Komondor: Zotteliger König der Hirtenhunde

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Ein Komondor liegt im Garten - siehr er durch das dicke Zottelfell überhaupt etwas?

In seiner Heimat, Ungarn, gilt der Komondor als König der Hirtenhunde. Gegenüber anderen Schäferhunden ist er eher unkooperativ, denn er ist es gewohnt, eigenständig zu unterscheiden. Das lange, zottelige Fell ist dabei kein Modeschnickschnack, sondern erfüllt eine sinnvolle Funktion.

Komondor

Herkunft: Ungarn
Gewicht: 40-60 kg
Größe (Widerrist): 64-76 cm
Lebenserwartung: 9-15 Jahre

Aktivitätsbedarf: ++---
Futterbedarf: ++++-
Fellpflege: ++---
Stadteignung: ++---

Krankheitsgefährdung: Hüftdysplasie, Magendrehung
Verwendung: Herdenschutzhund
Geeigneter Sport: ?

FCI: Nr. 53 (Gr. 1, Skt. 1)

Das Wesen des Komondor

Den ungarischen Komondor nennen die Magyaren auch König der Hirtenhunde. Damit ist seine Aufgabe bereits klar: Seit Jahrhunderten beschützt der Komondor die Herden in den Weiten der Puszta. Dabei ist er oft allein, so dass der Selbstständigkeit ein hoher Wert beigemessen wurde. Ohne Anweisung oder Anleitung eines Menschen wehrt der Komondor Angriffe von Wölfen und Raubkatzen ab. Daher ist dieser Hund in der Regel sehr selbstbewusst und selbstständig.

Seinem Herrn ist er innig verbunden, Fremden gegenüber jedoch eher zurückhaltend und misstrauisch. Auch ist der Komondor kein „Befehlsempfänger“. Bist du die direkte Kooperation eines Deutschen Schäferhundes gewohnt und wünscht dir diese, wirst du mit einem Komondor nicht glücklich: Das eigenständige Handeln sitzt sehr tief in diesen Hunden, ein absolutes Muss für ihre klassische Verwendung.

Der Komondor ist intelligent und lernfähig, aber auch hier zeigt sich seine Eigenständigkeit: Er findet nur an Aufgaben Spaß, die er für sinnvoll hält.

Tagsüber sind Komondore eher ruhig; sie bevorzugen die Nacht, in der sie umherstreifen und allein durch ihre Präsenz Angreifer abschrecken. Komondore wirken ernst und souverän. Sie schließen sich eng an ihre Familie an, ohne sich anzubiedern.

Der Komondor in der Stadt

Für ein Leben in der Stadt ist der beeindruckende Komondor nur bedingt geeignet. Diese Hunderasse benötigt für ein ausgeglichenes Wesen ein großes Grundstück. Dieses betrachtet er als eigenes Revier.

Für die Haltung im Zwinger oder an der Kette ist der Komondor nicht geeignet. Solche Haltungsbedingungen führen unweigerlich zu negativen Wesenveränderungen. Der Komondor braucht selbstbewusste, gelassene Menschen, die ihm viel Nähe und Anschluss geben. Gleichzeitig müssen sie ihm aber auch Freiheit und Selbstständigkeit bieten.

Der Komondor liebt lange Spaziergänge. Für einen Hund dieser imposanten Größe ist das Bewegungsbedürfnis insgesamt eher gering, aber er braucht eine feste Aufgabe, die er eigenständig erfüllt. Vorteil: Der Komondor ist insgesamt sehr ruhig und stört höchstens Nachbarn und Fremde, die „sein“ Grundstück betreten.

Das Aussehen des Komondors

Optisch wirkt der Komondor einzigartig: Das zottelhaarige Fell erinnert an Dreadlocks; nur eine andere Hunderasse, der nur etwa halb so große Puli, hat ein ähnliches Fell.

