Wieso sind Zecken für Hunde gefährlich?

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Zecken beim Hund

Setzt eure Kapuzen auf, sonst fallen euch die Zecken auf den Kopf! So oder so ähnlich kennen wir die Aussagen unserer Mütter, wenn wir als Kinder zum Sammeln von Kastanien in den anliegenden Wald gehen wollten. Die Aussage, Zecken fielen von Bäumen, ist aber komplett falsch. Die kleinen Plagegeister sitzen hauptsächlich auf Gräsern und Pflanzen oder im Unterholz. Dort oder sogar vom Boden aus, lauern sie ihren „Opfern“ auf – egal ob Hund, Katze oder Mensch.

Die drei bekanntesten und häufigsten Zeckenarten, welche die meisten von uns kennen oder bestimmt schon mal gesehen haben, sind die Auwaldzecke, die Braune Hundezecke und der „gemeine“ Holzbock.

 

Warum sind Zecken für den Hund gefährlich?

Eigentlich sind Zecken nicht für den Hund gefährlich – sondern für alle.

Gerne reduzieren wir die Zecken auf ihre Funktion als Krankheitsträger. Dabei vergessen wir, dass sie anderen Arten als Futtertiere dienen – denn das betrifft uns nicht mehr direkt. „Zecken“ ist geradezu synonym mit der Übertragung gefährlicher Krankheiten.

Denn wie jeder weiß saugt die Zecke Blut, wodurch sie gefährliche Krankheiten wie Borreliose, FSME oder die auch als Hundemalaria bekannten Babesiose übertragen kann. Da beantwortet sich die Frage, warum sie so unbeliebt ist, wie von selbst. Sorge daher rechtzeitig für einen guten Zeckenschutz für deinen Hund!

Gibt es Unterschiede zwischen den Zeckenarten?

Unsere drei Zeckenarten (die Auwaldzecke, die Braune Hundezecke und der Holzbock) haben im Grunde sehr viel gemeinsam. Sie unterscheiden sich lediglich durch das Aussehen, und die Orte an denen sie sich herumtreiben. Alle drei tragen einen kleinen Schild auf dem Rücken. Der Schild der Weibchen schützt nur den vorderen Teil des Rückens; der Schild der Männchen zieht sich über den ganzen Rücken.

Was machen Zecken mit meinem Hund?

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Hat sich ein Zeckenweibchen einen Hund als Wirt gesucht, so dauert es nicht lange, bis sie auch ein nettes Plätzchen zum saugen gefunden hat. Wobei auch das ein Vorurteil ist. Zecken saugen nicht. Sie beißen sich auch nicht fest. Stattdessen schaben sie die Haut des Wirtes auf und graben mit ihrem Stachel eine kleine Grube. Nun warten sie, bis diese Grube mit Blut vollläuft und saugen das Blut wiederholt aus.

Meistens findest du Zecken an den Schenkel- oder Ellenbogenfalten, am Kopf, am Unterbauch oder zwischen den Zehen. Überall da, wo die Haut nicht so dick ist, und die Zecke es schön einfach hat.

Eine erwachsene weibliche Zecke saugt im Durchschnitt 1 Woche an ihrem Wirt, dabei findet auch die Begattung durch eine männliche Zecke statt. Ist das Weibchen vollgesogen, fällt es ab und legt seine Eier (zwischen 2000 und 5000 Stück) in eine passende Brutstelle. Dies geschieht bei der Braunen Hundezecke und der Auwaldzecke meistens im Körbchen des Hundes. Das Holzbockweibchen legt ihre Eier im Freien, da für die Entwicklung der Zecken eine Luftfeuchtigkeit von ca. 40 % notwendig ist.

Nach der Eiablage sterben die Weibchen. Die Entwicklungszeit der Larve dauert 20-43 Tage, dann schlüpft sie und bleibt noch 1-3 Wochen in der Nähe des Eihaufens. Wenn ihre Kutikula hart und pigmentiert ist, befällt sie ihren ersten Kleinsäuger (Maus, Ratte, usw.). Ihre erste Mahlzeit dauert gerade mal 3 Tage.

Danach fällt die vollgesogene Larve ab und häutet sich zur Nymphe, welche dann auch schon mal größere Warmblüter wie den Igel aufsucht. Auch dieser Besuch dauert nicht lange und so fällt die Nymphe, wenn sie kugelrund ist ab, und häutet sich nach 10-18 Wochen (Braune Hundezecke nach 3-5 Wochen) zur fertigen Zecke.

Gibt es besondere Gefährdungszeiten und Orte für Zeckenbisse?

Am häufigsten schlagen die Zecken in den Sommermonaten zu. Von April bis Juni gehen die „ersten“ Zecken an den Start und suchen sich ihre Wirte, saugen sich voll, und beginnen mit der Fortpflanzung. In den zwei darauf folgenden Monaten haben die Larven und Nymphen dann das Kommando, solange bis sie in Richtung Spätsommer (September bis Oktober) erneut als erwachsene Zecken zuschlagen.

