eher aus dem Weg.

Außerdem gilt er als anpassungsfähig, aufgeweckt und ausgeglichen. Er hat eine sehr enge Verbindung mit seinem Heim, streunt also wenig herum. Ein Wolfsspitz ist in der Regel nicht auf eine einzelne Person fixiert. Vielmehr ist er ein klassisches Rudeltier, das die ganze Familie liebt. Dabei bezieht er auch andere Haustiere ein, die er ebenfalls beschützt. Bei kleinen Nagern ist aber Vorsicht geboten. Der Jagdtrieb des Wolfsspitz‘ ist zwar kaum ausgeprägt, aber eine Maus fängt und verspeist er gerne mal. Größeren Tieren begegnet er höchstens achtsam. Auf Spaziergängen ist er daher ein angenehmer und entspannter Begleiter.

Erziehung

Das problematischste Wesensmerkmal des Wolfsspitz‘ ist seine Bellfreudigkeit. Was einst nützlich und gewollt war, ist heute zunehmend ein Ärgernis. Achte daher darauf, die Bellfreudigkeit nicht unnötig zu fördern! Ist ein Wolfsspitz gut erzogen, schlägt er nicht bei jeder Kleinigkeit an, sondern nur mit gutem Grund.

Abgesehen davon ist ein Wolfsspitz nicht schwer zu erziehen und für Anfänger geeignet, auch wenn er manchmal seinen Dickkopf zeigt.

Sport

Auch im Hundesport kann man seinen Spaß mit diesem Spitz haben. Er eignet sich als Begleithund, Fährtenhund und Lawinenhund, auch Agility macht er gerne mit. Segeln? Wandern? Rodeln? Der Wolfsspitz wird Maat, Kletterziege und Schlittenhund: Er findet in vielen Bereichen eine geeignete Position.

Such- und Schnüffelspiele gefallen dem Wolfsspitz besonders. Stundenlanges Traben neben dem Fahrrad ist im jedoch zu eintönig. Lieber erkundet er das Umfeld.

In der Stadt

Der Wolfsspitz wurde als Wachhund gezüchtet. Seine Aufgabe sieht er im Bewachen von Haus und Familie. Da diese Eigenschaften in der heutigen Zeit des technischen Fortschritts nicht mehr sehr gefragt sind, ist es nicht ganz einfach, dem Wolfsspitz eine rassetypische Aufgabe zu geben.

In einer Stadtwohnung kann er zwar gehalten werden, doch läuft man Gefahr, dass er bei jedem Geräusch im Treppenhaus anschlägt, also bellt. In der Regel ist das nicht erwünscht. Da der Wolfsspitz Fremden gegenüber nicht besonders aufgeschlossen ist, kann es in einer dicht besiedelten Umgebung zu Schwierigkeiten kommen.

Das heißt nicht, dass ein Leben als Stadthund unmöglich ist. Der Spitz hat keinen extremen Bewegungsdrang und in einer Kleinstadt, am Stadtrand mag sich das Problem mit vielen Fremden legen. Für das Stadtzentrum oder die Großstadt sind „fremdenfreundlichere“ Hunde jedoch besser geeignet.

Aussehen

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Auffälligstes Merkmal des Wolfsspitz‘ ist das üppige Fell in rauchiger Farbe: Silbergrau mit schwarzen Spitzen („Wolfsgrau“) und verschiedenen Schattierungen an unterschiedlichen Körperstellen. Die Unterwolle ist weich, dicht und heller als die Deckhaare. Dank des dichten Fells ist der Wolfsspitz vor Kälte und Hitze geschützt; selbst Regen macht dem robusten Hund nichts aus.

Die Ohren sind möglichst klein, die Augen mandelförmig. Der Kopf ist keilförmig und eben spitz. Die Rute liegt auf und wird über den kurzen, geraden Rücken gerollt. Die Pfoten des Wolfsspitz‘ sind vergleichsweise klein und erinnern an die Tatzen einer Katze.

Im Gesamtbild ist der Wolfsspitz ein mittelgroßer (ca 43-55 cm), kompakter Hund mit kräftigen, geraden Beinen, ohne plump zu wirken.

Herkunft

Spitze zählen zu den ursprünglichen Hunderassen und waren im deutschsprachigen Raum vor allem beim einfachen Volk beliebt. Im Ausland heißt der Wolfsspitz meist Keeshond. Das verleitet viele zu der Annahme, dass er aus Holland stammt. Dabei ist der Wolfsspitz zweifellos ein Deutscher (und wird von der FCI auch mit den Deutschen Spitzen zusammengefasst).

Warum also Keeshond? Diesen Namen erhielt der Wolfsspitz tatsächlich in Holland. Ein Anführer der holländischen Volkspartei des 18. Jahrhunderts besaß einen solchen Hund. Er hieß Cornelis de Gyzelar, wurde aber oft Kees genannt. Kurzerhand hängten die Niederländer ein „hond“ dran und schon hatte man den Keeshond. Übrigens waren die Holländer ähnlich einnehmend wie die FCI: Mit Keeshond meinten sie alle Deutschen Spitze.

Einen Standard für Wolfsspitze gab es bereits 1880. Die Holländer schufen 1933 einen eigenständigen Standard für ihren Keeshond. Dieser ist etwas kleiner und zarter als die Wolfsspitze. 1997 wurde auch diese Variante vom Verein für Deutsche Spitze anerkannt. Sicher nicht zuletzt, um den Genpool der recht seltenen Rasse (ca. 200 Welpen pro Jahr) zu erweitern, die ihre Hochzeit während des Zweiten Weltkriegs hatte: Zu dieser Zeit war er aus pragmatischen Gründen beliebt, denn er galt als äußerst genügsam.

Pflege

Der Wolfsspitz gilt als reinlich und er riecht kaum. Bei der Fellpflege kommt es stark auf die Zuchtlinie an. Hier gibt es große Unterschiede. Besten Aufschluss gibt ein Blick auf die Elterntiere – ein ähnliches Fell bekommt auch der Welpe. In der Zeit des Fellwechsels solltest du täglich bürsten. Zu anderen Zeiten mag bei dünnem Fell wöchentliches Bürsten reichen. Hat dein Wolfsspitz hingegen sehr viel Wolle, musst du möglicherweise täglich zur Bürste greifen. Schmutz kannst du einfach trocknen lassen und auskämmen.

Gesundheit

Wolfsspitze gelten als genügsame Hunde, die zur Not auch von Kartoffeln leben würden. Sie brauchen relativ wenig Futter – sind aber mit einem äußerst gutem Appetit gesegnet, wenn etwas da ist, das ihnen schmeckt. Daher neigen sie zu Übergewicht. 25 kg sollten nicht überschritten werden; gesünder sind (größenabhängig) rund 20 kg.

Der Wolfsspitz gehört zu den robusteren Rassen: Er war nur kurz in Holland Modehund, weswegen sein Aussehen keine zu große Rolle bei der Zucht spielte. Das kam seiner Gesundheit zugute, die bei einigen Hunderassen zu Gunsten des Äußeren hintenan steht. Allerdings gibt es heute eine Tendenz zu mehr und mehr Wolle, die beim ausgiebigen Toben zumindest unpraktisch ist.

Trotz Robustheit solltest du beim Wolfsspitz auf Diabetes, Hüftgelenksdysplasie und Epilepsie achten, die ab und zu vorkommen können.

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