Schipperke: Kleinster Schäferhund der Welt und Bootsmann

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Junger Schipperke auf Sommerrasen
Der Schipperke, der kleine Bootsmann, ist der kleinste Schäferhund der Welt. Wahrscheinlich stammt er von einer älteren belgischen Schäferhundrasse ab. Berühmtheit erlangte er durch die belgische Königin Marie-Henriette.

Schipperke

Herkunft: Belgien, Niederlande
Gewicht: 3-9 kg
Größe (Widerrist): 25-33 cm
Lebenserwartung: 13-18 Jahre

Aktivitätsbedarf: ++++-
Futterbedarf: +----
Fellpflege: ++---
Stadteignung: +++--

Krankheitsgefährdung: –
Verwendung: Jagdhund, Schifferhund, Familienhund
Geeigneter Sport: Agility, Flottes mit Action

FCI: Nr. 83 (Gr. 1, Skt. 1)

Wesen

Der Schipperke macht seinem Ruf als Wächter alle Ehre, denn diese Hunderasse ist vor allem anderen aufgeweckt. An seinem Herrn hängt er hingebungsvoll und beschützt dessen Eigentum mit einer Hartnäckigkeit, die ihresgleichen sucht. Wann immer ihm etwas verdächtig vorkommt, warnt er mit seiner hellen und durchdringenden Stimme.

Neugierig wie kein Zweiter, entgeht ihm auch nicht die leiseste Bewegung: Sei es der Einbrecher an der Tür, sei es die vorüberhuschende Maus. Der Schipperke ist nämlich nicht bloß ein aufmerksamer und (wenn es darauf ankommt) auch grimmiger Wächter, sondern zudem ein leidenschaftlicher Jäger. Vor ihm sollte sich alles, was nicht größer als ein Kaninchen ist, in acht nehmen. Hast du weitere Haustiere in dieser Größe, könnte dies also problematisch werden. Mit anderen Hunden kommt er hingegen meist gut zurecht – lässt sich von ihnen aber auch nichts bieten.

Der Wächterinstinkt und die niemals aussetzende Aufmerksamkeit machen ihn zu einem misstrauischen Hüter des Hauses. Leider weiß er den Gast nicht immer vom Eindringling zu unterscheiden. Kindern gegenüber ist er für gewöhnlich aber überaus sanft.

Erziehung

Aus der unerschöpflichen Lebendigkeit dieses Hundes und seiner Wachsamkeit kann sich leicht die Angewohnheit entwickeln, zu jeder Zeit und Unzeit zu bellen. Dem solltest du durch eine konsequente Erziehung vorbeugen.

In der Stadt

Aufgrund seiner geringen Größe eignet sich der Schipperke recht gut für Wohnungen in der Stadt. Das größte Problem ist dabei seine starke Tendenz zum Bellen. In einem Wohnblock macht er sich bei Nachbarn so mitunter schnell unbeliebt.

Unterschätze auch nicht den ungeheuren Bewegungsdrang dieses Tieres! Dreimal täglich nach draußen ist eine gute Basis. Natürlich kannst du dies auch anders lösen: mit Kindern im Garten oder mit einer Treppe, die der Schipperke immer wieder hoch und runter flitzen kann. (Achte auf generelle Sicherheit – Gelenkprobleme sind aber eher ungewöhnlich.) Wohnst du in einem Altbau mit Mäusen? Dann verzichte auf Fallen – dein Schipperke reicht vollkommen!

Sein Fliegengewicht von 3-8 kg macht es leicht, ihn auch mal zu tragen – lieber flitzt er aber selbst durch die Gegend.

Aussehen

Der Schipperke sieht aus wie ein kleiner, vollständig schwarzer Schäferhund mit der typischen wolfsähnlichen Gestalt. Er erreicht üblicherweise eine Schulterhöhe von etwas mehr als 30 Zentimetern. Im Idealfall ist er quadratisch gebaut, die Schulterhöhe gleicht also der Körperlänge.

