Senior auf vier Pfoten – Leben mit dem alten Hund

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Ein Alter Hund ruht auf dem Boden, seitliche Kopfansicht.

Welpenratgeber gibt es viele. Ein anderes Thema ist beim Hundehalter weniger präsent. Was tue ich, wenn mein Hund alt wird? Wann ist er überhaupt alt und was muss ich dann beachten?

Wann ist ein Hund alt?

Das Alter allein sagt noch nicht viel über die Bedürfnisse deines Hundes aus. Schon bei den Rassen gibt es Unterschiede. Gängige Tools rechnen Hundealter in Menschenalter um, mit verschiedenen Annahmen, die jedoch nicht genau. Beliebt ist dabei die Faustregel, dass 1 Hundejahr etwa 7 Menschenjahren entspricht. Das ist aber eine sehr grobe Formel. Ein Dackel ist nach einem Jahr schon zwölf Menschenjahre alt – ein Labrador sogar siebzehn!

Große und schwere Hunderassen werden meist nicht so alt. So gilt eine 6-jährige Deutsche Dogge bereits als Senior, während ein 10-jähriger Terrier noch quietschfidel ist. Dass Mischlinge generell älter werden, ist übrigens ein Mythos. Sie haben die Gene beider Elternrassen in sich. Sind deren Gene belastet, werden auch diese Anlagen vom Mischling übernommen.

Übrigens: Zwischen 1982 und 1996 ist die Lebenserwartung der Hunde im Durchschnitt um mehr als zwei Jahre gestiegen. Dies ist vor allem auf das wachsende Bewusstsein der Menschen und eine gezielte Altersvorsorge zurückzuführen. Denn alt ist nicht gleich alt! Auch du kannst einiges tun, um deinen Hund fit zu halten und ihn zu unterstützen.

Alte Hunde: Veränderungen im Körper

Ab einem gewissen Alter deines Hundes stellen sich die Prozesse in seinem Körper um. Stoffwechsel und Verdauung werden träger. Gleichzeitig sind sie für Störungen anfälliger: Die Gelenke sind nun abgenutzt und anfälliger für Erkrankungen. Das gilt auch für Herzschwäche. Übergewicht oder Diabetes erschweren diese Abnutzungserscheinungen zusätzlich.

Auch die Sinnesorgane lassen bei alten Hunden nach. Dein Hund sieht und riecht schlechter. Das ist kein plötzlicher Vorgang, sondern geschieht nach und nach. Je nach Hund sind diese Veränderungen unterschiedlich: Mancher alte Hund wird kaum eine Veränderung spüren, anderen merkst du es sofort an. Dennoch sind vermindertes Riech- und Sehvermögen häufig, ebenso wie Taubheit und Geschmacksverlust.

Mit dem veränderten Stoffwechsel lässt bei alten Hunden auch der Appetit nach. Das ist nicht schädlich, denn sein Körper verbraucht nun weniger Energie. Hiern ist es sinnvoll, auf ein gutes Seniorenfutter umzustellen, das zum einen vor Gewichtszunahme schützt und zum anderen das Immunsystem unterstützt:

Passende Ernährung für alte Hunde

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Ein alter Hund hat andere Bedürfnisse bei der Zusammensetzung seiner Nahrung. Diese hängen direkt mit den Veränderungen seines Körpers zusammen. So sinkt der Energiebedarf eines alten Hundes um ganze 20 % gegenüber einem Junghund! Einfach die Futtermenge reduzieren, ist jedoch keine gute Idee, denn damit senkst du auch die Menge der Vitamine und Mineralien.

Ausreichend Vitamine kräftigen das Immunsystem deines Hundes und verhindern Krankheiten. Die gealterten Gelenke deines Hundes benötigen zudem ausreichend Mineralstoffe. Ein alter Hund benötigt zudem hochwertige und vor allem leicht verdauliche Eiweiße.

Die Mengen sollten dabei speziell auf alte Hunde ausgerichtet sein – und auf den Energiebedarf deiner Fellnase. Denn wie mancher Rentner noch rüstig seinen täglichen Sport treibt, sind auch alte Hunde unterschiedlich aktiv. Natürlich solltest du nicht erst im Alter anfangen, deinem Hund die benötigten Nährstoffe zu geben. Was du zuvor verpasst, kannst du nicht einfach aufholen.

Bei alten Hunden kann es sich anbieten, nur noch ein bis zweimal pro Tag zu füttern. Falls dein Hund immer wieder Futter übriglässt, kannst du die Portionen ohne Bedenken verkleinern. Der verminderte Appetit vieler alter Hunde führt häufig zu vermehrtem Durst. Achte also verstärkt auf einen vollen Wassernapf!

