Jagdhunde: Suchen, Scheuchen, Apportieren

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Jagdhunde

Der Begriff „Jagdhund“ (auch „Jagdgebrauchshund“) ist ein Überbegriff für mehrere, meist auf ein Einsatzgebiet spezialisierte, Hunde. Ihnen gemein ist das Ziel, die Jagd zu erleichtern. Die spezifischen Neigungen und Talente verschiedener Rassen finden in der Jagd Verwendung.

Wo liegen die Aufgaben der unterschiedlichen Jagdhunde?

Jagdhunde werden anhand ihrer besonderen Fähigkeiten und Talente in verschiedenen Einsatzgebieten und auf unterschiedliche Art eingesetzt:

  • Laufhunde, auch Hetz- oder Treibhunde genannt, scheuchen das Wild lautstark und gezielt in Richtung des Jägers.
  • Windhunde holen flüchtendes Wild schnell ein und fangen es ab.
  • Parforcehunde haben die Aufgabe, Wild lange und in schnellem Tempo zu hetzen, bis die Energie der Beute nachlässt. Die Jäger, meist zu Pferd, können das ermattete Tier dann stellen.
  • Leit- und Spürhunde besitzen eine besonders feine Nase. Sie spüren Wild in erster Linie auf.
  • Schweißhunde haben die Hauptaufgabe, bereits angeschossenes Wild zu finden. Der Begriff „schweißen“ bedeutet hier „bluten“.
  • Sauhunde finden in der Schwarzwildjagd Verwendung. Je nach Aufgabengebiet wird zwischen Saupackern und Saufindern unterschieden.
  • Vorstehhunde sind für das Finden von Wild zuständig. Aufgespürtes Wild zeigen sie durch das Vorstehen an.
  • Dachshunde hatten die Aufgabe, Füchse und Dachse aus dem Bau zu treiben oder sie in diesem festzuhalten.

Zu einer waidgerechten Jagd gehört in jedem Fall ein Jagdhund. Zwar haben nicht alle Jäger einen vierbeinigen Helfer, jedoch sieht das Gesetz in bestimmten Bereichen der Jagd ihren Einsatz vor. Zu diesen Bereichen zählt beispielsweise die Nachsuche. Es ist streng verboten, geschossenes Wild im Wald zu belassen, auch wenn es teilweise schwer zu finden ist. Wo des Jägers Augen nicht mehr ausreichen, hilft die feine Nase des Jagdhundes. Er spürt das verletzte oder getötete Wild auf, auch wenn es weit entfernt oder versteckt ist.

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Geschichte und Bedeutung der Jagdhunde

Experten vermuten, dass der Mensch schon in Urzeiten Hunde zur Jagd einsetzte. Man nimmt an, dass sich im Zeitraum von 10.000 bis 6.000 v. Chr. unterschiedliche Hundetypen entwickelten. Diese passten sich nach und nach an die Bedürfnisse der Jagd an. Ihre speziellen Fähigkeiten wurden im Laufe der Zeit weiter herausgezüchtet und trainiert, Neigungen nutzbringend eingesetzt. Es entstanden mehrere Rassen, die noch heute zur Jagd genutzt werden.

Charakter und Haltung von Jagdhunden

Die Charaktere der verschiedenen Jagdhunderassen unterscheiden sich maßgeblich. Je nach Einsatzgebiet muss der Hund beispielsweise lauffreudig sein (Hetzjagd), eine besonders gute Nase besitzen (Schweißhund) oder besonders beherrscht sein (Vorstehhund).

Alle Jagdhundrassen brauchen regelmäßige Auslastung. Wenn du deinen Jagdhund nicht in seinem Fachgebiet einsetzen möchtest, solltest du daher darauf achten, dass du seinen Neigungen trotzdem ausreichend nachgibst. Hier bieten sich verschiedene Hundesportarten an, um den Hund zielgerichtet auszulasten. In Frage kommen insbesondere Fährtensuche, Mantrailing oder die Wasserarbeit.

Das Leben in Familien ist für den Jagdhund in der Regel kein Problem. Du solltest jedoch beachten, dass gerade Jagdhunde sehr ausgeprägte Instinkte und Eigenschaften besitzen. Vor allem Kinder sollten daher früh lernen, dass ein Jagdhund zwar auch gerne mal kuschelt, aber dennoch ein Hund mit „Berufung“ ist. Das Leben in der Stadt entspricht nicht der Natur des Jagdhundes. Er kann sich jedoch auch hier wohl fühlen, wenn ihm ausreichender Auslauf zur Verfügung steht.

