Pekingese: Kleiner Wirbelwind aus dem Kaiserreich

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Pekingese steht auf Wiese, seitlich

Der Pekingese ist auch als Pekinese oder als Peking-Palasthund bekannt. Palasthund deshalb, weil der Pekingese früher ausschließlich dem chinesischen Kaiserhaus vorbehalten war. Das ist jedoch einige Zeit her. Heute ist dieser quirlige Wirbelwind der ein Freund von Menschen in aller Welt.

Pekingese

Herkunft: China (Großbritannien)
Gewicht: 4,5-5,5 kg
Größe (Widerrist): 15-23 cm
Lebenserwartung: 12-15 Jahre

Aktivitätsbedarf: ++---
Futterbedarf: +++--
Fellpflege: +++++
Stadteignung: +----

Krankheitsgefährdung: Kurzatmigkeit, Asthma, Augenprobleme, Progressive Retina-Atrophie
Verwendung: Familienhund, Begleithund
Geeigneter Sport: Sport? Ich?!?

FCI: Nr. 207 (Gr. 9, Skt. 8)

Wesen

Der Pekingese ist in für seine Intelligenz sowie für sein Selbstbewusstsein bekannt. In dieser Kombination kann es leicht zu Eifersucht kommen: Pekingesen haben gerne die volle Aufmerksamkeit ihrer Menschen und fordern diese auch ein. Dabei binden sie sich tendenziell eher an einen einzelnen Menschen als an eine Familie.

Der Pekingese ist mutig und aufgeweckt, aber seine regelmäßigen Schmuse-Einheiten möchte er nicht verpassen. Hat er einmal Vertrauen gefasst, ist er sehr anhänglich. Aber diese Liebe verschenkt er nicht leichtfertig.

Trotz seiner Größe ist der Pekingese auch ein guter Wachhund, nicht zuletzt durch seine Aufgewecktheit. Besonders angenehm in städtischem Gebiet: Er meldet Fremde zwar, seine Lautstärke ist jedoch eher gering. Einige Pekingesen bellen jedoch recht oft.

Erziehung

In Sachen Erziehung des Pekingesen gilt eine oberste Regel: Konsequenz!

Willst du ihm Kommandos beibringen, solltest du ohne Abstriche auf das Ziel hinarbeiten und keine Ausnahmen zulassen. Intelligenz und Selbstbewusstsein des Pekingesen können sich sonst negativ als Sturheit und Ignoranz bemerkbar machen. Vermittle deinem Hund daher klar, dass du in diesen Dingen das Sagen hast und arbeite mit Belohnungen. Unterlässt du dies, schwingt sich dein Pekingese schnell selbst zum Entscheider auf. Gleichzeitig ist das intelligente Wesen des Hundes aber auch ein Vorteil: Hat er die Kommandos erst einmal verinnerlicht, ist er ein treuer, folgsamer Freund.Hunderasse-Pekinese

Viele Pekingesen kommen zwar mit anderen Pekingesen gut klar, haben aber mit anderen Rassen und Tieren ihre Schwierigkeiten. Eine frühe Sozialisation kann dem vorbeugen und nahezu jedes andere Tier zu seinem besten Freund in alle Ewigkeit machen. Das gilt auch für Kinder.

Insgesamt ist der Pekingese kein Hund für Anfänger, denn er kann einige Schwierigkeiten verursachen und will sein gesamtes Leben lang Aufmerksamkeit.

Sport

Der Pekingese ist eher ruhig als lebhaft. Zwar braucht er seine Bewegung, aber diese ist im niedrigen Bereich. Wie schon im Kaiserpalast sind Pekingesen auch heute noch reine Luxushunde, die selbst nicht arbeiten. Statt einem großen Bedürfnis nach Sport haben sie ein umso größeres Bedürfnis nach Gesellschaft – nicht jedoch nach permanenter aktiver Beschäftigung.

In der Stadt

Die geringe Körpergröße des Pekingesen ist eine gute Voraussetzung für die Haltung in einer Stadtwohnung. Allerdings braucht auch ein kleiner Hund ausreichend Bewegung und Platz. Idealerweise sind in der Nähe ausreichend Grünanlagen und Laufflächen.

