Räude: Hochansteckende Krankheit durch Milben

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Ein Hund mit Räude bekommt eine gründliche Dusche, Duschkopf nüber Hundekopf.
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Jeder kennt den Ausdruck „räudiger Hund“. Man hat ein ungefähres Bild davon vor Augen, das nicht sehr gut aussieht. Doch was ist überhaupt Räude?

Was ist Räude?

Räude ist eine hoch ansteckende Milbenerkrankung. Sie ist vor allem von Hunden bekannt, kann aber auch andere Tiere und Menschen befallen.

Wie bekommt ein Hund Räude?

Ein Fuchs und ein Hund - Räudemilben werden oft vom Fuchs übertragenDie Räude wird durch Kontakt (Ansteckung) zu befallenen Tieren übertragen. Oft genügt auch der Kontakt mit Gegenständen, die von befallenen Tieren benutzt wurden, insbesondere Decken auf ihrem Schlafplatz.

Der Hauptwirt der Räude-Erreger ist der Fuchs. Daher kann es nach Waldspaziergängen leichter zu einer Räude kommen. Zwar spricht man allgemein auch von Räudemilben, aber dies ist eigentlich eine Sammelbezeichnung: Verschiedene Milbenarten verursachen die Räude. Die klassische Räude wird durch die Krätze- oder Sarcoptes-Milbe verursacht.

Räudemilben

Räudemilben gehören zu den Ektoparasiten: Sie sind winzig kleine Spinnentiere, die auf und in der obersten Hautschicht des Hundes leben. Dort durchlaufen sie in etwa drei Wochen ihren kompletten Entwicklungszyklus. Männliche Milben leben auf der Hautoberfläche, während die Weibchen Tunnel in die obersten Hautschichten graben und dort ihre Eier ablegen. Zu den Milbenarten, die verschiedene Formen der Räude hervorrufen zählen unter anderem:

  • Krätzemilben (Sarcoptes-Milbe)
  • Raubmilben
  • Otodectes cynotis (Ohrräude-Milbe)

Wie kann ich Räude verhindern?

Räudmilben kommen häufig bei Straßenhunden und Wildtieren wie Fuchs, Marder oder Gamswild vor. Da Räude hochansteckend ist und bereits bei geringstem Kontakt übertragen wird, solltest du Kontakt zu befallenen Hunden und Wildtieren vermeiden. Greife aktiv ein, wenn du einen Hund erspähst, der nach einem Räude-Befall aussieht! Meide erkrankte Tiere und lasse auch deinen Hund nicht zu ihnen. Laufe am besten einen weiten Bogen. Ein rücksichtsvoller Hundehalter lässt seinen an Räude erkrankten Hund ohnehin nicht zu anderen.

Die Milben können aber auch einige Tage ohne Wirt in der Umgebung weiterleben. Dadurch ist auch eine indirekte Übertragung von Milben und Räude möglich – insbesondere bei mehreren Tieren in einem Haushalt. Auch wenn dein Hund durch ein Gebiet läuft, in dem sich Räudemilben auf Büschen oder Gräsern befinden, können diese auf ihn übergehen. Das ist häufig der Fall, wenn ein infiziertes Tier die Erreger dort abgestreift hat.

Allgemeinen Gesundheits-Tipps helfen ebenfalls gegen Räude: Stärke das Immunsystem deines Hundes durch eine gute Ernährung mit reichlich ungesättigten Fettsäuren. Ein Schuss Lein- oder Rapsöl, ausreichend aber nicht zu viel Bewegung und wenig Stress sorgen für gute, natürliche Abwehrkräfte. Ein Hund mit einem guten Abwehrsystem steckt sich nicht so leicht mit der Räude an.

Wie erkenne ich Räude?

Zu den ersten Symptomen der Räude zählen Haarausfall und Schuppen im Bereich der Augen, der Vorderbeine und des Mundwinkels, rötliche Flecken auf der Haut mit kahlen Stellen, auch auf der Nase, an den Zehen und über den Augen. Einige Milbenarten bevorzugen bestimmte Körperbereiche ihres Wirtes: Otodectes cynotis lebt nahezu ausschließlich im Ohr des Hundes und verursacht dadurch die lokal begrenzte Ohrräude.