Auch mit alten Hunden zum Tierarzt

Der regelmäßige Tierarztbesuch ist im Alter unerlässlich. Ohnehin sollten regelmäßige Untersuchungen und Behandlungen zu deinem normalen Alltag gehören. Frage deinen Tierazt am besten auch nach Alters-Screenings.

Mit dem Alter deines Hundes steigt seine Gefahr, an Tumoren zu erkranken. Auch Zähne und Zahnfleisch deines Hundes solltest du nun lieber einmal mehr kontrollieren: Zahnstein und Zahnentzündungen treten vermehrt bei älteren Hunden auf und können zu Herzerkrankungen führen. Auf richtige Zahnpflege sollte daher unbedingt geachtet werden. Ein gesunder Hund wird aber nicht zwangsläufig mit dem Alter krank. Es ist genau wie beim Menschen: Mancher 70jährige wirkt fit wie mit 40. Ein anderer sieht schon mit 50 aus wie 80 und leidet an allem.

Kleine Hunderassen sollten ab 10 Jahren mindestens einmal jährlich zum Tierarzt. Mittelgroße Rassen gehen ab dem 8. Und große Rassen ab dem 6. Jahr einmal zum Doc. Verknüpfe den Alters-Check doch einfach mit der jährlichen Impfung!

Viele Alterserscheinungen sind nur Schönheitsfehler

Bei diesem Alters-Screening erkennt der Tierarzt Erkrankungen und kann frühzeitig gegensteuern. Aber auch in Sachen Pflege gibt es nun Veränderungen. Da dein Hund nicht mehr so aktiv ist, wie früher, nutzen sich seine Krallen weniger ab. Dementsprechend musst du sie öfter schneiden.

Die Haut deines Hundes verdickt nun und verliert Elastizität und Feuchtigkeit. An hervorstehenden Knochen und Gelenken kann es zu Verhornungen kommen; auch Warzen können entstehen.

Diese Erscheinungen sind jedoch harmlos und meist lediglich unbedeutende Schönheitsfehler. Allerdings steigt mit dem Alter auch das Risiko von Hauttumoren. Verdickt sich die Haut und fühlt sich unregelmäßig knubbelig an (Beulen, Knoten u.ä.) solltest du deinen Tierarzt aufsuchen, um es abzuklären.

Nur Ruhe? Nein: Toben erlaubt!

Viele Menschen sprechen davon, den Lebensabend in Ruhe genießen zu wollen. Was sie genau unter Ruhe verstehen, ist unterschiedlich. Seltenst dürfte ein aktiver Mensch mit Renteneintritt zur „Couch Potatoe“ werden. Für deinen Hund wäre das ebenfalls totaler Blödsinn. Für alte Hunde sind Spaziergänge immer noch wichtig. Verzichtest du auf Bewegung, versteifen die Gelenke.

Allerdings kann es Sinn machen, die Runden zu verkürzen. Bewegung ist zwar unverzichtbar, aber mit dem Alter wird dein Hund weniger belastbar. Das gilt auch für Umwelteinflüsse wie hohe Temperaturen und sengende Sonne. Betreibt ihr Hundesport, gibt es vielleicht eine Seniorenklasse. Hier sind die körperlichen Belastungen deutlich vermindert, dein Hund kann aber immer noch Gewohntes tun.

Um alte Hunde im Kopf fit zu halten, eignen sich Such- und Geschicklichkeitsspiele. Die haben allgemein niedrige körperliche Anforderungen, aber lasten Fellnasen gut aus. Viele von ihnen kannst du im heimischen Wohnzimmer durchführen.

Dein Hund bleibt der Alte

Zu guter Letzt sei gesagt, dass dein Hund im sprichwörtlichen Sinn der Alte bleibt. Die Routine, die er kennt, solltest du beibehalten. Das gibt ihm Sicherheit und hilft ihm, besser mit den Veränderungen zu leben. Auch als Hunde-Opa ist dein Hund immer noch dein Hund und liebt es immer noch, mit dir spazieren zu gehen. Lass es ihm nicht langweilig werden, unternimm weiterhin alles, was du zuvor getan hast. Merkst du, dass dein Hund an seine Grenzen gelangt, schalte eine Stufe runter.

Liebevolle Pflege mit ausgedehntem Bürsten und Kraulen oder ein wöchentliches Bad sind nun wichtiger. Aber am Ende ist dein Hund nur so alt, wie er sich fühlt.

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