Mein Hund schlingt sein Fressen hinunter!

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Hunde sind Schlingfresser

Viele Hunde inhalieren ihr Futter mehr, als dass sie es „essen“ und schlingen es in Rekordgeschwindigkeit hinunter. Ist es bedenklich, wenn Hunde ihr Fressen sich in Sekundenschnelle einverleiben?

Kurz und knapp: Nein, ist es in der Regel nicht. Zumindest nicht übermäßig. Hunde sind sogenannte Schlingfresser. Diese Eigenschaft haben Hunde von ihrem Vorfahren, dem Wolf, geerbt.

Schlingfressen als natürliche Fressart

Schlingfressen erbt der Hund vom Wolf, der seine Beute selbst erjagte
Wölfe schlingen bevorzugt unzerkaute Beute mitsamt Knochen in sich hinein. Ihre spitzen Zähne dienen nicht dazu, das Futter zu zermahlen. Sie sind dafür gedacht, die Beute zu verletzen und zu töten. Wölfe müssen beim Fressen schnell fliehen können. Nicht nur Feinde können auftauchen, sondern auch Konkurrenten um das Futter. Es ist also besser, möglichst viel selbst gegessen zu haben, wenn man schnell verschwinden muss.

Der gesamte Organismus eines Wolfes ist auf diese Art der Nahrungsaufnahme ausgerichtet. Sein Magen ist hochgradig dehnfähig. Auch sein Maul führt zu einem „Schlingrachen“ und legt diese Art, zu fressen, nahe. Ein Wolf würgt sein Futter später (an einem sicheren Ort) wieder hervor. Nun kaut er es erneut und verdaut es sauber. Für deinen Hund ist das keine Option, die du dir wünschst.

 

Schlingfressen: Problem durch „modernes“ Futter

Die Nahrung deines Hundes unterscheidet sich deutlich von der Nahrung der Wölfe. Die Neigung zum Schlingfressen hat er aber behalten. Augenfällig wird zunächst die Fresssituation. Selbst wenn er manchmal Angst um sein Futter hat, wird dein Hund von dir versorgt. Er muss sich sein Fressen nicht erjagen – er bekommt es von dir. „Fast Food“ für Wölfe, wenn du so möchtest: absolut bequem. Fliehen muss dein Hund nie. Und er würgt sein Fressen auch nicht mehr hervor.

Weitere Probleme verursacht das vom Menschen hergestellte Fertigfutter. Beim einmaligen Schlingen produziert dein Hund nur wenig Speichel. Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) können auftreten, besonders bei Trockenfutter mit kleinen Brocken. Auch Zahnstein und Mundgeruch nehmen durch mangelndes Kauen zu. Schlundverstopfungen und Magendrehungen werden ebenfalls durchs Schlingfressen begünstigt.

Wie kann ich meinen Hund am Schlingen hindern?

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Musst du es überhaupt? Eventuell hat dein Hund gar keine gesundheitlichen Probleme. Er ist vielleicht noch wolfsähnlicher und kommt bestens damit klar, zu schlingen. Wenn er Probleme bekommt, solltest du natürlich handeln.

Hilfe versprechen Fressnäpfe mit besonderer Form. Sie soll es deinem Hund erschweren, ans Futter zu kommen. Dadurch frisst er auch langsamer. Varianten gibt es mit Zylindern oder einem „Hunde-Schach“. Dein Hund muss sich bei diesen sein Futter Häppchen für Häppchen erarbeiten. Er wird geistig gefordert und besser ausgelastet. Ein großer Pluspunkt solcher Futter-Spiele ist, dass sie mechanisch sind. Wenn dein Hund besonders clever ist und in Rekordzeit an solcherart verstecktes Futter kommt, hilft dies aber nichts.

Ein anderer Ansatz ist spezielles Hundefutter: Besonders grobe Futterarten sollen Schlingen unmöglich machen. Dein Hund wird so zum Kauen gezwungen und frisst langsamer.

Du kannst aber auch auf eine gute Erziehung setzen. Füttere nur kleine Mengen. Decke das Futter nach einigen Bissen mit der Hand ab. Belohne deinen Hund, wenn er langsam frisst; gib das Futter in einem angemessenen Tempo frei. So lernt dein Hund, dass Schlingen zu einem Stopp führt und langsames Fressen seinen Napf letztendlich schneller leert.

Niemals solltest du deinen Hund mit Futterentzug strafen! Dadurch wird er nur noch schneller schlingen, wenn er endlich Essbares vor der Schnauze hat. Zudem wird er negative Erfahrungen mit dir assoziieren. Betone stattdessen die Belohnung. Dein Hund soll lernen: Langsames Fressen gibt mehr Futter. Achte aber darauf, deinen Hund nicht ins Übergewicht zu mästen.

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1 KOMMENTAR

  1. Gute Tipps, die Frage ist aber doch, ob es schädlich ist, wenn ein Hund schlingt. Bei meiner Lilly dauert es keine halbe Minute bis der volle Napf komplett leergeputzt ist – egal ob Barf, Trocken- oder Nassfutter. Ich konnte allerdings bisher keinen Grund finden, ihr das abzugewöhnen.

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