Haarbalgmilben: Von Geburt an auf dem Hund

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Demodex-Milbe, stark vergrößert (Creative Commons Lizenz, Quelle: WIkipedia)
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Ein Milbenbefall beim Hund kommt häufig vor und kann für Tier und Mensch sehr unangenehm sein. Haarbalgmilben sind auf nahezu jedem Hund vorhanden. Gefährlich werden sie bei krankhafter Verbreitung. Was genau steckt hinter dieser Milbenart, wann vermehrt sie sich und wie gehst du gegen sie vor?

Die Haarbalgmilbe des Hundes: Demodex Canis

Demodex Canis lautet der medizinische Ausdruck für die Haarbalgmilbe, die unter dem Mikroskop betrachtet einer Zigarre ähnelt.

Sie gehört zu den Ektoparasiten, die ihren Wirt von außen belagern und dabei Schäden an den äußeren Körperteilen verursachen, vor allem an Haut und Fell. Dort ruft diese Milbenart die sogenannte Demodikose hervor, eine Hautkrankheit.

Haarbalgmilben entwickeln sich ausschließlich im Haarbalg und in den Talgdrüsen des Hundes und sind nur dort lebensfähig. Verlassen sie den Wirt, sterben sie schnell.

Für gewöhnlich lebt auf jedem Hund eine geringe Anzahl an Haarbalgmilben, jedoch sind diese ungefährlich, solange sie sich nicht stark vermehren.

Übertragung der Haarbalgmilbe

Die Haarbalgmilbe gelangt bereits kurz nach der Geburt auf den Hund – nämlich von der Hündin auf den Welpen, meist beim ersten Säugen. Normalerweise kommt es zu keinen Symptomen und die Hunde können gut mit den wenigen Milben leben. Sie sind in Maßen harmlos.

Jedoch kommt es bei geschwächten, älteren und kranken Hunden mitunter zu einer Vermehrung der Milben. Eine falsche, nicht artgerechte Ernährung sowie ein schlechtes Immunsystem fördern die krankhafte Vermehrung ebenfalls.

Eine Übertragung von anderen Tierarten ist nicht möglich: Haarbalgmilben sind wirtsspezifisch. Das bedeutet auch, dass sie keine Menschen befällt. Bei sensiblen Menschen können allerdings allergische Reaktionen auftreten, wenn sie Kontakt zu einem befallenen Hund haben.

Zwei Formen der Caninen Demodikose

Bei der von der Haarbalgmilbe ausgelösten Erkrankung wird zwischen zwei Formen unterschieden.

Lokale Demodikose

Zunächst gibt es die lokale Demodikose. Hier beschränken sich die Symptome – in erster Linie ist das der Haarausfall – auf eine begrenzte Fläche auf der Haut des Hundes.

Die lokale Form der Demodikose heilt in der Regel von selbst ab und bedarf keiner weiteren Therapie.

Generalisierte Demodikose

Von einer generalisierten Demodikose spricht man, wenn sich die Symptome auf den gesamten Körper ausbreiten.

Symptome bei krankhaftem Haarbalgmilben-Befall

Häufig bildet sich zunächst eine Art Brille aufgrund von Fellverlust um die Augengegend herum. Da die Milben die Zellen der Haarfollikel beschädigen, um an Nahrung zu gelangen, kommt es zu vermehrter Keratinbildung. Das Haarwachstum wird gestoppt und es kommt zu kahlen Stellen im Fell, die sich ausbreiten. Häufig finden sich nun aufgrund der Hautreizung auch starke Schuppen.

Hinzu kommt es in einem späteren Stadium zu Juckreiz und bei sensiblen Hunden mitunter zu Allergien.

In manchen Fällen können Infektionen auftreten, die durch von den Milben eingeschleppte Bakterien entstehen. Geschwächte Tiere befinden sich ohne Therapie unter Umständen in Lebensgefahr.

Verdacht und Diagnose

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund von Milben geplagt ist, kannst du mit Hilfe eines Flohkammes eine erste Bestätigung finden. Dafür bürstest du das Fell an mehreren Stellen gründlich durch.

Das im Kamm verfangene Fell klopfst du auf ein feuchtes Taschentuch ab. Milbenkot färbt sich in Verbindung mit Feuchtigkeit rot.

Der Tierarzt nimmt zur eindeutigen Diagnosestellung einen Abstrich der Haut. Diesen schaut er sich unter dem Mikroskop an und kann die Haarbalgmilben (oder andere Erreger) dort erkennen.

Welche Therapie ist wirkungsvoll gegen Haarbalgmilben?

Nach der Befundstellung gibt der Tierarzt dir zur Therapie milbentötende Medikamente oder Badezusätze. Verbreitet ist das Mittel Ectodex, das du auf die betroffenen Stellen gibst. Milbemycine oder Avermectine werden hingegen oral eingenommen oder gespritzt.

Wichtig ist die individuelle Anpassung auf deinen Hund: Einige Rassen vertragen manche dieser Medikamente schlecht. Zusätzliches Ziel der Therapie ist das Vermeiden von Krankheiten in der Folge des Milbenbefalls. Hierzu können für einzelne Hunde Antibiotika oder Spezial-Shampoos sinnvoll sein.

Die Therapie eines Haarbalgmilbenbefalls ist langwierig und erfordert die regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt, bis der Hund wieder vollkommen gesund ist.

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