Würmer: Nur mit Wurmkur unter Kontrolle!?

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Ein Beagle mit Würmern liegt abgeschlagen auf der Couch, Foto vom Gesicht.

 

Würmer belasten die Gesundheit deines Hundes. Einige Wurmarten können sich auch auf den Menschen übertragen. Daher ist es wichtig, dass du deinen Hund regelmäßig entwurmst und bei einer Erkrankung zeitnah reagierst. Eine Alternative sehen viele Hundehalter in einer regelmäßigen Kotuntersuchung.

Ursachen von Wurmbefall

Absolute Sicherheit vor Würmern gibt es nicht. Denn schon durch das Herumschnüffeln besteht die Gefahr, Wurmeier aufzunehmen. Frisst dein Hund den Kot anderer Tiere oder leckt in Bereichen herum, in denen Wurmeier abgelegt wurden, kann er ebenfalls Wurmeier aufnehmen. Diese Eier gelangen dann in den Darm des Hundes und entwickeln sich dort. Die Übertragung über den Mund ist der wohl häufigste Ansteckungsweg.

Auch wenn dein Hund Zwischenwirte (z. B. Mäuse, Vögel) frisst, kann er sich so anstecken. Einige Bandwurmarten werden durch Flöhe übertragen, die der Hund schluckt, während er sein Fell säubert. Selten kann eine Übertragung auch durch rohes Fleisch erfolgen (Bandwürmer).

Spulwürmer infizieren häufig den noch ungeborenen Welpen durch eine Übertragung von seiner Mutter. Dies ist besonders gefährlich. Nach der Geburt nehmen Welpen weitere Larven über die Muttermilch auf – das kann auch bei Hakenwürmern passieren. Diese Hakenwürmer sind zudem in der Lage, die Haut eines Hundes zu durchdringen und sich so in ihm niederzulassen.

Zuletzt besteht die Möglichkeit einer Infektion über Stechmücken bzw. Moskitos. Die Überträger der Herzwürmer kommen vor allem in feuchten und warmen Gebieten vor, aber auch in Deutschland werden zunehmend Parasiten – wie die Sandmücke – gesichtet, von denen es lange hieß, es gäbe sie in Deutschland nicht.

Weil die Gründe so häufig sind und in das natürliche Verhalten der Hunde fallen, wird nahezu jeder Hund von Würmern befallen. Besonders anfällig sind Welpen und ältere Hunde, aber generell kann sich jeder Hund infizieren. Einzelne Würmer sind dabei kaum bedrohlich. Probleme gibt es erst, wenn sie sich vermehren. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig, um handeln zu können, bevor es zu spät ist.

Symptome von Würmern beim Hund

Die konkreten Symptome eines Wurmbefalls hängen zunächst von der Wurmart ab. Aber bei zwei unterschiedlichen Hunden führt die Infektion mit dem gleichen Wurm nicht zwangsläufig zu den gleichen Symptomen. Je nach Alter und Konstitution des Hundes treten auch nicht alle Symptome auf. Von außen kannst du lediglich Anzeichen wahrnehmen, die auch auf andere gesundheitliche Probleme hindeuten können. Sicherheit über den Wurmbefall bringt nur eine Kotuntersuchung beim Tierarzt.

Die folgenden Symptome können auf einen Wurmbefall hindeuten:

  • Allgemeine Schwäche
  • Ausscheidung von Wurmteilen (Bandwurm!)
  • Juckreiz, „Schlitten fahren“ (mit dem Gesäß über den Boden rutschen)
  • Blutiger Durchfall
  • Entzündungen
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Husten
  • Hautreizungen
  • Abgestumpftes Fell
  • Wurmbauch (aufgeblähter und schmerzempfindlicher Bauch, insbes. bei Welpen mit Spulwürmern)

Häufig treten diese Symptome erst bei starkem Wurmbefall auf. Wesentlich häufiger ist ein geringer Wurmbefall, der sich nach außen hin nicht zeigt. Eine eindeutige Diagnose geschieht mit einer Kotprobe. Im Labor wird so auch die Art der Würmer festgestellt, so dass ein möglichst wirksames Medikament gewählt werden kann. Dies ist dann eine Wurmkur, die jedoch nicht auf einen Schlag wirkt.

