Giardien beim Hund

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Ein mit Giardien infizierter Hund - man sieht nicht viel.

Durchfall, Blähungen, Erbrechen: Jeder sechste Hund in Deutschland leidet unter Giardien. Das sind einzellige Parasiten, die zu Darmerkrankungen führen. Besonders Welpen und Hunde mit einem schwachen Immunsystem sind betroffen und zeigen bei einer Infektion Symptome.

Was sind Giardien?

Giardien sind einzellige Dünndarm-Parasiten. Sie sind mikroskopisch klein (10 bis 20 Mikrometer) und bewegen sich mit Hilfe von Geißeln fort. Sie heften sich mit ihrer Sauggrube an die Darmschleimhaut deines Hundes und beschädigen sie. Der Darminhalt des Hundes ist gleichzeitig auch die Ernährung der Giardien.

Weltweit gibt es verschiedene Arten von Giardien beim Hund. Vor allem der Erreger giardia duodendalis spielt eine wichtige Rolle bei Erkrankungen, aber die Behandlung ist bei anderen Erregern gleich.

Wie bekommt ein Hund Giardien?

Die Giardien überleben als Zysten im Kot von infizierten Hunden bis zu einer Woche, in kalten Böden oder im Wasser sogar noch länger. Nun schnuppern Hunde gerne an anderen Hunden oder deren Hinterlassenschaften – und schon sind sie infiziert. Kot, Nahrung, Wasser oder der direkte Kontakt mit infizierten Hunden (z. B. durchs Ablecken) kann zur Übertragung der Giardien führen.

Woher genau die Giardien kommen, weißt du fast nie, denn die Zeit bis zu den ersten Symptomen (Inkubationszeit) beträgt 7 bis 21 Tage.

Wie erkenne ich Giardien beim Hund?

Ein typisches Symptom für Giardien beim Hund ist Durchfall. Vereinzelt treten auch Blähungen und Erbrechen auf. Obwohl dein Hund normal isst, nimmt er eventuell stark ab. Einige Hunde fressen sogar besonders viel – um ihren Mangel auszugleichen! Denn Giardien sind gemeine Mitesser und stehlen deinem Hund die Nährstoffe. Statt zuzulegen, nimmt er also immer weiter ab. Mehr Futter hilft nur den Giardien.

Neben diesen Symptomen kann es durchaus passieren, dass du einen Giardienbefall deines Hundes gar nicht bemerkst. Trotz Verdauungsbeschwerden kann er einen vitalen Eindruck machen. Hält sich die Zahl der Giardien in Grenzen, treten keine Symptome auf, insbesondere wenn der Hund gesund und kräftig ist.

Trotzdem ist Vorsicht geboten: Der befallene Kot wirkt auf andere Tiere und Menschen ansteckend.

Was kann ich gegen Giardien tun?

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Bei dem kleinsten Verdacht auf Giardien lohnt sich ein Besuch beim Tierarzt. Dieser prüft verschiedene Schmerzen und untersucht den Kot deines Hundes, zum Beispiel mit dem ELISA-Labortest.

Wenn der Tierarzt den Verdacht auf Giardien bestätigt hat, therapiert er den Hund mit Fenbendazol. Dies ist ein Mittel aus der Gruppe der Benzimidazole. Es bekämpft die Parasiten schnell und effektiv. Die Dauer und die Dosis der Anwendung richten sich nach der Schwere des Befalls, meist zwei bis drei Tage und unter Umständen mit Wiederholungen. Manche Tierärzte empfehlen während der Behandlung kohlenhydratarme Ernährung ohne Milchprodukte. Sprich dies aber mit deinem Tierarzt ab!

Damit die Behandlung Erfolg hat, müssen alle Hunde und Katzen des Haushalts gleichzeitig behandelt werden. Nur so verhinderst du, dass die Giardien einfach das Tier wechseln. Auch das tägliche Waschen und Bürsten deines Hundes gehört zur Behandlung. Vergiss dabei nicht Schlaf- und Liegeplätze deines Hundes. Auch solltest du angebrochenes Futter und Wasser nicht einfach stehenlassen, sondern sicherheitshalber entsorgen.

Nach dem Waschen solltest du deinen Hund gut abtrocknen, denn Giardien mögen es feucht, hassen aber Trockenheit. Oberstes Gebot ist eine sorgfältige Hygiene: In einer sauberen Umgebung fühlen Giardien sich gar nicht wohl. Denke auch daran, dir selbst die Hände zu waschen.

Sammle den Kot deines Hundes unverzüglich ein und entsorge ihn, sonst kann es über ihn zu einer Neuinfektion kommen. Um die Ansteckung weiterer Hunde zu vermeiden, sollte dein Hund vorübergehend keinen Kontakt mit ihnen haben. Die Wiedersehensfreude wird umso größer!

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