Verkehrssicherheit für Welpen

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Ein Welpe geht unbeschwert eine befahrene Straße entlang.

Deinen Welpen solltest du nicht überlasten. Gleichzeitig möchte er natürlich viel Freiheit genießen lassen und gern überall dabei sein. Das kann auch für dich manchmal schwierig sein, denn du trägst die Verantwortung für deinen Hund: dafür, wie er sich fühlt und wie er sich verhält. Das Leben in der Welt der Menschen müssen Hunde erst lernen. Der Straßenverkehr ist dabei eine Gefahrenquelle, die sich in unserer Gesellschaft nicht vermeiden lässt. Umso wichtiger ist ein frühzeitiger Beginn mit dem Verkehrstraining. Mit der Gewöhnung an Straßen und Autos kannst du schon ab der achten Lebenswoche anfangen. Zu diesem Zeitpunkt sind aber nur kurze Trainingseinheiten (ca. eine Minute) sinnvoll.

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Voraussetzungen für die Verkehrssicherheit

Bevor du im Straßenverkehr aktiv übst, sollten einige Grundkommandos sicher sitzen. Dadurch verschiebt sich das Verkehrstraining oft ein wenig nach hinten, aber das lässt sich nicht vermeiden.. Wenn dein Hund ans Gehen an der Leine und Umweltreize gewöhnt ist und sich gut an dir orientiert, sind die Voraussetzungen gut, einen Schritt weiter zu gehen.

Die wichtigsten Ziele für die Verkehrssicherheit von Hunden sind:

  • ein zuverlässiger Rückruf
  • das Stehenbleiben am Bordstein (Platz oder Stopp)
  • das Straßenqueren auf Kommando

Weiterhin nützlich sind die Kommandos:

  • Fuß
  • Bleib
  • Rechts / Links

 

Verkehrsteilnehmer kennenlernen

Zusätzlich solltest du deinen Hund mit den üblichen Verkehrsteilnehmern vertraut machen. Ein Welpe kennt Radfahrer, Autos, LKW, Rollstuhlfahrer und all die seltsamen „Wesen“ noch nicht. Such dir nicht den dichtesten Verkehr aus, aber lass deinen Welpen an ruhigeren Tageszeiten den Verkehr betrachten. Er lernt ihn so als normal kennen und wird später nicht dadurch gestresst, auch wenn vielleicht mal Feierabendverkehr herrscht. Dieses Kennenlernen kannst du auch ohne Kommandos durchführen. Stelle dich zu Anfang etwas entfernt von eher ruhigem Verkehr mit deinem angeleinten Hund hin. Lass ihn einfach beobachten. Sei dabei ganz ruhig und gelassen und vermittle ihm das Gefühl von Normalität. Lenke ihn auch mal ab mit einem Leckerli oder Spielzeug und verhalte dich ganz natürlich.

Verkehrssicherheit mit oder ohne Leine?

Naturgemäß ist es sicherer, wenn du deinen Hund an der Leine führst. Du kannst ihn so jederzeit zurückhalten und verhindern, dass er vor einem Fahrzeug auf die Straße rennt. Allerdings schränkst du so auch seine Bewegungsfreiheit ein. Zu seinem eigenen Schutz ist das aber wichtig, gerade wenn ihr in einer Stadt oder an vielbefahrenen Straßen wohnt. Deshalb solltest du mit einem neuen Hund oder als unerfahrener Hundehalter zunächst mit einer Leine arbeiten, um das Risiko zu senken. (Deinen Hund solltest du dazu bereits an die Leine gewöhnt haben!) Klappt dies, kannst du ohne Leine weiterüben – falls das dein Ziel ist und es in deiner Umgebung möglich ist.

Gleich wie du dich entscheidest: Ein Restrisiko bleibt immer, auch wenn du dies deutlich reduzieren kannst.

Neben dem Verkehr bewegen

Dein Hund hatte nun schon Gelegenheit, den Straßenverkehr zu beobachten und hoffentlich festgestellt, dass die lauten Ungetüme ihm nichts anhaben können. Erneut empfiehlt sich für den nächsten Schritt eine wenig befahrene Straße. Suche verschiedene Verkehrssituationen auf. Du gewöhnst deinen Welpen so nicht nur an den Straßenverkehr, sondern verschaffst ihm auch zusätzliche Eindrücke, die sein weiteres Leben erleichtern.

In diesem Schritt beobachtet ihr nicht mehr, sondern bewegt euch selbst im Straßenverkehr. Dabei bleibt ihr zunächst nur auf einer Straßenseite, überquert die Fahrbahn also noch nicht. Dein Welpe lernt so, dass er sich auch gefahrlos neben den Fahrzeugen bewegen kann.

Viele Hunde haben es lieber, wenn Autos von vorne kommen, statt sie von hinten zu überraschen. Gehe als wenn möglich zunächst auf der linken Straßenseite. (Wenn du gegen den Uhrzeigersinn in einer Runde um den Block gehst, kannst du dies genau so einrichten.) Wechsle erst in die Gegenrichtung, wenn dein Hund damit klarkommt. Langsam kannst du so auch an stärker befahrenen Straßen entlang gehen. Auch hier ist wichtig: Vermittle ihm Normalität! Sei gelassen und ruhig; sorge für positive Momente.

