Herdenschutzhunde, Hirtenhunde und Hütehunde

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Herdenhunde und Hütehunde

Diese drei Gebrauchshunde haben vor allem eines gemeinsam: Sie unterstützen ihren Hundeführer bei der Herdenarbeit. Aufgrund dieses Zusammenhangs werden dies drei „Jobs“ immer wieder verwechselt oder fälschlicherweise als eine einzige Kategorie angesehen. Auch wir haben sie zusammengefasst. Aber nicht, weil wir sie verwechseln, sondern um Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich zu machen.

Was versteht man unter…

…einem Herdenschutzhund?

Der Herdenschutzhund arbeitet wie seine beiden Kollegen zumeist an Schafen aber auch Großvieh wie Kühen. Sein Aufgabengebiet ist das Beschützen und Verteidigen der Herde vor zwei- oder vierbeinigen „Feinden“. Hier findest du die 5 bekanntesten Herdenschutzhund-Rassen!

Hüte- und Hirtenhunde sind in aller Regel eher zart und flink. Daher sind sie kaum für die Schutzarbeit geeignet. Stattdessen sind sie bei Angriffen von Wölfen oder anderen Raubtieren auf die Herde sogar eher mitgefährdet.

Darum werden für den Schutz der Herde große Rassen mit ausgeprägtem Schutztrieb und Eigenständigkeit ausgewählt. Die Selbstständigkeit spielt eine große Rolle in diesem „Berufsbild“, denn in der Regel arbeitet der Herdenschutzhund ohne direkte Weisungen seines Hundeführers.

… einem Hütehund?

Hütehunde tun, was ihr Name bereits verrät: Sie behüten die ihnen anvertraute Herde. In diesem Fall bedeutet dies jedoch nicht den Schutz, sondern das Zusammenhalten der Tiere. Ohne die Arbeit eines oder mehrerer Hütehunde würden sich beispielsweise Schafsherden zerstreuen. Hier findest du die 5 bekanntesten Hütehunde!

Der Hütehund verhindert, dass sich einzelne Schafe von der Herde lösen. Alleine würden sie zu einer idealen Beute für Raubtiere werden oder unter Umständen verloren gehen. Dabei wird eine weitere Linie unterschieden: die Koppelgebrauchshunde. Diese haben die Aufgabe, Tiere von einer Koppel auf eine andere zu treiben oder einzelne Tiere zu separieren. Hütehunde arbeiten in gewissem Maße selbstständig, besitzen aber auch einen außergewöhnlichen Gehorsam. Auch er zählt zu den wichtigsten Eigenschaften, da Hütehunde auch gezielt nach Anweisungen ihres Hundeführers arbeiten müssen.

… einem Hirtenhund?

Die Deklaration des Hirtenhundes ist schon wesentlich schwieriger. Eine etwas ältere Bezeichnung für den Hirtenhund ist auch der Schäferhund. Eigentlich könnte der Hirtenhund als Allrounder bezeichnet werden. Er kümmert sich sowohl um den Schutz der Herde und des Hirten als auch um das Beisammenhalten der Herdentiere. Herdenschutzhund und Hütehund spezialisierten sich im Laufe der Zeit auf je einen dieser beiden Fachbereiche, während der Hirtenhund bis heute beide Sparten bedient. Der Hirtenhund besitzt sowohl einen ausgeprägten Schutztrieb als auch einen ebenso starken Hütetrieb. Hier findest du 2 ganz besonders sympathische Hirtenhund-Rassen!

Geschichte und Bedeutung

Sowohl der Hütehund als auch der Hirten- und der Herdenschutzhund haben eine lange Geschichte. Ihre Qualitäten wurden früh entdeckt. Bis heute werden sie eingesetzt, um zu hüten und zu beschützen.

Die Rückkehr des Wolfes nach Europa sorgte ebenfalls für einen neuen, größeren Bedarf. Mittlerweile finden die Talente der Hunde jedoch auch vermehrt im Hundesport Anklang. Durch die Affinität zum Hüten, die Tatsache, dass diese Hunde gerne und schnell lernen sowie die hohe Intelligenz der Tiere eignen sie sich zum Beispiel sehr gut für Agility – oder Treibball. Hier findest du spannende Agility-Kurse!

Charakter und Haltung

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Hier haben die drei „Berufsgruppen“ einiges gemeinsam. Gehorsam, Selbstständigkeit, Ausdauer, feine Instinkte und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein gehören zu den typischen und wichtigsten Charaktereigenschaften. Der Herdenschutzhund besitzt außerdem ein ausgeprägtes Territorial- und Schutzverhalten, während der Hütehund vor allem das Treiben im Blut hat.