Mit Räudemilben infizierte Hunde kratzen sich fast unaufhörlich. Das liegt daran, dass Räude einen extremen Juckreiz auf der Haut verursacht. Er entsteht durch eine allergische Reaktion des Hundes auf die Milben und vor allem den Milbenkot.

Eine Folge ist Haarausfall. Zudem kratzt der Hund seine Haut blutig, was Entzündungen, Verkrustungen (Schorf) und eine Verdickung der Haut nach sich zieht, möglicherweise auch eine bakterielle Infektion. Die betroffenen Stellen wirken dunkel gefärbt. Sie sind verdickt und fühlen sich an wie Elefantenhaut. An Räude erkrankte Hunde nehmen häufig stark ab und werden durch das fortdauernde Leiden aggressiv.

Was kann ich gegen Räude tun?

Hat dein Hund sich bereits die Räude eingefangen, gehe so schnell wie möglich zum Tierarzt! Er bestimmt die genaue Art des Befalls mit einer mikroskopischen Untersuchung. Dazu genügen ihm häufig bereits Hautabschürfungen des Hundes. Er empfiehlt dann ein geeignetes Milbenmittel. Ist es (wie häufig) in der Folge zu bakteriellen Infektionen der Haut gekommen, verschreibt er zudem ein Antibiotikum. Kortison kann in schweren Fällen gegen den Juckreiz helfen und die Wundheilung unterstützen. Das eigentliche Ziel muss es jedoch sein, die Ursache zu bekämpfen, also die Milben loszuwerden.

Ein Hund mit Räude bekommt eine gründliche Dusche, Duschkopf nüber Hundekopf.Für einige Formen der Räude gibt es zur Behandlung ein Spezialfutter. In jedem Fall gehören gründliche Waschungen mit einem speziellen Shampoo zur Therapie. Diese Waschungen führst du mehrere Wochen fort. Nur so bekämpfst du wirksam auch die aus den Eiern schlüpfenden Larven und Nymphen. In der ersten Woche badest du deinen Hund täglich, danach alle vier bis fünf Tage.

Zusätzliche Medikamente enthalten meist den Wirkstoff Avermectin, ein Neurotoxin, das speziell gegen Parasiten eingesetzt wird. Nebenwirkungen für deinen Hund sind leichte toxische Effekte, die sich durch Abgeschlagenheit äußern. Achtung: Avermectine gelangen in der Regel nicht ins zentrale Nervensystem von Säugetieren. Allerdings sind Hunde mit dem bei einigen Rassen verbreiteten MDR-1-Defekt ihnen gegenüber sehr empfindlich (Liste bei Wikipedia).

Ganz wichtig: Beziehe andere Tiere im Haushalt in die Behandlung mit ein, auch Katzen, Meerschweinchen und Co! Das gilt auch dann, wenn sie (noch) keine Symptome zeigen. Unterlässt du dies, weichen die Milben nämlich gerne auf einen anderen Wirt aus. Denke auch an die Umgebung: Wasche Decken und Kissen so heiß wie möglich und setze an den Schlafplätzen Insektenmittel ein.

Sind Räudemilben auf Menschen übertragbar?

Auf Menschen übertragene Räudemilben können juckende Hautquaddeln auslösen – wie nach einem Mückenstich. In seltenen Fällen kann sich durch die Übertragung von Räudemilben auf den Menschen die gleiche Krankheit (Krätze) entwickeln.

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1 KOMMENTAR

  1. Also ich kann dem Artikel nicht ganz zustimmen!
    Meine älteste Hündin hatte Räude als Nebeneffekt einer Leukämie im Alter bekommen.
    Laut Tierarzt brauchte ich weder meine Katze noch meine zweite Hündin mitbehandeln oder besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Keiner bekam etwas, auch nicht meine Besucherhunde.
    Solange das Immunsystem funktioniert besteht wohl kaum eine Gefahr wurde mir auch in der Tierklinik bestätigt.

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