Warum ist der Kontakt mit anderen Hunden so wichtig?

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Zwei Hunde spielen miteinander im Park.

Ein Welpe ist der heimliche Liebling in jeder Familie. Er wird gehegt und gepflegt, gestreichelt und in den Mittelpunkt gestellt. Hunde sind Rudeltiere: Der Kontakt mit Menschen reicht nicht. Hunde benötigen zusätzlich Kontakt zu ihren Artgenossen. Das gilt besonders im Welpenalter, also dann, wenn sie den Umgang miteinander und die Grundregeln der Sozialisation erlernen.

Erste Kontakte: Der eigene Wurf

Ein neuer Welpe kommt üblicherweise zu dir, wenn er bereits einige Wochen alt ist. Unter Züchtern gilt die Faustregel: Tiere bleiben etwa drei Monate in ihrem Rudel (Wurf und Eltern) bis sie vermittelbar sind.

Das bringt mehrere Vorteile: In den ersten Monaten brauchen die Welpen mehrere Impfungen, die so sichergestellt werden. Zudem erlernt der junge Hund im Kreise seiner Eltern und Geschwister die ersten sozialen Kontakte.

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Hier testet der Welpe seine eigenen Fähigkeiten aus. Beim Kampf um die besten Plätze am Futternapf setzt er seine Kraft ein. Beim Spiel mit seinen Geschwistern tollt er hemmungslos herum. So sammelt er erste Erfahrungen in einer gereiften Hierarchie.

Nur keine Scheu: Lernen im fremden Rudel

Nun ist der Welpe bei dir, hat seinen Namen bekommen und fügt sich in deine Familie ein. Viele Hundebesitzer begehen nun einen Fehler: Sie wollen den Welpen nicht überfordern. Zusätzlich wollen sie ihm zunächst eigene Lehren mit auf den Weg geben: Der Welpe soll nicht bellen, nicht an der Leine ziehen, nur dort sein Geschäft verrichten, wo es vorgesehen ist … kurz: in jedem Aspekt „brav“ sein.

Darunter leidet der Kontakt mit Artgenossen. Oft wird er bewusst verhindert – aus dem falschen Grundgedanken. Denn den Kontakt mit anderen Hunden zu unterbinden, sabotiert deine eigenen Bemühungen in der Welpenerziehung. Bringst du deinen Welpen mit anderen Hunden zusammen, wirst du bemerken, dass deine ganze Anstrengung nicht notwendig ist. In einem Rudel ist das Sozialwesen meist derart intakt, dass genau die Lektionen „unterrichtet“ werden, die du deinem Welpen beibringen willst. Verhinderst du diese Kontakte, machst du dir nur dein eigenes Leben und das deines Welpen schwer. Zugegeben: Leinenführigkeit lernt dein Welpe im Rudel nicht.

Freunde zum Spielen und Erproben

Hat dein Welpe Kontakt mit anderen Hunden, im Park oder in der Hundeschule (Welpengruppe) trifft er oft auf bestehende Hierarchien und auch auf ältere Fellnasen. Dein Welpe will sich mit seinen Artgenossen austauschen. Er will spüren, wie es seinem Gegenüber geht, was er erlebt hat, welche Charakterzüge er besitzt.

Dein Welpe lernt, zwischen guten und weniger guten Eigenschaften zu unterscheiden. Dabei macht er auch schmerzhafte Erfahrungen, aber gerade an diesen reift er. Er lernt sich, seine Umwelt und sogar seine menschliche Familie besser kennen und begeht nun all jene Fehler, die er später vermeidet.

Er genießt auch das freudige Umhertollen mit seinen (gleichaltrigen) Kameraden und gegenseitige Wertschätzung. Auch du liebst deinen Hund, aber das ist eine ganz andere Art von Zuneigung als jene, die er von anderen Hunden erfährt.

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Der passende Spielkamerad

Gute und schlechte Erfahrungen sind wichtig. Allerdings ist es ebenso wichtig, dass du deinen Hund nicht wahllos mit jedem anderen Hund zusammenführst. Gerade bei aggressiven Artgenossen können Situationen entstehen, die du deinem Liebling vorerst ersparen solltest.

Ideal für die ersten Kontakte sind Hündinnen, die bereits einen oder mehrere Würfe aufgezogen haben. Sie schlüpfen in die Mutterrolle und vermitteln gleichzeitig viel Lehrreiches. Außerdem sind sie meist zu erfahren, um in einem Welpen einen Konkurrenten um Futter oder Garten zu sehen. Das gilt auch für männliche Artgenossen, die das Seniorenalter bereits erreicht haben.

Zunächst nur mit Aufsicht

Neben dem Alter und dem Charakter des Spielkameraden ist wichtig, dass er sich mit deinem Welpen versteht. Eine Art Harmonie sollte zwischen den beiden erkennbar sein. Auch wenn alles gut scheint: Bei den ersten Kontakten solltest du anwesend sein.

Greife aber nur im Notfall ein! Die beiden Vierbeiner dürfen sich ruhig einmal ihre Meinung sagen: Kleine Zankereien, ein zaghafter Biss, das Einsetzen der Krallen oder ein Machtwort des älteren Hundes sind kein Grund, einzugreifen. Das wäre voreilig, denn all dies gehört zum Lernprozess, an dem dein Welpe wächst.

Wer weiß: Vielleicht ist ja später er der alte Hund, der einer neuen Welpengeneration so die ersten Wege des Lebens zeigt!

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