Malteser: 2000 Jahre alter Gesellschaftshund

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Malteser auf Wiese, seitlich, Blick in Kamera

Die Hunderasse Malteser existiert nachweislich bereits über 2.000 Jahre. Der ursprünglich gerne als Schoßhündchen bezeichnete Vierbeiner hat sich zum selbstbewussten, aufgeweckten Gesellschafts- und Begleithund entwickelt.

Malteser

Herkunft: Italien (mittleres Mittelmeergebiet)
Gewicht: 3-4 kg
Größe (Widerrist): 20-25 cm
Lebenserwartung: 12-15 Jahre

Aktivitätsbedarf: ++---
Futterbedarf: +----
Fellpflege: +++++
Stadteignung: +++++

Krankheitsgefährdung: Patellaluxation, Augenprobleme, Sonnenbrand
Verwendung: Begleithund, Familienhund
Geeigneter Sport: Mit Power, nicht zu lange, z. B. Agility

FCI: Nr. 65 (Gr. 9, Skt. 1)

Wesen

Der Malteser ist sehr anhänglich und stark auf seinen Besitzer fixiert. Deshalb möchte der sensible Hund stets an der Seite seines zweibeinigen Freundes sein und leidet, wenn er zu wenig Zuwendung und Aufmerksamkeit erhält.

Die Ausgeglichenheit und Freundlichkeit dieser Hunderasse gegenüber Kindern machen ihn zu einem beliebten Familienhund, der bei gemeinsamen Aktivitäten stets dabei sein möchte. Jedoch können auch Senioren aufgrund seines anhänglichen, ruhigen Wesens und großen Bedürfnisses nach Nähe in ihm einen treuen Begleiter finden.

Weiterhin gilt der Malteser als gelehrig, leicht erziehbar und intelligent. Bekommt er ausreichend Zuneigung und Beachtung zeigt der Kleinhund keine Bellfreudigkeit. Trotzdem ist er wachsam und schlägt entsprechend an.

Fremden Personen gegenüber gibt er sich vorsichtig und tritt ihnen misstrauisch entgegen. Der Jagdtrieb gilt als gering ausgeprägt bis nicht vorhanden. Er präsentiert sich nicht als Raufbold, sondern ist im Allgemeinen unkompliziert und verträglich mit anderen Hunden.

Erziehung

Ihre Anhänglichkeit und Lernbereitschaft machen den Malteser zu einem idealen Hund auch für Ersthundebesitzer. Notwendig sind dabei ein sanfter, ruhiger Ton und die Bereitschaft, den Hund meist um sich zu haben.

Zwar gelten Malteser als insgesamt ruhig und anschmiegsam, aber für ihre Größe können sie gelegentlich sehr aggressiv sein. Dem kannst du jedoch mit einer guten Sozialisierung effektiv vorbeugen. Das gelingt im Welpenalter relativ einfach, denn Malteser nehmen auch größere Tiere ohne Scheu und beinahe gleichgültig zur Kenntnis.

In der Stadt

Aufgrund seiner Größe und seines besonnenen Wesens kann der Malteser auch in einer Stadtwohnung leben. Allerdings benötigt er, wie alle anderen Hunderassen auch, regelmäßigen Auslauf. Dieser darf gerne abwechslungsreich gestaltet werden.

Längere Touren stellen für den agilen Hund ebenfalls kein Problem dar – hier solltest du dich individuell nach dem Tier richten. Zu lange Wanderungen oder Mitjoggen ist für die kurzbeinige Rasse jedoch nicht das Richtige. Viele Malteser rennen lieber mal drauf los, als mit einem Spielzeug zu spielen. Daher gefällt ihnen Agility als Ausgleich oft gut – und auch ins Wasser springen viele Exemplare gerne.

Seine mangelnde Bellfreudigkeit kommt einer Wohnungshaltung entgegen. Wegen seines geringen Gewichts kann er auf Treppen auch mal getragen werden.

Aussehen

Die runden, tiefdunklen Augen des Maltesers stehen leicht hervor. Sie bilden einen ausdrucksstarken Kontrast zu seinem meist weißen Fell. Farbschattierungen im cremigen Elfenbeinton sind möglich.

Die Haarpracht ist glänzend mit seidiger Struktur. Der Malteser zählt zu den langhaarigen Hunderassen: Das Fell reicht oftmals bis auf den Boden, da seine Beine eher kurz sind. Die langen Ohrhaare scheinen in das Haarkleid des Körpers überzugehen. Die Rute neigt sich unter dem üppigen Fell zur Seite.