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Die Straße überqueren

Früher oder später möchtest du auch die Straßenseite wechseln. Kommt dein Hund mit dem Spazierengehen an der Straße gut klar , so kannst du diesen Schritt angehen. Bleibe am Bordstein stehen. Ist die Straße frei, überquere diese in normalem Tempo mit deinem Hund.

Manche Hunde sind zunächst ängstlich und zögern. Gib nicht der Versuchung nach, ihn auf den Arm zu nehmen! Das verstärkt nur seine Unsicherheit, denn es signalisiert ihm, dass er tatsächlich deinen Schutz braucht. Rede stattdessen ruhig mit ihm und bestärke ihn im Vorwärtsgehen, zerre ihn aber nicht hinter dir her.

Halt am Bordstein: Platz automatisieren

Beim Überqueren der Straße fiel bereits das Schlagwort Stehenbleiben am Bordstein. Das Anhalten solltest du deinem Welpen möglichst früh beibringen. Hat er das Kommando Platz/Stopp schon gelernt? Prima! Denn das kannst du genau hier einsetzen.

Wollt ihr eine Straße überqueren, gib deinem Hund nun dieses Kommando vor der Bordsteinkante. Beginne wie zuvor bei leeren Straßen und hangle dich über immer schwerer Situationen vorwärts. Achte darauf, dass dein Hund ausreichend Abstand zum Straßenrand hält – und auch auf eventuelle Radwege.

Ein lohnenswertes Ziel ist es, dass sich dein Hund auch ohne Kommando automatisch hinsetzt, wenn er den Bordstein erreicht, und erst dann aufsteht, wenn du ihm ein weiteres Kommando gibst (z. B. Weiter).

Ohne Leine: Platz und Rückruf in jeder Situation

Eine Leine kann deinen Hund zurückhalten. Hast du dich entschieden, deinen Hund ohne Leine laufenzulassen, so müssen mindestens das Kommando Platz und der Rückruf 100 % sicher sitzen.

Dein Hund muss auch dann gehorchen, wenn ein Reifen platzt oder ein Auto quietschend anhält, wenn ein Radfahrer unverantwortlich nah an euch vorbeirast oder wenn euch eine ganze Schulklasse entgegenkommt und beidseitig umschifft. Und auch auf den herrlich duftenden Abfallhaufen darf dein Hund nicht einfach so zurennen!

Dein Hund muss souverän sein und darf nicht in Panik geraten. Gehe vor wie beim Spazierengehen am Straßenrand und beim Queren der Straße: Steigere die Situationen langsam von entspannt bis schwierig. Sei aber ehrlich: Gehorcht dein Hund dir wirklich absolut? Er muss nur einmal nicht auf dich hören und vor ein Auto rennen und der Unfall ist passiert.

Typische Probleme

Der Hund kommt nicht, wenn du ihn rufst

Hier musst du am Rückruf arbeiten. Überlege dir, was dein Hund am liebsten mag, zum Beispiel ein Leckerli oder sein Lieblingsspielzeug. Bei diesem Problem musst du deinen Hund zunächst wieder an die Leine nehmen. Rufe ihn. Kommt er sofort zu dir, belohnst du ihm. Wichtig: Das Zurückkommen muss positive besetzt werden.

Der Hund rennt über die Straße

Trainiere das Stehenbleiben am Bordstein. Der ideale Weg ist die Automatisierung des Kommandos Sitz oder Platz vor der Fahrbahn. Erneut solltest du den Hund an die Leine nehmen und das Kommando geben, während du ebenfalls stehenbleibst. Denke auch hier an die Belohnung. Ebenso belohnst du das Weiterlaufen nach deinem nächsten Kommando.

Dichtgeparkte Straße

Häufig sind Autos derart eng geparkt, dass du keinen Blick auf die Straße hast. Auch in dieser Situation muss dein Hund warten. Gehe zwischen den parkenden Autos voraus und schaue, ob die Straße frei ist. Ist dein Hund angeleint, wirst du dabei eventuell an der Leine ziehen müssen.

Nun darf dein Hund aber trotz Zug nicht loslaufen. Deshalb sagst du Nein, wenn er läuft, und schiebst ihn sanft auf den Gehweg zurück. Bleibt er trotz Spannung auf der Leine am Bordstein stehen, lobst du ihn. So lernt der Welpe, dass er erst laufen darf, wenn er das Hörzeichen Lauf oder Weiter von dir bekommt.

Sichtbarkeit

Zu guter Letzt ein Punkt den du ohne langes Training umsetzen kannst: Mach deinen Hund sichtbar! Wenn du im Dunklen spazieren gehst, verwende ein Leuchthalsband oder eine Leuchtweste . Reflektierende Geschirre ermöglichen es Autofahrern ebenfalls, deinen Hund von weitem zu sehen.

Sichtbarkeit ist übrigens nicht nur für deinen Hund wichtig: Auch du selbst solltest an dunklen Winterabenden überlegen, was du anziehst. Einige Hundehalter denken zwar an ein gut sichtbares Leuchthalsband für ihren Vierbeiner, ziehen dann aber selbst schwarze Hose, Jacke, Schuhe und Mütze an. Was ist das Resultat? Der Hund wird gesehen – und du nicht.

Zieh also auch selbst eine Leuchtweste oder Kleidung mit Reflektoren an, denn Verkehrssicherheit ist für Menschen genauso wichtig wie für Hunde.

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