Was ist eine Wurmkur?

Ein Tierarzt gibt einem Hund eine Wurmkur über Spritze.Eine Wurmkur dient dazu, die Würmer im Körper des Hundes abzutöten. Dabei genügt es nicht, einmalig alle ausgewachsenen Würmer zu töten. Denn Würmer vermehren sich in ihrem Wirt. Zu jedem Zeitpunkt befinden sich also Parasiten in unterschiedlichen Entwicklungsstufen im gleichen Hund. Tötest du nun die erwachsenen Würmer ab, wachsen die anderen Stufen weiter. Lässt du es dabei bewenden, hat dein Hund in wenigen Tagen also „wieder“ Würmer. Mehrere Wurmkuren mit Abständen sorgen daher dafür, dass auch nachwachsende Parasiten aus deinem Hund entfernt werden.

Hunde können unterschiedliche Wurmarten haben. Für eine allgemeine Wurmkur bietet sich daher in der Regel ein Kombinationspräparat an. Das heißt, das Medikament wirkt nicht nur gegen einen spezifischen Wurm, sondern gegen mehrere Arten.

Als Darreichungsform gibt es inzwischen mehrere Alternativen: Tabletten oder Pasten kannst du deinem Hund ins Futter geben. Eine Wurmkur in Spot-On-Form tröpfelst du ihm aufs Fell. Dein Tierarzt kann zur Entwurmung auch eine Spritze geben. Generell empfiehlt sich eine Rücksprache mit ihm.

Wozu überhaupt eine Wurmkur?

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Unbedingt benötigt dein Hund eine Wurmkur, wenn er sichtbar von Würmern befallen ist. Diese entziehen ihm nämlich die Nährstoffe und machen ihn auf verschiedene Arten krank.

Typische Symptome bei Wurmbefall sind Wurmteile im Kot des Hundes, ein aufgeblähter Bauch, bei gleichzeitiger Abmagerung oder ein Erbrechen mit Wurminhalten. Eine absolute Gewissheit bringt eine Kotuntersuchung. Der Tierarzt schickt dazu meist eine Kotprobe ins Labor, das sie auf Würmer und andere Endoparasiten (Parasiten im Inneren des Hundes) untersucht.

Ist ein Wurmbefall bestätigt, ist eine Wurmkur unumgänglich. Halte dich unbedingt an die Dosierung, auch wenn dein Hund wieder gesund zu sein scheint! Die meisten Tierärzte und Hundebesitzer setzen zudem auf eine „vorbeugende“, regelmäßige Wurmkur. Diese ist insgesamt gesehen schonender als eine Radikalkur bei starkem Befall; allerdings wirkt eine individuelle Wurmkur nur sehr kurz. Zunächst aber: Wie wirkt eine Wurmkur überhaupt?

Wie wirkt eine Wurmkur beim Hund?

Bei einer Wurmkur erhält der Hund ein Medikament, welches die Würmer abtötet. Je nach benötigter Menge schluckt das Tier das sogenannte Anthelminthikum über eine Dauer von ein bis zu zwölf Tagen.

Diese Behandlung wird manchmal wiederholt, oft in einem Abstand von zwei Wochen. Dies ist notwendig, da die meisten Wurmkuren lediglich bei ausgewachsenen Würmern wirken. Die Eier und auch Larven bleiben am Leben. Um auch diese abzutöten, muss man warten, bis sie erwachsen sind. Allerdings darf man nicht so lange warten, bis sie ihrerseits wieder Eier legen, denn dann gibt es ja schon wieder eine neue Generation.

Tipp: Füttere den Hund zunächst und beginne die Wurmkur im Anschluss. So verhinderst du eine Unverträglichkeit der Wurmkur. Denn durch das Futter hat der Magen ein Polster gegen die Wurmkur. Er verträgt das Mittel so oft besser.