Pekingesen benötigen relativ viel Aufmerksamkeit vom Menschen. Über längere Zeit oder Strecken sollten sie nicht allein gelassen werden, sonst gehen sie von sich aus auf Erkundungstour. Ganztags Berufstätige sollten prüfen, ob sie ihren Hund eventuell mit zur Arbeit nehmen können. Ist dies nicht möglich, sollten sie lieber eine andere Rasse in Erwägung ziehen.

Aussehen

Das auffälligste Merkmal des Pekingesen ist sein dichtes, langes Fell. Die Rasse hat einen kompakten aber ausgewogenen Körperbau, ist mit bis zu 5,5 kg aber kein Schwergewicht.

Auffällig ist zudem der verhältnismäßig große Kopf mit dem eher flachen Schädelprofil. Die Augen stehen hervor, die Schnauze ist kurz. Die herzförmigen Ohren sind auf mittlerer Schädelhöhe und hängen in der Regel herab – ihre hoch angesetzte Rute biegen Pekingesen seitlich ein.

Streichelst du einen Pekingesen, fühlt sich das dichte Deckhaar zunächst relativ hart an. Wuschelst du ihn jedoch bis zur Unterwolle durch, so stellst du fest, dass diese flauschig weich ist.

Pekingesen treten in nahezu allen Farben und Pigmentierungen auf; typisch sind dreifarbige Hunde.

Herkunft

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Der Pekingese kommt aus dem Kaiserreich China. Wie der Lhasa-Apso bezeichnete man ihn als Löwenhund: Der Legende nach soll er entstanden sein, als ein Löwe sich in einen Krallenaffen verliebte. Der Buddha erfüllte ihm den Wunsch, kleiner zu werden, aber seine Mähne und sein Temperament zu behalten. Ihre Nachkommen waren die Pekingesen.

Seine Hochzeit hatte der Palasthund vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert in der Qing-Dynastie. Noch heute zeugen viele kleine Plastiken sowie Figuren aus Jade und Porzellan von der Beliebtheit der Hunde. Die sorgfältig gezüchteten und bisweilen geradezu verehrten Hunde wegzugeben war nahezu undenkbar – und schon gar nicht einem der ungeliebten Europäer!

Dies änderte sich nicht – die ersten europäischen Pekingesen waren Kriegsbeute: Im Zweiten Opiumkrieg (1860) eroberte Großbritannien Peking und erbeutete fünf Pekingesen, die sie mit nach Europa brachten. Diese fünf Exemplare bilden den Grundstock der europäischen Bevölkerung. Ab den 1890ern wurden auch weitere Hunde aus China geschmuggelt. Dies blieb jedoch selten.

Pflege

Durch das extrem lange und vor allem dichte und dicke Fell des Pekingesen gestaltet sich die richtige Pflege als zeitintensiv und notwendig. Bürste deinen Hund täglich. Es ist unumgänglich, sich das nötige Equipment zur Pflege zuzulegen. Die absolute Notwendigkeit der Pflege spiegelt sich auch in der FCI-Anweisung für Showhunde: Zu viel Haar (die Mähne „nicht weiter als bis zur Schulter“) führt zu konsequentem Punktabzug.

Als Alternative zur Frisur kannst du deinen Pekingesen regelmäßig scheren lassen. Dies birgt allerdings die Gefahr, das Fell zu kurz zu trimmen. Pekingesen frieren sehr schnell.

Gesundheit

Einige gesundheitliche Probleme des Pekingesen ergeben sich durch sein Äußeres. Die kurze Nase kann zu Atemnot führen; die großen, vorstehenden Augen sind sehr empfindlich. Über die Schnauze sind oft auch die Atemwege betroffen: Viele Pekingesen leiden unter Asthma. Ohne entsprechende Fellpflege kommt es leicht zu Verfilzungen in der weichen Unterwolle. Die Hautfalte im Gesicht kann leicht scheuern, was wiederum Entzündungen verursachen kann. Um dies zu vermeiden, solltest du sie regelmäßig reinigen und trocknen.

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