Erste Hilfe für den Hund: Symptome erkennen, schnell handeln (Frank Lausberg)

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Lausberg Erste Hilfe für den Hund (Cover)

 

[+] Viele Fotos
[+] Überzeugende Struktur
[+] Sinnvolle Tabellen/Zusatzinfos
[+] Großes Format

ISBN: 978-3-440-11606-7
KOSMOS Verlag
Preis: 9,99 (eBook) / 14,99 Euro
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Das Buch Erste Hilfe für den Hund von Tierarzt Frank Lausberg kommt ansprechend daher: Der extra dicke Einband ist aufklappbar und mit Zusatzinfos versehen. Fotos und Infokästen unterstützen den Text zusätzlich. Lausberg stellt die Verletzungen des Hundes dar und geht auch auf die wichtigsten Zusammenhänge ein. Der größte Kritikpunkt? Das Format macht das Buch für unterwegs nicht gerade handlich.

 

Standard-Aufbau mit zusätzlichen Infos

Wenig überraschte mich Frank Lausbergs Erste-Hife beim Einstieg: Auch er nutzt einen bekannten Aufbau. Dieser beginnt mit Informationen zum Feststellen des Allgemeinbefindens, den Normalwerten für Hunde und dem Selbstschutz. Auch Handlungen, die bei vielen Notfällen anfallen (Verbände, Transport), finden hier ihren Platz; dazu kommt eine Übersicht zu verbreiteten Irrtümern. Frank Lausberg beschränkt sich dabei nicht auf die puren Anweisungen für den Notfall, er bezieht auch Probleme des Hunde-Alltags mit ein. Er geht z.B. (kurz) auf den Hund nach einer OP ein und gibt Tipps, um möglichst schnell einen Tierarzt zu finden.

Nach der Einleitung folgt ein Abschnitt über „Notfälle und Verletzungen“, danach Notfälle einzelner Organsysteme. Frank Lausberg erzählt hier Grundlegendes zu den Verletzungen: Was sind diese Verletzungen eigentlich? Wie entstehen sie? Im Anschluss zu diesen Zusatzinformationen gibt es Aufzählungen von Symptomen und Maßnahmen in Listenform.

 

Checklisten, Tippkästen, Viele Fotos

Lausberg: Leitsystem für Notfälle
Schnelle Hilfe: das Leitsystem für Notfälle im Einband.

Unterstützt wird dieses Mehr an Informationen durch eine Vielzahl an Checklisten, Tipp-Kästen, Fotos und Schaubildern. Besonders die Fotos fand ich toll: Sie zeigen sehr genau, worauf es ankommt: Wie ich meinen Hund sicher trage; wie ich ihm einen Verband anlege; wie ich eine Zeitung als provisorische Schiene benutze. Kaum eine Seite im Buch steht ohne Foto da – meist sind es sogar mehrere, zusätzlich zu schematischen Darstellungen.

Diese aufbereiteten Informationen finden sich zusammengefasst bereits im Einband: Ausgeklappt erhält der Hundehalter eine Tabelle mit „Leitsymptom“, „Notfall wenn“ und „Verdacht auf“ zusammen mit direkten Seitenzahlen zum Nachschlagen. Am Buchende hingegen wird das „ABC der Reanimation“ dargelegt – komplett mit Fotos.

Innerhalb der einzelnen Kapitel geben farbige Kästen praktische Tipps. Immer ist Lausberg dabei aufs Nützliche bedacht und gibt mir konkrete Hinweise, wie man ich einzelne Situationen einfach lösen kann – und wann es zu unpraktisch ist und ich in der gleichen Zeit lieber schnell zum Tierarzt fahre. Unterstützt werden einzelne Abschnitte durch Schema-Zeichnungen mit den Organen, Knochen und Körperregionen des Hundes – als Erinnerung immer nützlich. Durch die farblichen Hervorhebungen fällt der Blick beim schnellen Durchblättern sofort auf diese Kästen.

Will man Genaueres wissen, hilft die weitere Aufbereitung: Gehen die Kästen über den konkreten Augenblick hinaus, sind Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den konkreten Notfall mit „>“ eingerückt. Zwischenüberschriften bringen den nächsten Absatz klar auf den Punkt. Den sofortigen Maßnahmen (in Stichwort-Stil) ist ein rotes Kreuz im blauen Quadrat vorangestellt. Zusätzlich hilft ein mit [?] versehener „Verwechslung“-Abschnitt bei der Abgrenzung von anderen Problemen, nachdem die Anzeichen (Symptome) mit einem Warndreieck versehen wurden. Mit diesen unterschiedlichen Markierungen bin ich immer ruckzuck an der richtigen Stelle!

