Aggressives Verhalten bei Hunden

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Aggressives Verhalten bei Hunden

Unerwünschtes Aggressionsverhalten des Hundes ist ein häufiges Problem in der Mensch-Hund-Beziehung. Um dieses Verhalten abzustellen, musst du es zunächst verstehen.

Viele Hundehalter drohen an diesem scheinbar unlogischen und unangebrachten, Verhalten ihres Tieres zu verzweifeln. Die Aggression des Hundes ist aber nie pure Laune oder Lust auf Krawall. Hunde neigen genauso wenig zu Gewalt und Aggression wie der Mensch. Hinter jeder Form der Aggression steht eine Ursache, die dieses instinktive Verhalten auslöst. Wenn du das Problem erkennst, bist du der Lösung ein großes Stück näher. Der erste Schritt bei aggressivem Verhalten deines Hundes ist daher: Finde heraus, warum dein Hund aggressiv reagiert. Warte damit nicht, biss es zu spät ist und dein Hund jemanden beißt.

Den Auslöser erkennen und gezielt handeln

In vielen Fällen sind Hormonumstellungen oder -schwankungen für die schlechte Laune deines Hundes verantwortlich. Manchmal wird er auch durch Schmerzen aggressiv. Zeigt dein Hund aggressives Verhalten, schließe zuerst eine Verletzung oder Erkrankung aus. Sollte dies der Fall sein, musst du die Ursache bekämpfen. Lassen die Schmerzen oder das Unwohlsein nach, verschwindet meist auch die Aggressivität.

Mögliche Auslöser für Aggression

Die territoriale Aggression

Wenn dein Hund sein „Eigentum“ verteidigt, ist dies territoriale Aggression. Eigentum ist hier weit gefasst. Es kann sich beziehen auf dein Grundstück, den Liegeplatz deines Hundes oder sein Spielzeug. Territoriale Aggression tritt besonders in Reizsituationen auf. Dazu zählt auch diese klassische Szene: Der Postbote nähert sich deinem Grundstück und dein Hund weist ihn lautstark hinfort. In den Augen des Hundes hat er Erfolg, wenn der Postbote das Grundstück verlässt. Besonders problematisch: Über die Zeit wird das Verhalten konditioniert! Dein Hund bellt – der Postbote geht. Nicht zwangsläufig, weil dein Hund ihn vertrieben hat; wahrscheinlicher, weil der Briefträger die Post ausgeliefert hat. Das weiß dein Hund aber nicht. Er denkt, dass er ihn vertrieben hat. Das Verbellen des Eindringlings führte zum Erfolg – die Bestätigung ist das Verschwinden des Postboten. Dein Hund wird daher weiter auf diese Methode setzen: Für ihn ist sie der richtige Weg, sein Heim zu sichern. Um dieses Verhalten zu ändern, solltest du die Bestätigung abstellen oder überlagern.

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Angst, Stress und Frustration

Auch eine unklare Rangordnung, Angst oder Stress sind Ursachen für aggressives Verhalten. Eine Aggression durch Angst kann durch viele Faktoren ausgelöst werden. Hunde, die Schlechtes mit einem Auslöser erlebt haben, sind besonders häufig betroffen. Sie möchten das negative Erlebnis nicht wiederholen. Auch das Unbekannte ist geeignet, Furcht und Aggression auszulösen. Angst ist der häufigste Auslöser für Aggression beim Hund überhaupt.

Auf Frustration gründende Aggression entsteht meist, wenn dein Hund unterfordert oder überfordert ist. Er sucht sich dann ein Ventil, um überschüssige Energie abzubauen oder sucht einen schnellen Erfolg.

Eine unklare Rangordnung kann ebenfalls zu einem aggressiven Verhalten führen. Dein Hund denkt, er stehe auf einem anderen Rang. Er meint, du oder andere Personen und Hunde müssen tun, was er für richtig hält. Dieses Verhalten wird oft mit der Dominanzaggression in Verbindung gebracht.

Dominanz als Auslöser

Die Dominanzaggression ist ein umstrittenes Thema. Sehr dominante Hunde wollen immer eine dominante Rolle übernehmen, sei es gegenüber Artgenossen oder Personen. Gelingt dies nicht, zeigen sie aggressive Züge. Dominanzaggression wird gerne als Schlagwort missbraucht. Sie ist ein „Deckel“ für alles unerwünschte Verhalten eines Hundes. Sinnvoller ist es, zunächst nach den tatsächlichen Auslösern des aggressiven Verhaltens zu suchen. Echte Dominanzaggression ist viel seltener als allgemein vermutet.