Der Kleinhund hat eine durchschnittliche Widerristhöhe von 25 cm bei einem Körpergewicht zwischen 3 und 4 kg. Der langgestreckte Kopf ist leicht rundlich mit einer spitz zulaufenden Schnauze. Der Rücken verläuft vom Widerrist bis zur Rute gerade. Die runden Pfoten besitzen schwarze Ballen.

Herkunft

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Schon im Römischen Reich war der Malteser ein Schoßhündchen der wohlhabenden Frauen, später auch der europäischen Adeligen. Da es sich um eine der ältesten Hunderassen handelt, weisen die Überlieferungen Lücken auf. Es herrschen unterschiedliche Theorien über die genaue Herkunft dieser Rasse.

So lässt sich auch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob der Malteser wirklich von der Insel Malta stammt. Die Namensherkunft könnte sich auch von dem Wort Màlat ableiten, was Hafen oder Zuflucht bedeutet. Demnach sollen die Hunde in Küstenorten des zentralen Mittelmeerraumes Ratten und Mäuse bekämpft haben.

Eine weitere Überlieferung besagt, dass der Ursprung der Rasse von Mljet stammt, einer Insel im Mittelmeer. Dort soll (mit dem Ziel auf Kleinheit) durch bewusstes Züchten aus einem Schäferhund ein weißer und langhaariger Zwerghund entstanden sein. Dieser wäre von Malta aus nach Großbritannien gekommen. Dort wurde er der Theorie nach bis zu seinem jetzigen Aussehen weitergezüchtet. Allerdings fehlen diesen Kleinhunden die Eleganz, Robustheit und Vitalität des heutigen Maltesers.

Weitere Hypothesen führen den Ursprung der Malteser zurück auf einen spitzartigen Hund von den Schweizer Seen mit Verbindungen nach Tibet; oder auf Hunde, die durch phönizische Händler von Ägypten ans Mittelmeer gelangten. Erste klare Belege seiner Vorfahren fand man jedoch erst in Italien im ersten Jahrtausend vor Christus. Damals wurde aber vermutlich noch kein gehobener Wert auf ihr Aussehen gelegt. Wahrscheinlich ist es, dass sie der Schädlingsbekämpfung (Mäuse, Ratten) dienten.

Die FCI folgt keiner Theorie genau und gibt als Ursprungsort das zentrale Mittelmeergebiet an; das Patronat für den Malteser übernimmt Italien.

Pflege

Im Alter von acht Monaten verliert der Malteser sein Welpenfell. Die Haarpracht des erwachsenen Hundes neigt bei mangelnder Pflege zum Verfilzen und ist demzufolge sehr pflegeintensiv. Das fehlende Unterfell sorgt dafür, dass sich das Haarkleid leicht verknotet.

Um das Fell zu entwirren, sollte es täglich sorgsam gekämmt oder gebürstet werden. Weiche Pflegeutensilien aus Kunststoff bewirken eine Erhaltung der seidigen Struktur.

Außerdem muss der Schmutz, der sich auf Spaziergängen ins Fell gesetzt hat, entfernt werden. Manche Hunde finden Gefallen an einem gelegentlichen Bad. In Maßen steht diesem nichts entgegen; bei häufigem Baden kann das Fell jedoch vergilben. Zudem reduzieren sich dadurch die natürlichen Schutzmechanismen von Haut und Fell nachteilig.

Einen jahreszeitlich bedingten Fellwechsel kennt der Malteser nicht.

Gesundheit

Der Malteser gilt als robust und wenig krankheitsanfällig. Wie viele Kleinhunde kann auch diese Rasse gelegentlich unter Problemen mit den Kniescheiben und deren Aufhängung leiden. Übergewicht begünstigt die sogenannte Kniescheibenluxation ebenso wie große Sprünge (zum Beispiel bei zu viel Treppensteigen).

Zudem kontrollieren pflichtbewusste Hundebesitzer regelmäßig die Augen des Maltesers. Denn das lange Haar kann Augenreizungen hervorrufen. Diese führen zu einer Bindehautentzündung mit vermehrter Tränenabsonderung. Besonders auffällig ist hierbei die rötliche Fellfärbung im Bereich der Augenpartie.

Wie bei vielen weißhaarigen Hunderassen sind Hautallergien möglich, aber nicht unbedingt rassetypisch. Bedingt durch die Fellfarbe kann es außerdem schnell zu einem Sonnenbrand kommen. Demzufolge sind Spaziergänge in der prallen Sonne zu vermeiden.

Die Lebensdauer des Maltesers beträgt etwa 12 bis 15 Jahre. Nicht selten werden die kleinen Hunde jedoch deutlich älter.

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