Wurmkur zur Vorbeugung oder nur bei Wurmbefall?

In jüngster Zeit ist das Thema Wurmkur ein wenig kontrovers geworden. Die generelle Empfehlung lautet nach wie vor regelmäßige Wurmkuren durchzuführen. Es gibt nämlich keinen Hund ohne Würmer. In gewissem Maße sind diese natürlich und normal. Probleme treten auf, wenn es zu viele Würmer werden. Dies vermeidest du durch eine regelmäßige Entwurmung, welche die Zahl der Parasiten verkleinert.

Wie oft sollte eine Wurmkur stattfinden?

Einen durchschnittlichen, ausgewachsenen Hund solltest du in der Regel viermal im Jahr entwurmen. Diese Empfehlung ist ein Mittelwert. Andere Empfehlungen sehen einen Wurmkur-Rhythmus von so häufig wie zwei Monaten oder so selten wie sechs Monaten vor.

Eine garantierte Wurmfreiheit gibt es sogar nur, wenn alle 4 Wochen eine Kur stattfindet!

Die sinnvolle Häufigkeit der Wurmkuren hängt auch vom generellen Gesundheitszustand des Hundes ab. Besonders gefährdete Hunde, wie Welpen, trächtige Hündinnen oder Streuner, sollten öfter mit einer Wurmkur behandelt werden. Aktiv jagdlich geführte Hunde werden wegen des besonderen Risikos sogar monatlich entwurmt. Kerngesunde Hunde, ohne einen erhöhten Risikofaktor, brauchen die Behandlung entsprechend seltener. Auch der Kontakt mit menschlichen Risikogruppen sollte bedacht werden. Bei hohem Ansteckungsrisiko und viel Kontakt mit Kleinkindern oder Kranken sollte es dementsprechend häufigere Wurmkuren geben.

Das Beste ist, du sprichst deinen Tierarzt an. Er kann dir eine Empfehlung geben, wie häufig du deinen Hund entwurmen solltest.

Entwurmung nur bei Würmern?!

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass die Entwurmung auch vorbeugend hilft und über einen langen Zeitraum anhält. Das stimmt nicht. Gibst du deinem Hund ein Wurmmittel, tötet es für etwa 24 Stunden Würmer ab.

Überlebende Larven und Eier können weiter wachsen. Erst eine erneute Wurmkur tötet diese inzwischen erwachsenen Würmer. Und vor allem: Dein Hund kann sich direkt danach erneut mit Würmern anstecken – diese sind vom Anthelminthikum gar nicht betroffen. Nach einigen Wochen entwickeln auch sie sich wieder zu ausgewachsenen Würmern.

Einige Hundebesitzer fragen sich daher, wie sinnvoll eine Wurmkur ist. Immerhin ist dies ein Haufen Chemie, der in unsere Hunde kommt! Und wenn er keine Würmer hat, dann gibt es auch keinen Nutzen.

Alternative zur Wurmkur: Kotuntersuchungen

Eine Alternative ist eine regelmäßige Kotuntersuchung, in der geprüft wird, ob Würmer in bedenklicher Zahl vorhanden sind. Nur wenn dies der Fall ist, wird eine Wurmkur auch tatsächlich angewendet. Denn wenn es keine Würmer abzutöten gibt und der Hund gesund ist, ist eine „präventive“ Wurmkur letztendlich nur unnötige Chemie für den Hundekörper, die eventuell sogar schädigt. Prüft man zuerst, ob sie überhaupt notwendig ist, kann man sie auf ein Minimum reduzieren und unnötige Wurmkuren vermeiden.

Entscheidest du dich für diesen Weg, solltest du die Kotuntersuchungen wirklich regelmäßig durchführen lassen – vierteljährlich. Vielleicht sogar noch ein bisschen häufiger als eine „normale“ Entwurmung. Denn zu einem starken Wurmbefall willst du es auch hier nicht kommen lassen und rechtzeitig zur Wurmkur greifen. Zusätzlicher Vorteil: Du musst nicht auf Symptome warten und weißt sofort, um welche Wurmart es sich handelt.