Nahrungsaggression

Verteidigt der Hund seine Nahrung, hängt dies oft mit einer unklaren Rangordnung zusammen. Schnell schiebt man auch hier das unerwünschte Verhalten unter Dominanzaggression.

Der Mutterinstinkt

Hündinnen, die kürzlich geworfen haben, beschützen ihre Kinder. Diese mütterliche Aggression ist ein Instinkt und dir von vielen Tieren bekannt. Die Hündin will ihren Nachwuchs verteidigen, besonders vor unbekannten und möglicherweise gefährlichen Personen und Tieren. Für sie gilt: Besser zu viel abwehren, als dass ihre Welpen zu Schaden kommen. In der Regel lässt dieser Mutterinstinkt nach, wenn die Welpen auf eigenen Beinen stehen und sich eigenständig versorgen können.

Die Lösung: Geduld und Profi-Hilfe

Gleich welcher Art die Aggression deines Hundes ist: Sie kann bewältigt werden. An erster Stelle steht die Problemfindung. Selbst wenn dein Hund durch Dominanzdenken motiviert ist, wird die Lösung nicht schwerer. Hilfreich bei der Lösung ist ein gewisses Maß an Erfahrung. Als neuerer Hundehalter solltest du daher den Rat eines professionellen Hundetrainers in Anspruch nehmen. Klärst du Erkrankungen oder Verletzungen bei deinem Tierarzt ab, kann er dir einen Profi empfehlen – vielleicht auch einen Tierpsychologen. Spiele nicht selbst mit der Psyche deines Hundes herum! Ein zielgerichtetes Training ist die einzig sinnvolle Methode, um ein unerwünschtes Verhalten abzustellen. Nur so schaffst du eine geregelte und angenehme Situation in der Familie des Hundes. Falsche Experimente richten oft verdeckt Schaden an: Deinem Hund bleibt ein Knacks zurück, den du erst später entdeckst. Bedenke stets: Nur weil dein Hund aggressiv ist, ist er nicht bösartig oder mutig!

Der mexikanische Hundetrainer Cesar Millan („Der Hundeflüsterer“) setzt bei aggressiven Hunden ausschließlich auf Körpersprache und maximale Unterwerfung. Das ist für unerfahrene Hundehalter gefährlich: Dein Hund ist aggressiv, und du kommst ihm in den Weg, verbietest ihm etwas. Seine Aggression könnte sich nun gegen dich richten. Auch werden Cesar Millans Methoden von Tierärzten und Organisationen im Bereich Tierverhalten stark kritisiert. Seine Methoden basieren nicht auf einer positiven Erziehung. Stattdessen versucht er, eine Aversion (Ablehnung) im Hund zu wecken. Also ein negatives Gefühl.

Eine sinnvollere Methode zum Abstellen von Aggressionen kann die Gegenkonditionierung sein. Hierzu musst du in der Lage sein, deinen Hund rechtzeitig anzusprechen. Langsam baust du den Trigger der Aggression ab.

4 KOMMENTARE

  1. Der Artikel ist sehr gut geschrieben. Die „Erziehungs“ Methoden von Millan sollten generell verboten werden. Vertrauen ist bei Hunden das A und O, aber Millan zieht es eben vor, Hunde durch Negativerfahrungen zu erziehen. Dadurch werden diese Hunde, die durch ihn noch das letzte Fünkchen Vertrauen verloren haben, zu tickenden Zeitbomen.

  2. Milan hat oft wenig zeit um die Hunde umzuerziehen, deshalb muss er zu den barschen Methoden greifen. Man muss auch die Situationen sehen die er oft hat.

    Wenn man konsequent bleibt hat man keine Zeitbombe.

    Gruß Jens

  3. Hunde haben das in ihrer Genetik festgelegt dass sie sich unterwerfen wollen und einen starken Rudelführer brauchen.Probleme entstehen nur wenn der Mensch dieser Rolle nicht gerecht wird und nicht konsequent vorgeht.Millan macht das intuitiv richtig,nur das kann leider nicht jeder!MfG,Die Pitbullfreundin

  4. Manchmal frage ich mich, ob die Leute, die Cesar Millan kritisieren, oder gar seine Methoden GENERELL verbieten wollen, überhaupt mehr als eine Folge seiner Sendungen gesehen, geschweige denn sich mit seinen Methoden wirklich ernsthaft auseinander gesetzt haben…

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