Kars-Hund: Der unabhängige Riese

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Kars-Hund mit Herde

Die FCI erkennt den Kars-Hund nicht als eigenständige Rasse an. Für sie ist er nur ein Schlag (Zuchtlinie) des Anatolischen Hirtenhundes. Zweifelsfrei gilt: Er ist ein Herdenschutzhund, der für das Stadtleben nicht geeignet ist und eine Aufgabe mit großem Territorium benötigt.

Kars-Hund

Anatolischer Hirtenhund

Herkunft: Türkei
Gewicht: 40-80 kg
Größe (Widerrist): 70-85 cm
Lebenserwartung: 13-15 Jahre

Aktivitätsbedarf: ++++-
Futterbedarf: +++++
Fellpflege: +----
Stadteignung: -----

Krankheitsgefährdung: Hüftdysplasie, Epilepsie, Augenprobleme
Verwendung: Herdenschutzhund, Wachhund
Geeigneter Sport: keiner – braucht feste Aufgabe

FCI: Nr. 331 (Gr. 2, Skt. 2.2)

Wesen

Der Kars-Hund hat ein ausgeglichenes Wesen, zeichnet sich dabei aber durch seine Wachsamkeit aus. Normalerweise ist er ruhig, aber allzeit zu blitzschnellen Reaktionen bereit. Dies, wie auch das generelle Misstrauen gegenüber fremden Personen, ist das Erbe seiner Verwendung als Herdenschutzhund und Wachhund. Der Kars bindet sich stark an eine einzelne Person, seltener an eine ganze Familie und wahrt gegenüber Fremden Distanz und ist tendenziell unfreundlich. Ein gesundes Misstrauen war für seine Aufgabe eine Notwendigkeit, kann heute aber problematisch werden.

Kars-Hunde haben einen starken Revierinstinkt und brauchen ein relativ großes Territorium. In ihrer Heimat behüteten sie alle Herdentiere und legten dabei weiter Strecken zurück. Witterungsunabhängig lebten sie unter freiem Himmel. Schleichen sich Herdenfeinde wie Wölfe oder Bären in die Nähe ihrer Herden, greifen Kars-Hunde auch selbst an. Der Hund kann viele Tage ohne Nahrung auskommen: Der Schutz seiner Herde ist ihm wichtiger als ein voller Magen. Solange er da ist, kommt kein Tier oder Mensch ihnen nah. Ohne ein Objekt, das der Kars beschützen soll, kann natürlich genau dies zu einem Problem werden.

Erziehung

Zum Schutz seiner Herde arbeitet der Kars-Hund dominant und eigenständig – eine absolute Notwendigkeit. Mit ihr geht jedoch ein gewisser Eigensinn einher. Daher benötigt der Kars-Hund eine konsequente Erziehung, die du möglichst früh beginnen solltest. Idealerweise überträgst du ihm gleich eine passende Aufgabe. Der Kars-Hund ist sehr territorial und braucht Platz und Distanz. Eine Erziehung zum absoluten Gehorsam ist schwierig bis unmöglich.

Sport

Für Hundesport ist der Kars-Hund nur sehr bedingt geeignet. Zwar ist er sehr ausdauernd, aber seine Freiheitsliebe und sein Eigensinn kommen ihm beim Sport oft in die Quere. Mehr als gelegentlichen Hundesport braucht der Kars eine Lebensaufgabe – den Schutz und die Verteidigung von Familie und Herde.

In der Stadt

Die gleichen Gründen, die Sport mit einem Kars schwierig machen, machen ihn für die Stadtwohnung ungeeignet. Auch ein Haus genügt nicht, selbst wenn ein Garten vorhanden ist und du viel Zeit mit deinem Hund verbringen kannst. Ein Kars-Hund braucht eine dauerhafte Aufgabe im Schutz-Bereich. Er ist ein Herdenschutzhund durch und durch. Allenfalls kannst du ihn noch artgerecht halten, wenn er dauerhaft ein großes(!) Betriebsgelände beschützen darf – achte aber auf eine Umzäunung.

Aussehen

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Kars-Hunde haben meist ein kurzes und glänzendes eng anliegendes Deckhaar. Besonders bei Rüden tritt ein Fellkragen auf. Da die Arbeitsfähigkeit das wichtigste Kriterium für die Rasse ist, können alle Farbgebungen auftreten. Vorgezogen werden jedoch gelbe Hunde mit schwarzen Ohren, schwarzer Maske und Lid-Strich.

Die Rüden werden im Mittel etwa 85 cm groß und etwa 44-64 Kg schwer. Das lässt den Kars bereits auf den ersten Blick sehr wehrhaft und imposant erscheinen. Dies gilt besonders bei den Exemplaren, die vom Mittel deutlich nach oben abweichen: 90 cm große Kars-Hunde mit einem Gewicht von 80 Kg sind nicht selten.

Der Kopf ist breit, das Fell ist sehr dicht, mehrschichtig und wetterfest. Die Haarlänge variiert saisonal stark zwischen etwa 2 und 7 cm; an Hals und Schulter ist es grundsätzlich dicker. Die Muskulatur des kräftigen Körpers ist stark ausgebildet und verleiht dem Kars-Hund eine enorme Ausdauer. Bewegung und Lauf über längere Zeit fallen ihm leicht und er wirkt dabei gleichmäßig harmonisch. Kopf und Hals trägt er dabei aufrecht über seinem geraden Rücken und ähnelt dabei einem pirschenden Jäger.

Die FCI hat keinen eigenen Rassestandard für den Kars-Hund und führt ihn als einen Schlag des Anatolischen Hirtenhundes.

Herkunft

Der Kars-Hund kommt ursprünglich aus der nordöstlichen Türkei, aus Nordanatolien. Von der dortigen Grenzregion Kars hat er auch seinen Namen. Die Geschichte des Kars-Hundes reicht mindestens sechshundert Jahre zurück, jedoch wurden keine Zucht im heutigen Sinne betrieben, weswegen seine genaue Geschichte im Dunkeln liegt. Klar ist dabei nur, dass die Vorfahren der heutigen Hunde aus dem Grenzgebiet zwischen der Türkei, Georgien und Syrien stammen.

Erst 1996 beschrieb David Nelson die Rasse, die in der Folge von der in Kars ansässigen Universität genauer untersucht wurde. In der Türkei gilt der Kars-Hund als eigenständige Rasse.

Pflege

Trotz seines langen Fells hält sich die Pflege des Kars-Hundes in Grenzen. Regelmäßig solltest du ihn bürsten. Gerade während des Fellwechsels verliert er sehr viele Haare.

Anschaffung

Ein Teil der unter Anatolischen Hirtenhunden zusammengefassten Hunde gilt als Listenhund. Betroffen ist jedoch nur die Rasse bzw. der Schlag Kangal. In der Schweiz unterliegt auch der Kars-Hund der Bewilligungspflicht, da die Behörden eine grundsätzliche Gefährlichkeit annehmen.

Gesundheit

Der Kars-Hund ist insgesamt eine sehr natürliche und gesunde Rasse. Größenbedingt treten die typischen Hundeerkrankungen Hüftdysplasie und Magendrehung auf. Epilepsie und verschiedene Augenleiden wurden etwas häufiger beobachtet.

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