Die Haltung eines Hütehundes kann nur mit konsequenter Erziehung und ausreichendem Wissen über die Neigungen der gewählten Rasse auf entspannte Art funktionieren. Rassen aller drei Berufsgruppen besitzen ausgeprägte Instinkte. Diese wurden durch gezielte Züchtungen in der Vergangenheit wesentlich verschärft. Der Hütehund neigt beispielsweise dazu, seine „Herde“, die dann meist aus den Familienmitgliedern besteht, zusammenzuhalten. Der Herdenschutzhund kümmert sich, auch wenn es sich nicht um Schafe, sondern um Menschen handelt, um den Schutz seiner Herde. Dazu gehört auch ein ausgeprägtes Territorialverhalten.

Wenn du einen Hund dieser Rassen aufnimmst, muss dir klar sein, dass diese Tiere ihren Instinkten folgen. Sie können nur ausgelastet und gut erzogen einen angenehmen Freizeitpartner abgeben. Hundesport bietet sich hier allerdings nur bedingt an. Herdenschutzhunde sind z.B. dazu gezüchtet worden, die Herde zu schützen. Sie arbeiten selbstständig und das kaum oder gar nicht mit dem Menschen. Von diesen Instinkten abgesehen eignen sich diese Rassen in aller Regel gut als Familienhunde. Allerdings bevorzugen sie eindeutig das Leben in ländlicher Gegend mit vielen Möglichkeiten zum Auslauf in der freien Natur. Hier findest du alles Wissenswerte über die artgerechte Auslastung von Hunden!

Hütehund-Rassen

Die FCI führt die Hütehunde in der Gruppe 1, Sektion 1, unter dem Oberbegriff “Schäferhunde“. Zu den Hütehunden zählt neben dem Border Collie auch der Australian Shepherd. Aufgrund ihres häufigen Einsatzes im Bergland fasst die FCI die meisten Herdenschutzhund-Rassen in der Gruppe der Berghunde zusammen (Gruppe 2, Sektion 2.2).

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4 KOMMENTARE

  1. Bitte klarstellen, dass sich die Aussage im letzten Absatz des Abschnitts „Charakter und Haltung“ – Hundesport bietet sich für diese Rassen zur Instinkt fordernden Entlastung besonders an – nicht auf Herdenschutzhunde bezieht. Herdenschutzhunde eignen oder interessieren sich nur in Ausnahmefällen für Hundesport, und halten solche „Übungen“ i.d.R. für unnötige Energieverschwendung.

    Gruß
    Elli

  2. Hallo Elli,
    vielen Dank für deine Nachricht. :)
    Wir haben den entsprechenden Absatz (zum Verständnis) auf den Herdenschutzhund bezogen angepasst.

    Viele liebe Grüße,
    Birthe vom hudoba-Team

  3. Hallo ihr Lieben,

    Bitte ändert in dem Haltung die Aussage über die Herdenschutzhunde.
    Die Tierheime sind voll von Kangalen und ähnlichen Hunden.
    Herfenschutzhunde werden sich so oft unüberlegt angeschafft. Sie eignen sich fast garnicht als Familienhunde, außer auf einem großen Bauernhof oder auf einem anderen großen Gelände.
    Ihr Territorium endet mit ihrem Sichtende, nicht mit einem Zaun oder ähnlichen.
    Auch bei guter Sozialisierung fällt es den meisten Herdenschutzhunden schwer, Besuch oder allgemein fremde Menschen zu dulden. Dies macht es schwierig Kinder und HSH im Haus zu haben, da Kinderbesuch schnell zum Problem wird.
    In einer normalen Stadt oder einem Dorf selbst mit Garten ist es nicht möglich einen Herdenschutzhund artgerecht zu halten. Es muss vermieden werden, dass soviele von ihnen unüberlegt angeschafft werden und dann jahrelang im Tierheim sitzen müssen.

    Liebe Grüße

  4. Liebe Yvonne,
    ich kann deinen Kommentar nicht zustimmen. Wir Haben seit 8 Jahren einen Slovensky Kuwacz. Wir leben auf dem Land, haben einen Garten. Unser Hund lebt mit uns im Haus. Jeden Tag kommt er mit mir in mein Bastelgeschäft. Er wird von allen geliebt, besonders von den Kindern. Diese „beschützt“ er dann auch schon mal ganz gerne wenn eine große Person ( besonders bei Männern) den Laden betritt. Das beschränkt sich aber nur auf ein Knurren oder bellen. Er ist ausgeglichen, nicht immer ganz gehorsam, aber sehr lieb. Ich kann deine Aussage das diese Hunde nicht artgerecht zu halten sind nicht unterschreiben. Gerade bei Kindern sind sie sehr liebevoll und vorsichtig. Es sind bei verantwortungsvoller Erziehung durchaus Familienhunde! Generell lässt man nie Kinder und Hunde ohne Aufsicht, egal ob großer oder kleiner Hund, ein Hund bleibt ein Tier dessen Instinkte immer die Oberhand gewinnen können!

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