Das Haar des Schipperke ist dicht und gerade. Am kräftigen Hals bildet sich ein Kragen mit längerem Fell. Besonders auffällig ist, dass manche Hunde dieser Rasse vollkommen ohne Schwanz geboren werden.

Der Gang des Tieres ist geschmeidig, der Blick aus den mandelförmigen, dunkelbraunen Augen ist, wie man es von diesem aufgeweckten kleinen Hund nicht anders erwartet, lebhaft und schelmisch.

Herkunft

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Die Herkunft des Schipperke ist nicht unumstritten. Es ist wohl am wahrscheinlichsten, dass der Schipperke von einer alten belgischen Schäferhunderasse, dem inzwischen ausgestorbenen Leuvenaar, abstammt. Von dieser Rasse soll auch ein weiterer Schäferhund abstammen, der Groenendael. Andere Kynologen sehen eher eine Verwandtschaft mit nordischen Spitzen. Erste Erwähnung findet der Schipperke – oder ein dem Schipperke sehr ähnlicher Hund – bereits in einer mittelalterlichen Chronik aus dem 15. Jahrhundert.

Nach ihrem Einsatz als Schäferhund fanden diese Hunde eine neue Heimat an Bord der Fluss- und Kanalschiffe in Flandern und Brabant (Belgien und Niederlande). Schon an Land galten sie als tüchtige Kaninchen- und Maulwurfsjäger. An Bord nahmen sie sich der Ratten an – und warnten die Schiffer lautstark vor Eindringlingen.

Der Name des Schipperke wird mit beiden dieser Tätigkeiten in Verbindung gebracht: scheper bedeutet Schäfer und scheperkekleiner Schäfer (-hund)“. Eine romantischer aber vermutlich falsche Herleitung geht über schipers als Bootsmann. Ein belgischer Kapitän (manchmal wird der Name Renssen genannt) soll die größere belgischen Schäferhunde angeblich kleiner gezüchtet haben – im 19. Jahrhundert. Dies passt jedoch nicht mit anderen Erwähnungen des Hundes zusammen. Korrekt ausgesprochen wird der Schipperke übrigens mit scharfem S gefolgt von einem ch-Laut wie in Dach – viel Spaß beim Ausprobieren!

Große Beliebtheit beim belgischen Volk genoss der Schipperke seit dem 17. Jahrhundert. Im Rest Europas wurde er bekannt, als Königin Marie Henriette von Belgien 1885 einen Hund dieser Rasse erwarb. Sein Rassestandard (damals als „kurzhaariger Terrier“) wurde 1888 festgelegt. Um 1900 soll er sogar der verbreitetste Hund in Belgien gewesen sein. Nach dem Krieg nahm seine Zucht jedoch stark ab.

Pflege

Die Pflege des Schipperke ist recht unproblematisch. Die Fellpflege ist ohne Schwierigkeiten oder größere Anstrengung zu bewerkstelligen und auch sonst ist wenig zu beachten. Ist er einmal zu verdreckt, darfst du ihn auch baden – aber nur mit Wasser!

Vor allem braucht der Schipperke neben hinreichendem Auslauf Aufmerksamkeit. Kleintiere wie Hasen, Mäuse oder Ratten solltest du lieber nicht mit ihm zusammenhalten.

Gesundheit

Mit Krankheiten hat der Schipperke kaum zu kämpfen. Er ist ein Hund, der traditionell vom einfachen Volk gehalten wurde. Eine sehr robuste Gesundheit ist daher kaum verwunderlich: Den Arbeitern ging es nicht um das Aussehen, sondern um die Verlässlichkeit des Hundes. Im Durchschnitt werden Schipperkes 15 Jahre alt, aber es gibt auch Berichte von 20 Jahre alten Hunden dieser Rasse.

Links

Geschichte der Schipperkes (Englisch): http://www.shalako.com/belgium.htm

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