Homöopathie für Hunde

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Homöopathie für Hunde: Einige Globuli, eine Nadel und ein grünes Blatt.

Heutzutage erfreut sich die Homöopathie bei zahlreichen Menschen ständig steigender Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt daran, dass diese alternativmedizinische Heilmethode nebenwirkungsfrei ist. Funktioniert Homöopathie bei Hunden? Ist die Methode sinnvoll? Wo liegen ihre Grenzen?

Was ist Homöopathie?

Bereits um das Jahr 400 vor Christus wurde in Schriften des Griechen Hippokrates der Vorläufer der heutigen Homöopathie erwähnt. Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann entdeckte die Therapie im späten 18. Jahrhundert erneut und stellte sie ab 1796 der Öffentlichkeit vor.

Das Ziel der Behandlung mit homöopathischen Präparaten ist die Stärkung der Heilungskräfte des Organismus. Deshalb ist vor Beginn der Therapie die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans erforderlich. Dieser umfasst das Krankheitsbild und die Persönlichkeit des Patienten. Im Gegensatz zur Schulmedizin betrachtet die Homöopathie nicht einzelne Symptome. Stattdessen sucht sie danach, was Schmerz oder Krankheit auslöst. Es werden also individuelle Ursachen behandelt, nicht die Symptome. Daher gibt es kein Mittel, das auf jeden Patienten passt – auch nicht bei gleichen Symptomen.

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Das zentrale Behandlungsprinzip der Homöopathie ist das Simile- oder Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet: Ähnliches wird mit Ähnlichem behandelt. Als Therapie dient ein Mittel, das beim Gesunden die gleichen Symptome verursacht, die ein Kranker zeigt: Bei Rötungen oder Schwellungen kommt Bienengift zum Einsatz; Ätherische Öle helfen bei Schnupfen. Homöopathische Mittel werden nicht in Reinform verabreicht, sondern verdünnt. Diese Verdünnung bezeichnet man als Potenzierung oder Dynamisierung.

Homöopathische Mittel beim Hund

Kleinere Beschwerden bei Hunden lassen sich gut mit homöopathischen Mitteln kurieren. Leidet das Tier auf Reisen unter Übelkeit, kannst du ihm Cocculus D6 verabreichen. Wird er bei Lärm ängstlich, hilft Borax D3. Zeigt er nach einem heißen Sommertag Anzeichen eines Sonnenstichs, kannst du deinem Hund alle zehn Minuten Aconitum D6 geben. Gegen Insektenstiche vielfach bewährt hat sich Apis D30, Verletzungen lassen sich mit Traumeel behandeln.

Bei altersbedingten Problemen sowie nach einer Operation in der Genesungsphase können vom Tierarzt verordnete homöopathische Präparate deinem Hund Linderung verschaffen. Dies gilt ebenso bei einer Arthrose oder bei Allergien. Auch wenn ein Krebsleiden durch Homöopathie kaum heilbar ist, kann sie das Befinden des erkrankten Hundes verbessern und seine Lebenszeit verlängern.

Wie gebe ich meinem Hund homöopathische Mittel?

Homöopathische Präparate gibt es in mehreren Formen: Streukügelchen (Globuli) kannst du ins Futter mischen oder in Wasser auflösen. Einige Präparate kann der Tierarzt auch spritzen. Ist dein Hund klein, kannst du ihm die gelöste Arznei mit einer Spritze (ohne Nadel!) auch direkt ins Maul geben.

Für Hunde ebenfalls als einfach und gut verträglich erwiesen haben sich Behandlungen mit Bachblüten. Diese kannst du deinem Hund über einen längeren Zeitraum geben, ohne dass Nebenwirkungen auftreten. Wenn du Blütenauszüge kaufst, achte darauf, dass diese ohne diese keinen Alkohol enthalten! Bachblüten sind einzeln oder als fertige Mischungen erhältlich. Sie sind keine homöopathischen Mittel im klassischen Sinn, aber eine beliebte Ergänzung alternativer Heilmethoden. Ihr Wirkungsprinzip unterscheidet sich und sie werden vor allem bei seelischen Problemen eingesetzt. Eine weitere gute Möglichkeit, Hunde bei kleineren Beschwerden mit sanften Alternativen zu behandeln, sind die Schüßler-Salze. Sie sind homöopathischer Behandlung sehr ähnlich.