Lausberg: Typische Seite
Eine typische Seite mit Markierungen für Anzeichen, Verwechslungen und Maßnahmen.

Das klingt nach vielen Informationen und die sind es auch. Dennoch bleibt Erste Hilfe für den Hund einfach lesbar. Die Kästen sind in sich abgeschlossen. Der zweispaltige Text und die vielen Aufzählungen machen das Buch ebenfalls übersichtlich. Selbst die Seitenumbrüche passen: Geblättert wird am Ende eines Absatzes, nicht mittendrin. Hierdurch und durch den großzügigen weißen Rand, in den nur Bilder hineinragen, entsteht das Gefühl von Platz statt Gedränge und Quetschung.

 

Lockerer, persönlicher Stil

Frank Lausberg kombiniert seine Anleitungen mit einem vergleichsweise persönlichen Stil. Gleich zu Beginn spricht er in der „Ich“-Form. Gelegentlich spricht er (deutlich gekennzeichnet) seine persönliche Meinung zu Methoden aus und stellt auch klar, dass diese durchaus kontrovers sein können. Auch hier ist seine Maßgabe der konkrete Nutzen: Das, was funktioniert, soll gemacht werden. Schnelle und einfache Hilfe dem Hundehalter; Kompliziertes dem Tierarzt. Diese Stellen sind jedoch selten. Gut – denn so bleiben die Maßnahmen klar.

 

Angemessener Raum für komplexe Notfälle

Komplexeren und häufigen Notfällen widmet der Autor auch zusätzlichen Platz. Das gängigeBild des Schocks stellt er auf zwei ausführlichen Doppelseiten dar. Den verschiedenen Vergiftungen widmet er sogar zehn Seiten, inklusive Tabellen mit Pflanzen, Lebensmitteln und Arzneien, die diese häufig verursachen. Gerade hier beschränkt er sich nicht auf die Heilung, sondern auf die Vermeidung des Notfalls. Zecken deckt Frank Lausberg ebenfalls noch ab, schließt Würmer und andere Parasiten zu Recht jedoch nicht ein: Das ginge über Erste Hilfe hinaus, ist vielmehr langfristige Pflege.

 

Tierarzt Frank Lausberg im Netz

Bis Juli 2014 unterhielt Frank Lausberg eine eigene Tierarztpraxis. Am 31. Juli 2014 hat er diese an seinen Nachfolger abgegeben. Auf seiner Website finden sich noch immer einige Anleitungen zur Ersten Hilfe beim Hund (unter Service > Erste Hilfe). Im Vergleich zum Buch sind diese kurz gehalten und grafisch nicht aufbereitet. Dem internetsurfenden Hundefreund geben sie dennoch brauchbare Informationen.

 

Zum Lesen vor dem Notfall – Unterwegs Mittelmaß

Für wen eignet sich Erste Hilfe für den Hund? In die Hosentasche passt es nicht. In Rucksack oder Reisetasche würde es wohl Platz finden; unser Verbandskasten war zu klein. Für unterwegs ist dieses Buch eher Mittelmaß: Bin ich mit Rucksack unterwegs, bekomme ich es mit; meine Tasche ist zu klein. Die Verwendung als handliches Buch für unterwegs wird eher durch „Erste Hilfe für Hunde: für unterwegs“ des gleichen Autoren abgedeckt. Alternativ löst für Besitzer eines eBook-Readers die eBook-Version dieses Problem.

Besser geeignet ist dieses Buch zur Vorbereitung auf Notfälle; zum Vorablesen, so dass man im Fall der Fälle die richtigen Maßnahmen schon einmal gehört hat. Ich jedenfalls fühle mich nach der Lektüre deutlich sicherer! Bei der Vor-Informationen sind auch die zusätzlichen Informationen und Hintergründe zu den Verletzungen sinnvoll. Zwar kann ich diese nicht wiedergeben, aber ich habe sie im Hinterkopf. Verletzt sich mein Hund, kann ich besser reagieren als wenn man ich noch nie etwas über diese Verletzung gelesen hätte! Habe ich das Buch parat, hilft es mir auch beim Notfall: Durchs schnelle Nachschlagen der Symptome (Register hinten oder Leitsysteme vorne) und Maßnahmen.

Fazit: Frank Lausberg geht in seinem Buch über die Erste Hilfe hinaus und bietet wertvolle Zusatzinformationen zu Ursachen und Vorbeugung. Damit eignet sich sein Buch vor allem zur rechtzeitigen Information vor dem Notfall.

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