Erste Hilfe am Hund: Im Notfall richtig handeln (Imke Niewöhner)

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Niewöhner: Erste Hilfe am Hund (Cover)

Imke Niewöhners Erste Hilfe am Hund ist ein Buch, zu dem ich nicht erst im Notfall greifen würde. Es bietet mir vielmehr eine gute Einführung in die gefährlichsten als auch die häufigsten Notfälle beim Hund – und schärft meinen Sinn für typische Gefahrensituationen.

+ Bildanleitungen
+ angenehm lesbar
+ Sehr fokussiertISBN: 978-3-8404-2508-0
CADMOS
Preis: 12,95 Euro
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Von absoluten Notfällen bis zu „Notfällen“

Imke Niewöhner beginnt wie die meisten Gesundheitsbücher für Hunde mit einer generellen Einführung zu den Grundlagen: Ruhe bewahren, Verbände anlegen, Vitalwerte prüfen …

Gleich danach unterscheidet sie sich jedoch vom Standard-Weg: Die meisten Bücher unterteilen nun nach Organsystemen. Elke Niewöhner verzichtet auf diese Unterteilung und geht stattdessen nach der Schwere des Notfalls vor.

So finden sich im ersten Kapitel Notfallsituationen alle Situationen, in denen eine möglichst schnelle Behandlung beim Tierarzt notwendig ist. Weitere Notfälle sollten ebenfalls behandelt werden, sind jedoch nicht ganz so dramatisch. Tipps für häufig vorkommende „Notfälle“ behandelt abschließend Verletzungen, die keine Lebensgefahr bedeuten und daher eigentlich keine Notfälle sind. Denn eigentlich sind Notfallmaßnahmen ja nur die Maßnahmen, die den Hund stabil halten, bis er zum Arzt kommt. Die ungefährlicheren „Notfälle“ kann ich oft selbst behandeln – denn eine minimale Schürfwunde heilt die Zeit.

Ergänzt werden diese Abschnitte durch Ausführungen zu Vergiftungen und Krankheiten. Mit 80 Seiten ist dieses Buch nicht allzu dick. Das verdankt es seiner Beschränkung aufs Wesentliche: Zwar spricht die Autorin auch häufige Ursachen und Situationen an, doch leeres Geschwafel fand ich nicht. Super!

Zum Lesen vor dem Notfall

Wozu eignet sich Erste Hilfe am Hund – Im Notfall richtig handeln am besten? Meiner Meinung nach zum Lesen vor dem Notfall, zur generellen Information. Denn schnelles Nachschlagen und Finden knapper, klarer Anweisungen ist nicht das Ziel dieses Werkes – auch wenn dies mit Inhaltsverzeichnis und Symptomregister in gewissem Maße geht.

Vielmehr setzt es auf angenehmes Lesen. Der hellblaue Hintergrund gefällt mir dabei sehr gut und lässt auch die rote Schrift der Überschriften dezenter hervortreten als bei weißer Seitenfarbe. Die Farbgebung ist allgemein sacht und zurückhaltend, hauptsächlich in schwarz, dunkelblau und dunkelrot. Der zweispaltige Text, ergänzt durch viele Bilder, lockert zusätzlich auf.

Was in Gegensatz zu anderen Büchern fehlt, sind klare Sprungpunkte. Zwar unterteilt auch Imke Niewöhner die einzelnen Einträge mit „Symptome“ und „Was ist zu tun?“ sowie anderen sinnvollen Zwischenüberschriften, aber Checklisten sind selten. Auf Fettgedrucktes im Text verzichtet sie ganz. Dadurch ähnelt die Leseerfahrung eher einem Sachbuch als einer Schritt-für-Schritt-Anleitung oder Maßnahmen-Liste, die ich im bereits eingetretenen Notfall schnell abarbeiten kann.

(Aber seien wir ehrlich: Entweder ist es kein dringender Notfall, oder ich habe eh keine Zeit, etwas nachzuschlagen. Für die Notfall-Hilfe muss ich die wichtigsten Dinge im Kopf haben. Von daher brauche ich die Sprungpunkte auch nur, wenn ich konkret nach etwas suche.)

Schritt für Schritt: Fotos

Eines jedoch kommt Schritt-für-Schritt-Anleitungen sehr nahe: Die Bilder. Diese sind reichlich vorhanden und illustrieren mit einer mehrteiligen Bildfolge exzellent, wie ich meinem Hund einen Verband anlege oder ein Bein abbinde. Hier kann ich das Buch tatsächlich aufschlagen, muss nur auf die Fotos schauen und ruckzuck habe ich meinen Hund verbunden. Diese visuellen Anleitungen sind kaum besser zu machen.

Sinnvoll finde ich auch die Hinweise auf Alternativen, wie etwa beim Leckschutz (unser Bürohund Woody trug nach einer OP zum Beispiel lieber einen Body statt des Plastiktrichters), und die Ausführungen zum Auftreten der Notfälle. Hier zeigt sich auch erneut, dass das Buch nicht erst ansetzen möchte, wenn es schon zum Notfall gekommen ist: Durch den Hinweis auf typische Situationen sind mir diese erneut bewusst und ich vermeide in Zukunft manchen Notfall so vielleicht automatisch.

Wie lange bleibt eine Gefahrenquelle im Kopf präsent, wenn nichts passiert? Nicht ohne Grund erfordern Erste-Hilfe-Prüfungen für Menschen regelmäßige Auffrischungen. Für Hunde gibt es eine solche Pflicht nicht. Aber gäbe es sie (und sinnvoll ist sie ohnehin), fände ich mich bei Imke Niewöhner gut aufgehoben! Leicht kritisch kann man einwerfen, dass Imke Niewöhner nicht so ausführlich auf einzelne Notfälle eingeht, wie manches andere Buch. Für die Erstversorgung ausreichend ist es jedoch immer – und wenn ich eine Auffrischung suche, muss ich das letzte Detail gar nicht kennen.

Ob zur Auffrischung oder zur Erstinformationen: Imke Niewöhners Erste Hilfe am Hund bietet einen angenehmen Überblick ohne Abschweifungen.

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