Erbrechen beim Hund: Ein Schutzreflex

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Erbrechen beim Hund

Erbrechen

Maßnahmen:

  • Beobachtung
  • KEIN Anti-Brech-Mittel!
  • Kein Futter
  • Ausreichend Wasser
  • Suche die Ursache
  • ggf. Tierarzt

Gelegentliches Erbrechen beim Hund (Vomitus) ist nicht ungewöhnlich. Meist ist die Ursache harmlos und es besteht kein Grund zur Sorge. In manchen Fällen kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung oder eine gefährliche Ursache dahinter stecken. Dann ist schnelles Handeln äußerst wichtig.

Ursachen von Erbrechen beim Hund

Ein häufiger Grund für Erbrechen beim Hund ist zu schnelles Fressen oder eine plötzliche Nahrungsumstellung. Auch eine Unverträglichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff des Futters ist möglich.

Denkbar ist auch, dass der Hund eine Infektion, beispielsweise mit Würmern, Bakterien oder Viren, hat. Reizungen und Entzündungen innerer Organe lösen unter anderem Erbrechen aus. So können Entzündungen der Prostata, Milz, Leber oder der Nieren verantwortlich für dieses Symptom sein.

Mitunter kommt es vor, dass Hunde Fremdkörper verschlucken, die nicht verdaut werden können. Diese lösen Brechreiz aus, können aber manchmal auch auf diesem Weg nicht mehr ausgeschieden werden.

Weitere mögliche Ursachen fürs Erbrechen beim Hund sind Schwellungen der Lymphknoten, Reizungen des Rachens, Geschwüre, und Ohrenentzündungen. Letztere führen zu Übelkeit und Schwindel, da im Mittelohr das Gleichgewichtsorgan sitzt.
Nicht selten kommt es zu Vergiftungen unterschiedlicher Art. Der Körper versucht diese Gifte, beispielsweise aus giftigen Pflanzen, Düngemittel oder verdorbenem Futter, über das Erbrechen wieder auszuscheiden.

Zusammengefasst sind Gründe fürs Erbrechen also:

  • Zu schnelles Fressen
  • Nahrungsumstellung
  • Infektionen
  • Verschiedene Entzündungen
  • Fremdkörper
  • Schwellungen und Reizungen
  • Vergiftungen

 

Ist das Erbrechen gefährlich?

Nur indirekt. Wenn etwas gefährlich ist, dann ist es die Ursache für das Erbrechen. Denn das Erbrechen ein Schutzreflex. Mit ihm wird der Magen des Hundes möglichst schnell entleert. Gift, Krankheitserreger, Parasiten und ähnliches werden so schnell herausbefördert. Schon bei einer Magenverstimmung kann das Erbrechen deinen Hund entlasten. Insgesamt ist dies also eine sinnvolle biologische Vorrichtung.

Hunde erbrechen übrigens deutlich leichter als Menschen. Setzte hier also nicht den gleichen Maßstab an und gehe sofort von etwas wirklich Ernsthaftem aus.

Einen Hund, der erbrochen hat, solltest du sorgfältig beobachten. Ist das Erbrechen einmalig und ist dein Hund so fit und aktiv wie immer, gibt es zunächst keinen Grund zur Aufregung. Beobachte dein Tier in nächster Zeit genau, um auszuschließen, dass es krank ist.
Verschlechtert sich der Allgemeinzustand des Hundes, ist ein Tierarztbesuch unumgänglich. Kommt es zu weiteren Symptomen (Fieber, Schwäche oder Blutbeimischungen), liegt vermutlich eine ernste Erkrankung vor. Dann sollte der Tierarzt deinen Hund fachgerecht untersuchen.
Erbrechen, das länger als 24-48 Stunden anhält, solltest du ebenfalls dem Tierarzt vorstellen.

Greife auf gar keinen Fall zu einem Anti-Brech-Mittel! Erstens würde dies nur das Symptom (das Erbrechen) unterdrücken und zweitens die Krankheit dahinter stärken. Denn effektiv unterdrückst du nur das, was der Körper tut, um sich selbst zu helfen.

 

So vermeidest du schädliches Erbrechen

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Hunde sollten nie Zugang zu Chemikalien haben. Die meisten Hund knabbern gerne mal alles an, was auch nur halbwegs essbar wirkt. Eine Vergiftung ist da nur eine Frage der Zeit, auch wenn du gut aufpasst.

Aus demselben Grund solltest du giftige Pflanzen in Haus und Garten vermeiden. Selbst wenn dein Hund sich jetzt nicht für diese interessiert: Irgendwann kommt er vielleicht auf die Idee, an ihnen zu knabbern.
Verwendest du im Garten Dünger, solltest du einen Zaun aufstellen oder anderweitig verhindern, dass dein Hund dorthin gelangt. Auf Spaziergängen musst du ihn vom Fressen unbekannter Pflanzen abhalten. Auf diese Art verhinderst du Vergiftungen, die häufig zum Erbrechen führen.

Futterumstellungen solltest du langsam und schrittweise durchführen. Teste ungewohntes Futter zunächst auf Verträglichkeit. Das machst du, indem du nur eine kleine Menge verfütterst.

Ein starkes Immunsystem, welches dein Hund durch gesunde Ernährung und viel Bewegung erreicht, bietet Schutz vor vielen Erkrankungen.

Erste Hilfe bei Erbrechen

Wenn dein Hund erbricht, gib ihm zunächst kein weiteres Futter. Wasser solltest du ihm hingegen stets zur Verfügung stellen. Untersuche den Rachenraum deines Hundes auf Fremdkörper.

Im Haus und Garten kannst du nach Hinweisen suchen, die auf eine Vergiftung hinweisen: angefressene Pflanzen, offene Gefäße mit Chemikalien, aus denen getrunken werden konnte, verdorbenes Futter.

Wenn keine Besserung eintritt, musst du den Tierarzt aufsuchen. Dieser kann mittels Blutuntersuchung schnell herausfinden, worin die Ursache für die Beschwerden liegt. Gegebenenfalls verordnet er Medikamente und eine Schonkost, damit der Verdauungstrakt deines Hundes sich wieder beruhigen kann.
Zusammengefasst gilt also:

  1. Beobachte
  2. Suche nach der Ursache
  3. Gib kein Futter aber ausreichend Wasser
  4. Hält das Erbrechen an, suche den Tierarzt auf

 

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