Sonnenbrillen für Hunde: Cool, nützlich oder Blödsinn?

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Coole Bulldogge sitzt mit Sonnenbrille im Auto.
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Vielleicht stößt du jetzt einen stillen Schrei aus: Wer kommt denn überhaupt auf die haarsträubende Idee, einem Hund eine Sonnenbrille aufzusetzen?! Ist das nicht genauso übertriebene Tierliebe wie das Herumtragen eines Hundes in einer Handtasche oder das Fahren desselben in einem Kinderwagen? Schaut in die Natur: Wölfe, Füchse, Katzen – die Reihe ist endlos. Die Reihe der Tiere, die keine Sonnenbrille tragen!

Hunde brauchen keine Brille!

Für Hunde gibt es ein unerschöpfliches Repertoire an Accessoires. Vom einfachen Halsband bis hin zum Designeranzug ist für die lieben Vierbeiner alles zu haben. Auch die Sonnenbrille für den Hund reiht sich ein in diese Sammlung der Dinge, die weder Mensch noch Tier braucht, aber unbedingt haben will!

Für gesunde Hunde ohne Probleme ist eine Sonnenbrille in etwa so nützlich wie eine Brille aus Fensterglas. Manche Menschen lassen sich diese fertigen, weil Brillen gerade der letzte Schrei sind – aber das war es auch schon.

Die Gegenseite argumentiert, dass Hunde ebenso empfindliche Augen haben wie Menschen. Wir schützen unsere Augen ja auch mit einer Sonnenbrille vor zu hellem Licht, dem Fahrtwind im Cabrio oder dem Sandflug am Strand. Das ist in bestimmten Situationen zweifelsohne sinnvoll. Aber achte doch einmal auf deine Mitmenschen: Wie viele tragen tatsächlich eine Sonnenbrille? Die Nichtträger sind deutlich in der Überzahl. Das gilt auch für unsere treuen Fellnasen: Nicht jeder Hund benötigt zwingend und immer eine Sonnenbrille, um seine Augen zu schonen.

Die sinnvolle Sonnenbrille für Hunde: Schutz

 

Sie Situationen, in denen eine Hundebrille sinnvoll ist, sind dementsprechend in der Minderzahl. Unzweifelhaft sinnvoll ist die Hundebrille bei bestimmten Augenkrankheiten, mitunter direkt vom Tierarzt verschrieben. In diesem Fall unterstützt die Brille den Heilungsprozess und bietet gleichzeitig Schutz vor äußeren Einwirkungen. In Einzelfällen kann sie so auch zur Vorbeugung dienen. Niemals solltest du eine Brille jedoch von dir aus einsetzen, sondern vorher mit deinem Tierarzt sprechen.

Zum Schutz gegen Sand und Fahrtwind solltest du dich eher Fragen, ob es Sinn macht, deinen Hund diesem auszusetzen: Im Cabrio ist nicht nur Wind in den Augen ein Problem, sondern auch in den Ohren. Und wenn der Sandflug eine Brille notwendig macht, ist es draußen gerade eh nicht schön – vielleicht lieber nach drinnen gehen?

Bist du leidenschaftliche Skifahrerin? Dann hast du vielleicht schon einen Lawinenhund mit Sonnenbrille gesehen. Hier macht das Tragen durchaus Sinn. Stichwort: Schneeblindheit. Der Schnee reflektiert das Licht der Sonne und macht das gesamte Sichtfeld dadurch deutlich heller als in einem schneefreien Gebiet. Zudem nimmt auch ohne Schnee die UVB-Belastung mit der Höhe zu. Die Sonnenbrille schützt den Hund hier vor den UV-Strahlen, die bei den Tieren eine schmerzhafte Entzündung von Horn-und Bindehaut hervorrufen können. Aus diesem Bereich kommt auch die ursprüngliche Idee für Hundesonnenbrillen: Nachdem ein Lawinenhund im Einsatz erblindete, entwickelte der österreichische Optiker Reinhold Kreyka die ersten Modelle.

Gilt das denn nur im Schnee? Nein, natürlich nicht – im Prinzip überall, aber hier ist die Einstrahlung durch die Reflexion besonders hoch. Das siehst du auch an den Menschen: So gut wie jeder Skifahrer trägt eine spezielle Schneebrille mit Sonnenschutzgläsern.

Worauf sollte ich achten?

Benötigt dein Hund medizinisch eine Sonnenbrille, solltest du darauf achten, dass sie guten Schutz vor UV-Strahlen bringt. 100 % ist hier nicht das Maximum oder das Nonplusultra, sondern der Standard, den eine Sonnenbrille immer erfüllen sollte!

Achte auch darauf, dass die Brille nicht beschlägt, das Hundeauge vor Staub und Zugwind schützt und bruchsicher ist. Gute Hundebrillen sind meist aus Polycarbonat. Du findest sie in jedem Zoohandel. Achte gleich hier auf einen guten Sitz!

Mein Hund mag keine Brille

Ist das wirklich überraschend, dass dein Hund keine Brille mag und mit aller Macht versucht, sich das lästige Ding von der Nase zu nehmen? Du greifst vielleicht wegen der Mode zur schicken Sonnenbrille. Deinem Hund ist sie meist im Weg.

Nur selten wirst du ihn dafür begeistern können, topmodisch und durchgestylt durch sein Hundeleben zu laufen. Hunde können hier sehr hartnäckig sein. Ist die Brille erst einmal ab, hilft ein kräftiger Biss ins Gestell um das leidige Problem endgültig aus dem Weg zu schaffen.

Lichtempfindliche oder augenkranke Hunde nehmen die Brille meist schnell an: Sie merken sofort, dass es ihnen mit ihr bessergeht.

Den Hund an die Sonnenbrille gewöhnen

Selbst bei perfektem Sitz: Erwarte nicht, dass dein Hund die Brille sofort akzeptiert. Setze sie ihm auch nicht gleich auf, sondern lass sie ihn erst kennenlernen. Halte ihm die Brille zunächst kurz vor die Augen und belohne ihn dann sofort. Steigere die Dauer des Vorhaltens schrittweise und beginne damit, ihm die Haltebänder umzulegen – ebenfalls mit Belohnung.

Hat dein Hund sich so an das kurze Tragen der Brille gewöhnt, kannst du die Zeit langsam steigern. Bei manchen Hunden hilft es, die Brille zum Essen aufzusetzen – die Sonnenbrille rückt dann schnell in den Hintergrund.

 

Aber mal ganz ehrlich: Setze eine Brille nur ein, wenn dein Hund sie wirklich braucht. Auch ohne Sonnenbrille ist dein Hund der coolste Hund der Welt!

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