Der Holzbock läuft einem besonders in Wäldern mit dichtem Unterholz über den Weg, ist aber auch auf Feld und Flur anzutreffen. Die Auwaldzecke hält sich lieber den namensgebenden Auwäldern auf. In Deutschland gibt es einen Ort am Oberrhein, wo sie besonders stark vertreten ist. Aber auch die Franzosen und Spanier müssen sich mit ihr rumschlagen, denn auch in Südeuropa ist sie weit verbreitet.

Ganz anders ist es da bei der Braunen Hundezecke. Sie hat ihren Ursprung im südlichen Europa und steht mit unseren Klimabedingungen noch nicht ganz auf gleicher Höhe. Darum kann sie auch nur an warmen Plätzen leben und überleben. Man begegnet ihr oft in der eigenen Wohnung, oder an Plätzen wo generell viele Hunde unterwegs sind: Tierheim oder Tierpension. Dort ist es angenehm warm und es gibt immer was zu futtern. Wie der Name schon verrät ist die Braune Hundezecke wirtsspezifisch. Während der Holzbock und die Auwaldzecke auch mal auf Tiere wie dem Igel, einer Maus oder uns Menschen zurückgreifen, befällt die Braune Hundezecke ausschließlich Hunde, ganz selten auch mal einen Menschen.

Wie kann ich meinen Hund vor Zeckenbissen schützen?

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Wer nach dem Spaziergang eine Zecke auf seinem Hund krabbeln sieht, für den gilt: keine Panik. Die Zecke braucht schon ein bisschen Zeit, bis sie an ihren bevorzugten Stellen ist. Wenn du nach dem Spaziergang also deinen Hund gründlich absuchst, wirst du blinde Passagiere auf alle Fälle finden.

Ist dein Hund dennoch ein typischer „Zeckenmagnet“, so gibt es nicht nur beim Tierarzt nützliche Zeckenpräparate. Die klassische Wahl ist das Zeckenhalsband. Auch Naturprodukte wie eine Hunde-Bernsteinkette können Zecken von deinem Liebling fernhalten. Hat sie es dennoch geschafft sich an einem Hund zu verankern, so sollte man sie schnellstens entfernen. Dieses geht am besten mit einer Zeckenzange oder einer Pinzette. Der ein oder andere macht es auch mit den Fingern. Bist du dir nicht sicher, wie, dann lasse dies von einem Tierarzt machen. Denn nicht selten passiert es, dass der Körper vom Kopfteil der Zecke abreißt und in der Haut des Wirtes stecken bleibt. Das führt schnell zu lokalen Entzündungen.

Die drei häufigsten Zeckenarten in Deutschland

 

Holzbock Braune Hundezecke Auwaldzecke
Größe Weibchen: 3-4 mm, vollgesogen 11 mm; Männchen 2,2-2,6 mm Weibchen ca. 3 mm, vollgesogen bis zu 12 mm. Männchen 3 mm Weibchen 5 mm, vollgesogen bis zu 16 mm. Männchen 5-6 mm groß
Aussehen Weibchen, nüchtern rotbraun, vollgesogen blaugrau. Männchen dunkelbraun mit schwarzen Beinen Weibchen längsoval und dunkelbraun, Männchen birnenförmig und rotbraun, die Beine gelbbraun Weißes Schild mit dunklen Flecken
Anzahl der Eier 3000 2000 bis 5000 3000 bis 5000
Entwicklungszyklus Eiablage 2 Monate nach Begattung innerhalb von 30 Tagen. 20-43 Tage nach Eiablage schlüpft Larve, nach 5-7 Wochen häutet sie sich zur Nymphe. Nach weiterer Häutung wird sie nach 10-18 Wochen zur adulten Zecke Eiablage innerhalb von 4-20 Tagen.20-43 Tage nach Eiablage schlüpft Larve, nach 5-7 Wochen häutet sie sich zur Nymphe. Nach weiterer Häutung wird sie nach 3-5 Wochen zur adulten Zecke. 20-43 Tage nach Eiablage schlüpft Larve. Nach 5-7 Wochen häutet sie sich zur Nymphe. Nach weiterer Häutung wird sie nach 10 – 18 Wochen zur adulten Zecke.
Wirt Nicht wirtsspezifisch. Angefangen bei der Maus, über Igel und Katze bis hin zum Menschen. Wirtsspezifisch. Ausschließlich Hund, selten der Mensch Nicht wirtsspezifisch. Angefangen bei der Maus, über Igel und Katze bis hin zum Menschen.
Lebensraum Bevorzugt Wälder und dichtes Unterholz Warme Räume und Orte, wie Wohnung, Tierheim oder Tierpension Vorwiegend Auenwälder, Südeuropa

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