Inkontinenz bei Hunden

1 Pfote2 Pfoten3 Pfoten4 Pfoten5 Pfoten (27 mal abgestimmt, Durchschnitt: 4,15 von 5 Pfoten)
Loading...
Inkontinenz bei Hunden - Ursachen und Lösungen

Inkontinenz tritt nicht nur bei Menschen auf. Sie zählt zu den Tierkrankheiten, an denen auch Hunde leiden können. Erfahre hier, was sie auslöst und wie du deinem Hund helfen kannst!

Ursachen für Inkontinenz bei Hunden

Die Gründe für Blasenprobleme beim Hund sind vielfältig. Sie lassen sich in mehrere Kategorien unterteilen. Die erste Möglichkeit ist harmlos: Hier tritt Urin aufgrund von Aufregung aus. Bedenklicher ist Blasenschwäche als Symptom einer Erkrankung oder Verletzung. Der dritte größere Bereich ist Inkontinenz als Teil der natürlichen Alterung und der damit einhergehenden Veränderung des Körpers. Ein Sonderfall ist die Kastration, die ebenfalls zu Problemen mit dem Harnapparat führen kann. Übrigens sind große Hunde und Hündinnen häufiger betroffen: Bei Hündinnen ist der Harnleiter gerader als bei Rüden – bis zu 30 % der weiblichen Hunde großer Rassen leiden unter Inkontinenz, gegenüber 10 % der kleineren Rassen.

Seltener ist die sogenannte Kotinkontinenz. Wie der Name sagt, verliert der Hund hier unfreiwillig Kot, nicht zwangsweise als Durchfall.

Aufregung

Gerade bei sehr jungen Hunden kann Stress, Angst oder auch Freude dazu führen, dass Harn austritt. Diese Form der Inkontinenz ist jedoch harmlos! Geschieht dies bei einem jungen Hund und nur ab und an, brauchst du dir keine Sorgen machen.

Bei unterwürfigen Hunden tritt das Einnässen ebenfalls gehäuft auf. Legen sie dieses Verhalten nicht ab, ist es ein Verhaltensproblem, mit dem sie auf eine bestimmte Situation reagieren. Um dies abzutrainieren, wendest du dich am besten an einen professionellen Trainer.

Krankheiten und Verletzungen

Inkontinez tritt als Symptom folgender Krankheiten auf:
  • Blasenentzündung
  • Harnsteine
  • Diabates
  • Morbus Cushing
  • Lebererkrankungen
  • Nierenschäden

Bei Inkontinenz durch Krankheiten oder Verletzungen spricht man von sekundärer Inkontinenz. Das heißt: Sie ist nur ein Symptom, hinter dem sich eine andere Ursache verbirgt.

Nach einem Unfall kann es zu einer Schädigung der Nerven kommen. Die Kontrolle über die Blase funktioniert dann nicht mehr richtig. Auch Tumore können Nerven auf diese Art verletzen.

Am häufigsten tritt Inkontinenz bei einer Blasenentzündung auf. Bei dieser gelangen Bakterien in die Blase und führen zu einer Entzündung in den unteren Harnwegen. Blasenentzündungen können chronisch oder akut auftreten. Harnsteine können ebenfalls eine Entzündung verursachen. Sie bilden sich in der Blase und reizen die Schleimhaut.

Trinkt dein Hund plötzlich viel mehr Wasser, kann das ein Zeichen für Diabetes mellitus sein. Durch das zusätzliche Wasser muss dein Hund öfter urinieren und kann auch ungewollt Harn verlieren. Dies ist auch bei anderen Krankheiten der Fall, bei denen der Hund zusätzlich trinkt, wie einige Leberkrankheiten oder Nierenschäden.

Auch durch einige Medikamente kann es ebenfalls zur Blasenproblemen kommen. Besonders Kortison oder Diuretika (Entwässerungsmittel) haben diese Nebenwirkung. Da ihr Einsatz zeitlich begrenzt ist, löst sich dieses Problem von selbst.

In einigen Fällen sind Fehlbildungen für die Inkontinenz verantwortlich, entweder von Geburt an oder durch falsches Wachstum. Diese müssen meist operativ behoben werden.

Hormonelle Veränderungen

Ist dein Hund bereits ausgewachsen, kann Inkontinenz unter anderem hormonelle Ursachen haben. An vorderster Stelle steht hier das Cushing-Syndrom. Der Körper des Hundes produziert durch eine Funktionsstörung zu viel Kortisol. Unter anderem führt es dazu, dass der Hund mehr frisst und trinkt und öfter Urin ablässt.

Alterserscheinungen

Bei alten Hunden lockert sich das Bindegewebe und der Schließmuskel der Blase funktioniert nicht mehr so gut wie früher. Dies ist eine völlig normale Entwicklung mit fortschreitendem Alter: Die Muskeln bauen ab. Es gibt auch hier einige sanfte Medikamente oder homöopathische Behandlungen, die meist in geringer Dosis Erfolg haben, eine Heilung oder eine Methode zur Vorbeugung gibt es aber nicht.