Die schulmedizinische Meinung

Die Wissenschaft kommt zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit der Homöopathie bislang nicht nach wissenschaftlich sauberen Methoden nachgewiesen werden konnte. Scheinbar beobachtete Effekte liegen nicht am Mittel, sondern an anderen Effekten wie einem natürlichen Heilverlauf oder dem Placebo-Effekt. Auch das Simile-Prinzip gilt als nicht reproduzierbar und eine erhöhte Wirkung durch Verdünnung der Wirkstoffe läuft allen Erkenntnissen entgegen.

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Viele wissenschaftliche Mediziner lehnen Homöopathie daher ab und stufen sie sogar als potenziell gefährlich oder ethisch inakzeptabel ein. Dies ist dann der Fall, wenn zu ihren Gunsten auf eine notwendige und erprobte Heilmethode verzichtet wird.

Allerdings bedienen sich zunehmend schulmedizinische Tierärzte ergänzend alternativer Heilmethoden wie der Homöopathie. Mancher pragmatisch denkende Mediziner nutzt den folgenden Gedankengang:

Die Patienten möchten homöopathische Mittel. Durchaus recht haben sie ja mit möglichen Nebenwirkungen klassischer Medizin. In den meisten Fällen ist ein homöopathisches Mittel nach derzeitigen Erkenntnissen ein Nullsummenspiel: Das Mittel hat zwar keine positive Wirkung; aber auch keine Negative. Da die Patienten an die Wirksamkeit glauben, kommt es aber zu einem Placebo-Effekt, der die Gesundung fördert. Netto also ein Gewinn.

Inzwischen weiß man, dass der (erweiterte) Placebo-Effekt auch Hunde betrifft. Zwar kann der Hund sich nicht „einbilden“, dass ein homöopathisches Mittel ihm hilft; aber die Zuwendung durch seine Besitzerin und ihre Überzeugung, ihm etwas Gutes zu tun, können das Befinden des Tieres beeinflussen.

Wo liegen die Grenzen bei der Homöopathie für Hunde?

Auch die Homöopathie räumt ein, dass sie (genau wie Schulmedizin und alle anderen Heilmethoden) ihre Grenzen hat. Ein zusätzliches Problem ergibt sich daraus, dass dein Hund nicht sprechen kann. Daher bist du und ist der Tiermediziner darauf angewiesen, das Verhalten deines Tieres richtig zu deuten. Unter Berücksichtigung der Persönlichkeit und Veranlagung wird die Diagnose erstellt. Misslingt dies und das falsche Simile kommt zum Einsatz, muss auch die Therapie fehlschlagen.

Homöopathische Behandlungen sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken. Dazu muss der Hund zunächst genug Lebenskraft besitzen. Ist der Hund zu schwach oder hat einen heftigen Schicksalsschlag erlitten (z. B. den Verlust eines langjährigen Gefährten), reicht diese Lebenskraft nicht mehr aus. In diesem Fall bleibt nur die schulmedizinische Therapie.

Auch viele ernste Erkrankungen lassen sich nur mit konventioneller Medizin behandeln. Diabetes oder Krebs erfordern eine entsprechende Behandlung durch den Tierarzt. Homöopathische Mittel können jedoch weiterhin als Ergänzung und Unterstützung helfen.

Am besten suchst du dir einen Tierarzt mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie. Er versucht zunächst, homöopathische Methoden zu nutzen. Zusätzlich weiß er aber auch, wann diese nicht zielführend sind.

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