Regelmäßige Wurmkuren bleiben derzeit der Normalfall und schützen deinen Hund vor einer zu großen Wurmbevölkerung, indem sie die Würmer in seinen Organen abtöten.

Typische Wurmarten beim Hund

Folgende Wurmarten sind für den Befall von Hunden typisch. Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Würmern erhältst du hinter dem jeweiligen Link:

Spulwürmer

Spulwürmer gleichen optisch der Mine eines Kugelschreibers. Gefährlich sind sie vor allem für Welpen und junge Hunde, da diese bei einem starken Wurmbefall versterben können.

Wechseln sich bei deinem Hund Heißhunger und Appetitlosigkeit ab, erbricht er und leidet er an Durchfall, wirkt er nervös und schreckhaft, scheint sein Bauch aufgebläht, ist er womöglich an Spulwürmern erkrankt. Du solltest umgehend den Tierarzt aufsuchen. (Mehr zu Spulwürmern beim Hund)

Hakenwürmer

Hakenwürmer sind an ihrer typischen Hakenform zu erkennen. Sie heften sich an die Darminnenwände deines Hundes an und verletzen diese, damit sie Blut saugen können.
Der Vierbeiner erleidet dadurch einen Blutverlust. Du erkennst dies an seiner Abgeschlagenheit, einem blassen Zahnfleisch und seiner Gewichtsabnahme. Durchfall ist möglich. Da auch Hakenwürmer für deinen Hund tödlich sein können, musst du ihn umgehend behandeln lassen. (Mehr zu Hakenwürmern beim Hund)

Bandwürmer

Dein Hund kann von acht verschiedenen Bandwurm-Arten befallen werden. Am häufigsten kommen der gurkenkernartige und der gesägte Bandwurm vor. In ihrem Aussehen gleichen sie hellen, langen Bändern. Einzelne Bandwurm-Abschnitte findest du eventuell unverhofft auf dem Liegekissen deines Hundes oder in seinem Kot.

Angesteckt hat er sich bei irgendeinem Tier, möglicherweise bei Flöhen, Haarlingen oder bei Wild- beziehungsweise Haustieren. Ist dein Hund mit Bandwürmern infiziert, rutscht er mit dem After auf dem Untergrund, er frisst schlecht, wird nervös und bekommt ein struppiges Fell.

Je stärker dein Hund mit Bandwürmern befallen ist, desto massiver entzündet sich sein Darm. Dies wiederum beeinflusst sein Allgemeinbefinden. Daher solltest du mit ihm den Tierarzt aufsuchen. (Mehr zu Bandwürmern beim Hund)

Peitschenwürmer

Diese Würmer kannst du mit dem bloßen Auge nicht erkennen. Sie sind länglich und sehr dünn. Ebenso wie Hakenwürmer schädigen sie die Darminnenwände und ernähren sich vom Blut deines Hundes.

Die Symptome ähneln sich. Auch hier erkennst du ein blasses Zahnfleisch, Durchfälle sowie einen starken Gewichtsverlust. Peitschenwürmer lassen deinen Hund kraftlos werden und eventuell sogar sterben.

Herzwürmer

Ihrem Namen gemäß, schädigen Herzwürmer das Herz des Hundes, indem sie die Muskeln und das Gewebe zerstören. Sie werden von infizierten Mücken übertragen. Wird dein Hund nicht behandelt, stirbt er. Daher musst du schnell handeln. (Mehr zu Herzwürmern beim Hund)

Fuchsbandwürmer

Fuchsbandwürmer sind sehr kleine Bandwürmer. Dein Hund nimmt sie auf, wenn er den infizierten Kot des Fuchses oder bereits infizierte Kleintiere frisst.

Sie siedeln sich im Dünndarm an und schädigen diesen. Dein Hund magert ab und bekommt Durchfall.

 

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