Traditionelle chinesische Medizin: Das Qi des Hundes

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Traditionelle Chinesische Medizin: Eine Schrifttafel, Akupunkturnadeln und medizinische Kräuter.

Die meisten von uns kennen die traditionelle chinesische Medizin (kurz TCM) als Akupunktur-Behandlung für Menschen. Schon vor über 2000 Jahren haben chinesische Heiler diese Methode bei einer Vielzahl von Krankheiten angewendet. Doch TCM besteht nicht nur aus dem Setzen von dünnen Nadeln, sondern bietet eine große Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten. Von diesen können sogar Hunde (auch mit Akupunktur!) profitieren. Ebenso wie beim Menschen können auch Tiere erfolgreich alternativmedizinisch behandelt werden.

Was ist das Qi des Hundes?

Die Traditionelle chinesische Medizin beruht auf der Vorstellung, dass durch den Körper eines Hundes (wie beim Menschen und bei allen Tieren) Lebensenergie fließt, Qi genannt. Sie strömtüber Meridiane, eine Art von Kanälen.

Der Hund besitzt zwölf Hauptmeridiane, die jeweils an einem Organ andocken. Das Qi besteht aus fünf unterschiedlichen Arten von Energien. Bei gesunden Tieren sind diese in einem harmonischem Gleichgewicht, welches chinesische Mediziner als Yin und Yang bezeichnen. Ist der Hund krank, könnte es an einem Ungleichgewicht des Qi liegen.

Wie untersucht ein TCM-Experte Tiere?

Nehmen wir ein Beispiel: Wenn ein Hund kaum noch frisst, unruhig wirkt und plötzlich aggressives Verhalten zeigt, könnte eine Störung der funktionellen Energie zugrunde liegen. Diese ist für alle physischen Prozesse im Körper zuständig.

Ein TCM-Fachmann würde bei der Untersuchung unter anderem die Farbe der Zunge, die Stärke des Pulses, die Atmung und den Geruch des Atems überprüfen. Eine mögliche Diagnose ist, dass die Leber des Hundes nicht richtig arbeitet und dadurch ein Energie-Ungleichgewicht entsteht.

Wer nach der Diagnose noch Zweifel hat, kann sie von einem Tierarzt überprüfen lassen: Mithilfe einer Blutprobe ermittelt dieser die Leberwerte.

Eine große Rolle spielt dabei die Fünf-Elemente-Lehre. Mit den Ähnlichkeiten zwischen Natur und Körperfunktionen entwickelten die Ärzte im Alten China folgende Zuordnungen:

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Holz – Sehen

Feuer – Sprechen

Erde – Schmecken

Metall – Riechen

Wasser – Hören

Mit entsprechenden Mittelnging es darum, Mangelerscheinungen des Körpers aufzufüllen und Überflüsse abzuleiten.

Wie heilt TCM?

Liegt eine Störung des Organs vor, forscht die traditionelle chinesische Medizin zunächst nach den Ursachen. Umweltgifte (Abgase, Pestizide), emotionaler Stress und zu wenig Bewegung können bei einem Hund Lebererkrankungen auslösen.

Um diese zu behandeln, greifen viele TCM-Experten zu Heilkräutern. Sie gehören zu ihren wichtigsten Hilfsmitteln. In den meisten Fällen mischen die Mediziner unterschiedliche Pflanzen zusammen, denn auch die Phytotherapie (Pflanzliche Medikation) kann bei Hunden gute Erfolge bringen. Bei Problemen mit der Leber wirken folgende Kräuter: Die Mariendistel verringert die Aufnahme von weiteren Umweltgiften; die Artischocke fördert den Wiederaufbau von beschädigten Leberzellen; und die Wurzel der großen Klette stimuliert den Fluss der Gallenflüssigkeit. Ist ein Hund anfällig für Leberstörungen, kannst du diese Kräuter in regelmäßigen Abständen unter das Futter mischen.

Grundsätzlich solltest du beachten, dass die Therapie mit TCM-Kräutern keine kurzfristige Angelegenheit ist. Manchmal verbessert sich der Zustand erst nach mehreren Tagen oder Wochen.

Die Sicht der Schulmedizin

Die Wissenschaft und die evidenzbasierte Medizin bestreiten die Wirksamkeit vieler TCM-Methoden. Insbesondere die Idee der Meridiane konnte nie nachgewiesen werden. Studien fanden besonders häufig im Bereich der Akupunktur statt und werden finanziell sogar von Institutionen wie dem US-Militär unterstützt. Hier gibt es einige Anzeichen, dass Akupunktur bei bestimmten Leiden genau so gut ist wie klassische Methoden, in einigen Bereichen sogar besser.

Die Universität Bern untersuchte vorhandene Studien zur chinesischen Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Das Ergebnis: Es gibt nicht ausreichend Untersuchungen. Außerdem macht eine vorhandene Voreingenommenheit gegenüber der TCM eine objektive Bewertung schwierig. Kritik an chinesischen Heilkräutern kommt auch von der Weltgesundheitsorganisation. In fast der Hälfte der Proben stellte eine Untersuchung 2013 Pestizidrückstände fest, die als gefährlich eingestuft wurden.

Welche TCM-Methoden gibt?

  1. In der Phytotherapie geht es um die Auswahl der korrekten Pflanzen, die mit ihren natürlichen Substanzen eine Heilwirkung zu erzielen.
  2. Bei der Akupunktur werden die Energiekanäle mit Nadeln beeinflusst oder umgelenkt. Das soll das Tier vor allem von akuten Schmerzen befreien, aber auch bestimmte Krankheiten heilen.
  3. Die Akupressur leitet die Energien um, indem der Mediziner markante Qi-Stellen mittels starkem Druck bearbeitet. Das löst Blockaden auf, die den Fluss der Energien behindern, und wird beispielsweise bei Magen-Darm-Problemen angewendet.
  4. Mit Massagen kann der Mediziner die Energiekanäle ebenfalls beeinflussen. Viele nervöse oder ängstliche Hunde reagieren gut auf leichte, kreisende Bewegungen an den Ohren: Hierfür massiert man die Innenseite mit dem Daumen, während die anderen Finger außen ein wenig dagegen halten.
  5. Bei der Ernährungstherapie analysiert ein TCM-Experte, welche Futterbestandteile dem Qi des Hundes schaden. Er sucht Alternativen, die das Gleichgewicht wieder herstellen.
  6. Zur Bewegungstherapie gehören fließende Bewegungen, Atemübungen sowie Konzentration und Meditation. Sie unterstützen die gesunde Verteilung des Qi. Ein Beispiel ist Qigong. (Diese Methode bleibt auf Menschen beschränkt.)

 

Wie man sieht: Es gibt durchaus Alternativen zum Tierarzt. Um die beste TCM-Behandlung für deinen Hund zu erhalten, solltest du dich von einem Experten beraten lassen. Denn auch bei Therapien wie Massagen und Heilkräuterbehandlungen können Fehler passieren.

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