Kastration

Eine Kastration kann Harnröhreninkontinenz begünstigen. Besonders häufig kommt sie bei Hündinnen größerer Rassen vor. Männliche Hunde sind deutlich seltener betroffen. Es gibt auch Unterschiede zwischen den Rassen, so werden zum Beispiel 65% aller Boxerhündinnen inkontinent. (Der Schnitt liegt bei ca. 30% für große Hunderassen und etwa 10% bei kleinen.)

Die Zusammenhänge sind nicht ganz klar, zumal eine kastrationsbedingte Inkontinenz bei Hunden auch Jahre nach dem Eingriff auftreten kann. Experten vermuten, dass ein Zusammenhang mit den natürlichen Alterscheinungen besteht. Die verminderte Menge an Östrogen genügt als Grund nicht.

Inkontinenz bei Hunden behandeln

Behandlung eines Hundes bei InkontinenzBevor die Inkontinenz des Hundes behandelt werden kann, muss die Ursache gefunden werden. Das ist meist nicht einfach und sollte in Verbindung mit einem Tierarzt geschehen. Denn so vielfältig wie die Ursachen, ist auch die folgende Behandlung. Dein Tierarzt empfiehlt dir die passenden Mittel und nennt dir die richtige Dosis.

Wichtig: Bestrafe deinen Hund nicht! Er uriniert nicht mit Absicht und leidet vermutlich selbst unter seinem unabsichtlich verunreinigten Schlafplatz.

Schulmedizinische Behandlung

Liegt eine Missbildung vor, kann durch einen chirurgischen Eingriff Abhilfe geschaffen werden. Das gilt auch für beschädigte Nerven.

Ist die Inkontinenz des Hundes kastrationsbedingt, hilft eine Behandlung mittels Hormontabletten, welche Östrogene enthalten. Auch Ephedrin und Phenylpropanomalin werden häufig eingesetzt. Diese erhöhen die Muskelspannung in der Harnröhre und verstärken ihren Verschluss. Bei manchen Hunden haben diese Tabletten allerdings Nebenwirkungen: Sie schädigen das Knochenmark und hemmen die Blutbildung.

Bei einer akuten bakteriellen Erkrankung wie einer Harnwegsinfektion werden Antibiotika eingesetzt. Auch bei anderen Krankheiten geht der Tierarzt nicht direkt gegen das Symptom vor, sondern behandelt die Krankheit. Ist diese geheilt, verschwindet auch die Inkontinenz.

Homöopathische Behandlung

Auch in der Homöopathie finden sich Möglichkeiten, deinen Hund von seiner Blasenschwäche zu befreien. Wirkstoffe wie Bärentraube, Staphisagria oder Causticum zeigen oft erstaunliche Wirkung. Auch Sepia (Tintenfisch) wird empfohlen, um den Hormonspiegel auszugleichen.

Vor der Verwendung solltest du jedoch unbedingt mit einem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker sprechen. Mit ihnen stimmst du die Dosierung ab und überwachst die Behandlung deines Hundes. Zudem gibt es für verschiedene Krankheiten unterschiedliche effektive Maßnahmen: Bei Krankheiten hilft oft Cantharis D6; bei Pieseln durch Aufregung kann Gelsemium fördernd wirken.

Pflanzliche Mittel, die du ohne ärztliche Hilfe anwenden kannst, sind Kürbiskerne und Cranberrys. Auch Blasentees mit diesen Stoffen kannst du deinem Hund geben. Sie unterstützen vor allem indirekt und führen zu einem verbesserten Zellschutz. Bakterien haben es so schwerer, deinen Hund als Wirt zu nutzen. Kürbiskernöl stärkt vor allem die Prostata und den Schließmuskel der Blase.

Alternative zur Medizin: Hundewindeln

MyDog365 - Dein Hundetrainer für die Hosentasche
Besonders ältere Hunde verlieren Harn und Kot als Begleiterscheinung des Älterwerdens. Aber auch bei jüngeren Hunden möchtest du dich vielleicht gegen eine medizinische Behandlung entscheiden. Möglicherweise dauert es auch, bis ein Medikament anschlägt. Hilfe findest du in Form von Hundewindeln.

Diese sind unkompliziert anzubringen und für alte Vierbeiner weniger belastend als eine Operation oder Medikamente. Sollte dein Hund also an einer Inkontinenz leiden, die nicht behandelbar ist, sind Windeln für Hunde eine gute und tiergerechte Alternative. Da eine altersbedingte Blasenschwäche dem Hund nicht weiter schadet, reicht dies auch vollkommen aus.

Schlafplatz eingenässt – und nun?

Hat dein Hund sich schon mehrmals in der Nacht eingenässt? Das ist auch Hunden unangenehm. Es kann sogar sein, dass dein Hund seinen Schlafplatz meidet – sogar wenn du Decke und Stoff gewaschen hast.

Die normale Wäsche genügt nicht. Auch wenn du nichts riechst: Einige Stoffe im Hunde-Urin bleiben bei üblichen Waschtemperaturen erhalten. Um die Decken wirklich sauber zu bekommen, musst du die Waschmaschine auf 95° C stellen, sie also fast abkochen. Empfehlenswert: Lege eine leicht waschbare Unterlage unter die bevorzugten Ruheorte deines Hundes.

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT