Akbash: Beschützer mit eigenem Kopf

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Ein Akbash blickt seitlich in die Kamera. (Schlag eines Anatolischen Schäferhunds)

Groß, dynamisch, intelligent und treu. Diese Eigenschaften machen den Akbash sehr beliebt, doch du brauchst viel Erfahrung, um die Erziehung dieses unabhängigen Hundes zu bewältigen.

Akbash

Anatolischer Hirtenhund

Herkunft: Türkei
Gewicht: 35-60 kg
Größe (Widerrist): 68-82 cm
Lebenserwartung: 8-11Jahre

Aktivitätsbedarf: +++--
Futterbedarf: ++++-
Fellpflege: +----
Stadteignung: -----

Kleine Frage zwischendurch: Hand aufs Herz: Wie gut beherrscht dein Hund die Grundkommandos? “Vergisst” er aus heiterem Himmel, wie “Sitz” oder “Platz” funktioniert, obwohl du es ihm beigebracht hast? Du willst, dass dein Hund immer versteht, was du von ihm möchtest? Dann schaue dir doch mal unsere kostenlose Videoserie “Gelernt ist gelernt” an. Jetzt starten

Krankheitsgefährdung: sehr gering, keine spezifischen
Verwendung: Herdenschutzhund
Geeigneter Sport: Feste Aufgabe statt Sport!

FCI: Nr. 3 (Gr. 3.1, Skt. 2.2) [Sammelbezeichnung]
Besonderheit: Listenhund – Einschränkung in einigen Bundesländern

Das Wesen des Akbash

Der Akbash gilt als ein gut geeigneter Beschützer und Bewacher. Das liegt daran, dass seine Rasse als Herdenschutzhund gezüchtet wurde. Dabei wurde besonders viel Wert auf die Verteidigung seines Rudels gelegt. Dies erklärt auch, weshalb er inmitten seiner Familie treu, liebevoll und aufgeschlossen ist und sich gegenüber Fremden eher misstrauisch und vorsichtig zeigt.

Der Akbash ist für seinen unabhängigen Charakter bekannt. Er agiert gerne selbstständig und die Bindung zum Menschen ist gering und die Rasse sehr ursprünglich. Es empfiehlt sich daher, früh mit der Sozialisierung und Ausbildung des Hundes zu beginnen. So lernt er, Befehle zu befolgen. Bedenke schon vor der Anschaffung: Ein Akbash benötigt eine Aufgabe; ohne diese fühlt er sich nicht ausgeglichen und entwickelt wahrscheinlich negative Verhaltensweisen!

Gegenüber anderen Hunden gibt sich der Akbash wachsam. Wenn sie das eigene Revier kreuzen, reagiert er gegebenenfalls aggressiv – ein Erbe der Arbeit im Herdenschutz. Daher solltest du deinen Akbash schon als Welpen an den Umgang mit anderen Hunden und mit Besuchern gewöhnen.

Seinen Platz innerhalb der Familie musst du ihm konsequent und konstant verdeutlichen. Der Akbash fühlt sich zuständig für den Schutz seines Rudels und deiner Familie. Das geht aus seiner Sicht am besten, wenn er oben steht und das sinnvolle Verhalten vorgibt – genau hier liegt das Problem. Investierst du jedoch ausreichend Fleiß in das Training, findest du im Akbash einen treuen Freund. Der Akbash ist ein Hund für absolute Experten!

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Der Akbash in der Stadt

Der Akbash ist als Stadthund eher ungeeignet. Er benötigt viel Auslauf und fühlt sich in ländlichen Gegenden am wohlsten, wo er sich artgerecht entfalten kann.

Zwar ist es durchaus möglich ihn in einer Wohnung zu halten, doch reagiert er darauf mit Inaktivität. Ein ruhiger Hund klingt zunächst nach einer guten Idee. Doch fehlt es ihm an Beschäftigung und Aufgaben, kommt es zu problematischen Verhaltensweisen. Um einem Akbash diese Auslastung zu bieten, brauchst du einen großen Garten mit hohem Zaun.

Letztendlich gehört er zu den Anatolischen Hirtenhunden und ist auf dem Land, bei seiner traditionellen Aufgabe, am besten aufgehoben. Der Akbash ist eindeutig ein Arbeitshund, kein Familienhund.

Das Aussehen des Akbash

In der Regel wird der Akbash 68-82 cm groß und wiegt 35-60 kg. Damit ist er etwas leichter als Kangal und Karabash, seine nächsten türkischen Verwandten. Der Akbash hat kurzes bis mittellanges, weißes Fell, das sich immer aus Deckhaar und Unterwolle zusammensetzt. Akbash bedeutet auf Türkisch übrigens Weißkopf, was definitiv stimmt.

Seine kräftige, hochbeinige, athletische und elegante Gestalt fasziniert viele Hundehalter sofort. Die mittelgroßen Augen sind mandelförmig, stehen weit voneinander und reichen in der Farbe von goldbraun bis dunkelbraun. Der Hals des Akbash ist muskulös. Seine hängenden Ohren liegen direkt am keilförmigen Schädel an. Die Rute wird nicht kupiert und ist vergleichsweise lang.

Aufgrund seines Körperbaus vermuten Forscher, dass gelegentlich Wildhunde eingekreuzt wurden. Das passt auch gut zu der sehr eigenständigen Lebensweise des Akbash in seiner Heimat.

Herkunft des Akbash

Der Akbash ist nach der Einordnung der FCI einer von vier Schlägen des Anatolischen Hirtenhundes. Über die Entstehung der Rasse sind sich die Experten nach wie vor nicht einig. Eine der glaubwürdigsten Thesen stammt von Dr. Emil Hauk:

Er vertritt die Meinung, dass der Akbash aus Kleinasien stammt. Diese Annahme begründet Hauk mit Hilfe eines hethitischen Flachreliefs, welches Archäologen bei einer Ausgrabung in Malatya (einer osttürkischen Provinz) entdeckten. Dieses Relief zeigt Jagdhunde von großer und doggenartiger Gestalt. Hauk ist der Ansicht, dass der anatolische Hirtenhund, und damit auch der Akbash, von diesen mesopotamischen Jagdhunden abstammt.

Als Ursprungsort gilt somit das westliche Gebiet der Türkei. Dort genießt die Rasse auch heute noch eine hohe Anerkennung – ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Hunden. In der Türkei nutzt man den Akbash oft zum Schutz von Schafen. Dabei sind die Hunde meistens allein und handeln ohne die Anweisung ihrer Menschen. Weil diese Aufgabe überaus wichtig ist, wurde er sogar zum Nationalhund ernannt.

Durch das Leben im Freien ist die Rasse gegen das Wetter in allen Jahreszeiten abgehärtet. Eine schlechte tierärztliche Versorgung hat in der Vergangenheit zusätzlich dazu geführt, dass nur die gesündesten Hunde überleben und sich fortpflanzen.

Im Jahr 1978 wurde die Rasse erstmalig nach Amerika gebracht und gelangte von dort nach Kanada. In Deutschland ist der Akbash eher eine Seltenheit, nicht zuletzt, weil er kaum in die deutsche Landwirtschaft ohne nennenswerte Raubtiere passt.

Pflege des Akbash

Hinsichtlich der Ernährung ist weniger mehr: Ein hochwertiges Trockenfutter mit geringem Anteil von Proteinen ist für die tägliche Ernährung des Akbash absolut ausreichend.

Die Fellpflege ist unkompliziert: Nach dem Trocknen fällt der meiste Schmutz ab. Je nach Jahreszeit verliert der Akbash jedoch recht viele Haare. Er hat keinen typischen Hundegeruch, denn eine ölige Substanz in seinem Fell bindet sowohl Schmutz als auch Geruch. Der Akbash ist es gewohnt, bei jedem Wetter draußen zu sein und geht auch im Regen gern spazieren. Er ist insgesamt anspruchslos und kommt allein zurecht, braucht dabei jedoch eine Aufgabe: Akbash sind Arbeitshunde!

Rassetypische und zivilisationsbedingte Krankheiten sind Epilepsie, Erkrankungen der Augen und Magendrehungen sowie Hüftdysplasie. Doch treten all diese Krankheiten verhältnismäßig selten auf. Das liegt an der größtenteils natürlichen Auslese: Der arbeitende Akbash ist viel draußen bei den Herden. Kranke und schwache Hunde sterben und pflanzen sich nicht fort – die Versorgung mit Tierärzten ist in seiner Heimat noch gering. Dies führt dazu, dass der Akbash sehr robust und Krankheiten gegenüber unanfällig ist: ein typischer Hund, der für eine Aufgabe gezüchtet wurde und nicht für sein Aussehen.

Wird der Akbash für eine Behandlung betäubt, muss er eine geringere Dosierung erhalten, als sein Gewicht vermuten lässt: Sein Stoffwechsel ist langsam. Weise einen Tierarzt zur Sicherheit darauf hin und lasse dich in diesem Fall unbedingt beraten!

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2 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrter Autor.
    Mich würde interessieren, wie sie darauf kommen, dass für diese Hunde (Akbas) eine proteinearme Ernährung angezeigt ist? Inwiefern unterscheidet sich denn der Akbas von anderen Hunden, in der Proteinverdauung bzw. -Verwertung? Oder fußt diese Annahme auf der Tatsache, dass in den Herkunftsgebieten dieser Hunde nicht immer genug Fleisch für sie abfällt und die Futtermenge mit Getreidearten etc. gestreckt wird?

    Grüße, Katrin.

    • Hallo Kathrin,
      ich hatte bis vor kurzem auch einen HSH, einen Pyrenäenberghund, nur minim kleiner und in etwa gleich schwer wie der Akbash. Für viele HSH gilt/nimmt man an, dass sie gute Futterverwerter sind, was ich hier bestätigen kann. Die Möglichkeit oder die Gefahr, dass man sie überfüttert, ist durchaus real. Schon im Welpenalter haben wir mit der Züchterin und unserem Tierarzt sehr genau auf den Zeitpunkt geachtet, vom eiweißreichen Welpenfutter auf das normale Futter zu wechseln. Auch um das Wachstum nicht über den Rassestandard hinaus gehen zu lassen. Anfangs/Mitte des 2. Lebensjahres bis in das 3. Lebensjahr hinein haben wir das Futter dann sorgfältig eingestellt, mit sehr guten Ergebnissen. Im Gegensatz zu unserem Berner Senn, der deutlich mehr brauchte und vertrug, kam er mit ca. 500 g hochwertigem Trockenfutter/Tag aus, einen geringen Anteil an Hundeleckerli für Übungen oder unterwegs nicht mitgerechnet. Der Eiweißanteil lag bei 20 – 22 %, also noch kein Lightfutter. Im Vergleich dazu bekam der Berner Senn Futter mit 24 – 28 % Eiweiß. Die Genügsamkeit beim Futter liegt vererbungsbedingt sicher in der Herkunft und der Verwendung der HSH. Auf den tagelangen Wanderungen mit den Hirten oder der Wache ohne Menschen auf den Bergwiesen und Alpen war das Futter sicher nicht so regelmäßig und reichhaltig wie an anderer Stelle und Verwendung anderer Rassen. Dadurch hat sich sicher auch die Genügsamkeit beim Futter herausgebildet.
      Ich kann die Inhalte bezüglich des Futters aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

      Beste Grüsse
      Armin

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