Komondor-Rüden sind mindestens 70 cm hoch, Hündinnen etwa 5-8 cm kleiner. Siehst du einen Komondor, wirst du ihn wahrscheinlich größer schätzen, denn das in langen Zotten verfilzte Fell lässt ihn noch größer und breiter erscheinen. Alle Komondore haben die Farbe von Elfenbein – andere Abzeichen und Farben kommen nicht vor.

Der majestätische Hund bewegt sich sehr raumgreifend fort, wirkt dabei jedoch nicht behäbig, sondern leicht. Das verfilzte Fell des Komondors halten viele Westeuropäer für mangelnde Pflege und Quälerei. Das ist jedoch nicht der Fall, denn die langen Zotten (oder Zotteln) haben einen praktischen Zweck: Sie sind eine mobile Klimakammer. Von starkem Frost bis zu tropischen Temperaturen ist der Komondor dank seiner einzigartigen Fellstruktur bestens gerüstet. Dieses Fell wurde nicht gezüchtet, sondern ist eine natürliche Entwicklung durch die extremen Klimata Asiens. Zusätzlich bieten Filzstränge Schutz vor Verletzungen.

Die Herkunft des Komondor

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Der genaue Ursprung des Komondors ist unbekannt. Als sicher gilt, dass es eine sehr alte Hunderasse ist. Denn schon in der biblischen Stadt Ur fanden Forscher Tontafeln mit großen, zotthaarigen Hunden. Diese werden bereits von den Sumerern in Mesopotamien als Ku-Mund-Ur bezeichnet und dienen dem Schutz von Rinderherden. Die enge Verwandtschaft zur Tibetdogge gilt als gesichert.

Über Tausende Jahre dienten Komondore als Herdenschutzhunde in Ungarn, in Asien und in der Türkei. Bis in die Neuzeit blieb der Komondor in Ungarn erhalten. Dort liegt der Ursprung des modernen Typs, den wir heute kennen. Erstmals als Ungarischer Hirtenhund bezeichnet wurde er dort Mitte des 16. Jahrhunderts. Noch immer wird er zum Schutz der Herden gegen Raubwild und Diebe eingesetzt. Durch seine helle Farbe lässt er sich auch bei Dunkelheit gut erkennen und von Eindringlingen unterscheiden. Seine gute Sichtbarkeit hielt auch schon manches Raubtier ab, ohne dass es zu einer direkten Konfrontation kam.

Die Pflege des Komondors

Einen Komondor richtig zu pflegen ist zwar ungewohnt aber nicht sehr aufwendig.

Eine Bürste hat am Fell des Komondors nicht verloren! Bereits beim Welpen lässt sich die Anlage der Zotten erkennen. Besitzer dieses Hundes gewöhnen es sich schnell an, beim Streicheln auch die Zotten mit der Hand zu trennen. So vermeiden sie, dass sich Filzplatten an der Haut bilden.

Zum Reinigen genügt es vollkommen, den Komondor (am besten nach einem Regenschauer) mit dem Handtuch abzureiben. Dank des natürlichen Hautfetts dringen Schmutz und Nässe nicht in die Zotten ein. Deshalb darfst du den Komondor auch niemals mit Shampoo baden. Sonst verliert das Fell seine natürliche Imprägnierung und Feuchtigkeit zieht in die Zotten ein. Der Hund trocknet dann kaum noch und riecht sehr.

Nach dem Füttern solltest du den Fang deines Hundes gründlich abreiben – nicht der Gesundheit willen, sondern um Verfärbungen des Fells vorzubeugen.

Damit ist der tägliche Pflegeaufwand beim Komondor äußerst gering. In regelmäßigen Abständen musst du Ohren, Augen und Pfoten kontrollieren und störende Verfilzungen entfernen. Auch am After und an den Geschlechtsteilen bietet sich eine Fellentfernung an, so dass keine Reste von Kot und Urin zurückbleiben.

Der Komondor ist robust und wenig anfällig. Aufgrund seiner Größe ist er jedoch anfällig für Hüftgelenksdysplasie (HD).

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