Eliminationsdiät für Hunde: Hilfe bei Allergien

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Verschiedene Hundefuttersorten - welche löst die Allergie aus?

Sunny ging es dreckig. Unsere Hündin war bisher immer fit und gut gelaunt. Das änderte sich irgendwann. Einen genauen Zeitpunkt kann ich nicht nennen. Vielleicht haben wir erste Zeichen übersehen? Im Grunde war uns das auch egal – wir wollten jetzt wissen, warum ihr Fell mit einem Mal glanzlos war und sie sich in ihre Ecke verkroch. Eine Freundin schlug mir vor: Versuch doch mal eine Eliminationsdiät – es könnte nämlich am falschen Futter liegen.

Was ist ein Eliminationsdiät?

Eine Eliminationsdiät (oder Ausschlussdiät) ermittelt, welche Bestandteile eines Futters schädlich sind. Schädlich meint dabei nicht, dass diese grundsätzlich schlecht sind, sondern nur für den jeweiligen Hund. Oder einen speziellen Menschen – hier gibt es keinen echten Unterschied. Es ist heute nämlich leider so, dass viele Hunde unter Futtermittelallergien leiden – und Menschen an Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Ziel der Eliminationsdiät ist es, herauszufinden, was diese allergische Reaktion verursacht. Bei Sunny tappten wir komplett im Dunkeln: Wir hatten kein Futter umgestellt; es gab seit Jahren das gleiche. Hatte sie vielleicht nach und nach eine Allergie entwickelt? Das kommt vor. Mit einer Eliminationsdiät können wir feststellen, worauf unser Hund reagiert.

Das Prinzip ist supersimpel und kann auch von dir genutzt werden: Lass für eine bestimmte Zeit alle verdächtigen Bestandteile weg. Wenn die Symptome nachlassen, hast du den Auslöser gefunden – und solltest ihn in Zukunft vermeiden.

Wie führe ich eine Eliminationsdiät durch?

Bei einer Eliminationsdiät reicht es nicht, lediglich einen Tag auf etwas zu verzichten. Ein einzelner Nahrungsbestandteil sollte für mehrere Wochen vermieden werden. Am besten stellst du zunächst auf ein komplett neues Futter um.

Bei Sunny begannen wir damit, das alte Futter abzusetzen und mit Straußenfleisch zu füttern. Wir achteten auch darauf, dass möglichst wenig andere Stoffe beigesetzt wurden. Bewährt ist, nur eine Fleisch- und eine Kohlenhydratquelle zu verwenden. Ob du Straußenfleisch nimmst oder etwas anderes, ist egal. Exotische Fleischsorten haben den Vorteil, dass dein Hund sie vermutlich noch nicht gegessen und daher keine Allergie entwickelt hat. Das neue Futter sollte lediglich nicht die gleichen Inhaltsstoffe haben wie das bisherige.

Nachdem wir Sunny drei Wochen mit dem Straußenfleisch gefüttert hatten, begann ihr Fell wieder zu glänzen und sie wurde auch munterer. Damit war klar: Es lag am Futter. Oder vielmehr an etwas in ihrem Futter. Nun haben wir nach und nach einige Komponenten zum Futter hinzugefügt. Das Ganze kannst du in folgenden Schritten selbst durchführen:

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  1. Gib deinem Hund ein Futter, das er noch nie gefressen In diesem ersten Schritt sind alle Leckerlis und Zusatzmittel verboten – auch gut gemeinte Ergänzungsmittel! Denn selbst gesunde Öle können die Allergie auslösen. (Sprich mit deinem Tierarzt, wenn dein Hund bestimmte Nährstoffe oder Medikamente unbedingt braucht.) Gib ihm keine Snacks und achte darauf, dass er sich nirgendwo anders bedienen kann. Halte sein Futter möglichst rein, das heißt ohne viele verschiedene Zusatzstoffe und Extras. Dieses neue Futter fütterst du nun längere Zeit.
  2. Bis die Symptome komplett verschwinden, kann es lange dauern. Bei Sunny sahen wir nach drei Wochen eine Verbesserung. So wie zuvor war ihr Fell aber erst nach drei Monaten(!). Du solltest auf jeden Fall warten, bis die allergischen Symptome vollständig verschwunden sind. Diese Phase nennt man Elimination.
  3. In der zweiten Stufe fütterst du nun eine neue Komponente (bspw. Reis, Öl oder Gemüse) hinzu, und zwar für mindestens 14 Tage. Dies nennt man Provokation.
  4. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Treten keine Anzeichen für eine Allergie auf, gibst du die nächste Komponente ins Futter. Dein Hund reagiert nicht allergisch auf die bisherigen Komponenten, also kannst du so weiterfüttern und auch Zutaten ergänzen. Erneut fütterst du für mindestens 14 Tage und wiederholst dies mit immer neuen Komponenten, solange keine Reaktionen auftreten. Dann hast du irgendwann euer neues passendes Futter gefunden. Vorher kann es aber auch zur zweiten Möglichkeit kommen: Es tritt eine allergische Reaktion auf. Gratuliere! So hast du gefunden, was deinen Hund krankmacht – zumindest eine Sache.
  5. Leider heißt es noch nicht, dass dein Hund nur auf diese eine Zutat reagiert – es können durchaus mehrere sein. Einige Hunde sind gegen mehrere Fleischsorten allergisch – übel, wenn es gleich Lamm, Rind und Ente sind! Willst du auch alle anderen Stoffe testen, beginnst du erneut beim 1. Schritt: Entferne die neueste Zutat und füttere nur diejenigen, die keine Probleme verursachen, bis alle Symptome verschwunden sind. Dies geht jetzt meist schneller als zuvor. So erhältst du eine Positivliste mit Stoffen, die dein Hund verträgt, und eine Negativliste, die du vermeiden musst.

 

Bei Sunny war es übrigens Weizen, der sie krank werden ließ. Diese Zutat ist leider in vielen Futtersorten enthalten. Aber da es nur diese eine Zutat war, hatten wir noch viele Alternativen.

Welche Bestandteile verursachen Allergien?

Grundsätzlich kann jedes Nahrungsmittel eine Unverträglichkeit oder Allergie verursachen. Viele Menschen vertragen zum Beispiel keine (Kuh-)Milch – auch wenn sie diese täglich zu sich nehmen. Bei Hunden sind besonders die folgenden Bestandteile des Futters als Allergieauslöser bekannt:

  • Lamm (häufig)
  • Rind (sehr häufig)
  • Ente
  • Huhn (häufig)
  • Eier (sehr häufig)
  • Fisch (selten)
  • Schwein (selten)
  • Soja (häufig)
  • Weizen (sehr häufig)
  • Mais (häufig)
  • Amaranth
  • andere Getreidesorten
  • Reis (selten)
  • Straußenfleisch
  • Rentier
  • Pferd
  • Milchprodukte (sehr häufig)
  • einzelne Kräuter
  • verschiedene Gemüsesorten
  • Pastinaken
  • Medikamente(!)

 

Dabei spielt es leider keine Rolle, ob das Nahrungsmittel grundsätzlich gesund ist oder sogar wichtige Inhaltsstoffe liefert: Bei einer Allergie sollte dein Hund sie nicht mehr bekommen und du solltest dich nach Alternativen umsehen.

Wie erkenne ich eine Unverträglichkeit?

Allergische Reaktionen treten manchmal spontan auf; Mediziner sprechen hier von einer Sofortreaktion. Dies kann plötzliches auffälliges Kratzen nach einem neuen Futterbestandteil sein oder auch eine Hautveränderung. Oft verschwinden diese Symptome schnell wieder – zunächst. Denn fütterst du das Nahrungsmittel weiter, werden die Symptome stärker.

Sunny zeigte keine sofortige Reaktion. Nach einer Woche Weizenanteil wurde ihr Fell aber wieder deutlich stumpfer. In manchen Fällen kommt der Hund mit einer einmaligen oder gelegentlichen Dosis eines Futters klar – erst die regelmäßige Aufnahme führt zu Problemen. Typische Anzeichen für eine Unverträglichkeit sind:

  • Juckreiz / Kratzen
  • Hautrötungen und andere Probleme
  • Fellveränderungen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Laute Darmgeräusche
  • Bauchschmerzen
  • Verfärbter Kot
  • Häufiges Abkoten
  • Schwellungen (meist als seltene Sofortreaktion)

 

Wichtig ist hier also eine genaue Beobachtung deines Vierbeiners, besonders direkt nach einem neuen Bestandteil, aber auch in der Zeit danach.

Hoffentlich findest du schnell, woran es liegt und es geht auch deinem Hund wieder so gut wie Sunny!

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