Jagdhund-Rassen

Der deutsche Jagdgebrauchshundverband (JGHV) führt eine Liste mit von ihm anerkannten Rassen. Auch die FCI führt Jagdhunde in ihrer Rassenliste, teilt sie jedoch in unterschiedliche Gruppen ein. So gehört zu den vom JGHV anerkannten Rassen beispielsweise der Große Münsterländer. Er wird in der FCI-Systematik in Gruppe 7 (Vorstehhunde) gelistet.

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1 KOMMENTAR

  1. Hallo ihr Lieben,

    Laut des Jagdgebrauchshundeverband (JGHV) erfolgt eine andere Einteilung der Kategorien :

    1. Jagende Hunde oder Bracken oder Wildbodenhunde
    Rassen: Deutsche Bracke, Beagle, Schwarzwildbracke
    „Seine Bestimmung ist, das Wild jeder Art, durch fleißiges Suchen im Walde oder Felde, ausfindig zu machen, und es so lange laut zu verfolgen, bis es dem Jäger zu Schuß gebracht oder sonst gefangen ist“ (Georg Ludwig Hartiges Lehrbuch für Jäger und die es werden wollen, 1812)

    2. Schweißhunde (Schweiß = Blut)
    Rassen: Hannoverscher Schweißhund, Bayrischer Gebirgsschweißhund, Dachsbracke, Bloodhound, Basset
    Schweißhunde sind ausgesprochende Spezialisten, die vorallem bei der Jagd auf Schalenwild geführt werden. Sie sind feinnasig und haben einen starken Finderwillen. Schweißhunde werden vorallem bei der Nachsuche eingesetzt. Dabei verfolgen sie spurlaut die Fährte des krankgeschossenen Wildes um es dann wenn nötig zu hetzen, zu stellen und eventuell nieder zu ziehen.

    3. Stöberhunde
    Rassen: Deutscher Wachtelhund, Cockerspaniel, Springerspaniel
    Kleine bis mittelgroße Hunde mit langem Fell zum Aufstöbern von Niederwild aus dichter Deckung. Wichtige Eigenschaften sind die ausdauernde, hartnäckige, spurlaute Suche auch im Wasser.

    4. Vorstehhunde
    Rassen: kleiner Münsterländer, Pointer, Magyar Vizsla, Irish Red Setter, Deutsch Drahthaar
    Vorstehhunde zeigen dem Jäger in der Deckung liegendes Wild, was sie durch die Nase gefunden haben, durch plötzliches Erstarren und Heben einer Vorderpfote an. Sie stoßen in der Deckung liegendes Wild jedoch niemals nach Art der Stöberhunde heraus um es zu verfolgen.

    5. Erdhunde
    Rassen: Teckel, Jagdterrier, Foxterrier, Jack Russel
    Erd- oder Bauhunde müssen klein genug sein um dem Raubwild in den Bau zu folgen. Diese Arbeit kann von keinem größeren Hund geleistet werden, jedoch kann der Erdhund bei entsprechender Ausbildung ein vielseitiger Waldgebrauchshund sein. Durch den unmittelbaren Kontakt mit Raubwild ist eine der wichtigsten Eigenschaften die Schärfe.

    6. Apportierhunde
    Rassen: Labrador Retriever, Flat Coated, Golden Retriever, Deutsch Drahthaar, Großpudel, Airedale Terrier
    Apportierhunde sind Spezialisten zum Verlorenbringen von Niederwild. Sie müssen bei ruhigem Temperament und ausgeprägtem Gehorsam feinnasig, spurwillig, ausdauernd und besonders wasserfreudig sein.

    Vollgebrauchshunde sind Jagdhunde, die durch Rasse und Ausbildung in der Lage sind, sämtliche Arbeiten vor und nach dem Schuss in Feld, Wald und Wasser zu tätigen, außer der Baujagd.
    Rassen : Deutsch Drahthaar/Kurzhaar/Langhaar/Stichelhaar, Großer Münsterländer, kleiner Münsterländer, Pudelpointer, Weimaraner

    Liebe Grüße

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