BARF: Alternative zum Fertigfutter?

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BARF - Alternative zur Fertigfutterernährung?

Stell dir einmal vor, du isst täglich Fast Food. Nur noch, nichts anderes. Gut fühlst du dich dabei vermutlich nicht. Industrielles Fertigfutter für deinen Hund ist jedoch genau das.

Gelegentlich ist Fast Food ok. Dass es nicht das gesündeste Essen ist, hat sich aber auch schon herumgesprochen. Wenn du nur Fast Food isst, zeigen sich nach einigen Wochen erste Konsequenzen. Mangelnde Konzentration, Müdigkeit, erstes Übergewicht – dies sind typische Folgen von zu viel Fast Food. Dein Gewissen klingelt gelegentlich: Wäre nicht doch ein Salat besser gewesen als der extra-fette Milchshake? Deinem Hund gibst du jedoch ohne einen zweiten Gedanken industriell gefertigtes Nass- und Trockenfutter. Das ist nichts anderes als Fast Food für Vierbeiner.

Verantwortung für gesunde Ernährung: Hat mein Hund eine Wahl?

Das Warum ist einfach. Du hast die Verantwortung in Gedanken an die Futtermittelhersteller abgegeben. Es ist weitaus bequemer, den Angaben des Herstellers zu glauben. Sich selbst mit dem Thema „richtige Ernährung“ ist aufwendig und dauert. Trotzdem liegt die Verantwortung für die gesunde Ernährung deines Hundes bei dir. Das ist wie mit deiner eigenen Ernährung: Klar, Fertigessen ist einfacher, aber eben nicht besser.

Seit den 1960er Jahren wird Hundefutter zunehmend industriell gefertigt. Typische Industrieerkrankungen haben daher nicht nur beim Menschen zugenommen. Auch bei Hunden nehmen Pankreasinsuffizienz, Nieren- und Leberkrankheiten, Hautprobleme und Immunschwächen zu. Viele Futterhersteller steuern dieser Entwicklung entgegen. Sie bieten Futtermischungen an, die frei von Konservierungsstoffen sind. Alternativ werden sie mit kalt gepressten Ölen zubereitet. Auch Roh-Futter-Mischungen finden Einzug in das Repertoire von renommierten Herstellern.

Doch bei der „richtigen“ Ernährung, ob für Hund oder für Mensch, streiten sich die Geister. Auf der einen Seite gibt es Verfechter; auf der anderen Seite gibt es ideologische Befürworter. Die meisten wissen gar nicht, wie die richtige Ernährung für ihren Hund aussehen muss. Häufig kommt die Geschichte auf, dass der Hund ja vom Wolf abstamme. Der ernährt sich von Beutetieren – also Fleisch, Innereien und dem pflanzlichen Mageninhalt der Beute. Ganz gut – irgendwie ist man dann schnell bei BARF.

 

Was ist BARF genau?

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Barf wurde für Hunde entwickelt. Die Abkürzung steht für Bones and Raw Food („Knochen und Rohkost“). Schon im Ursprungsland USA wurde der Begriff jedoch unterschiedlich ausgelegt. So gibt es auch die Lesart „Biological Appropriated Raw Food“ (Natürlich erlangtes Rohfutter). Im Deutschen wurde BARF relativ einheitlich umgedeutet in „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“.

Was genau Barf ist, darüber streiten sich die Hundehalter. Die „Vollbarfer“ füttern ihrem Hund nur rohes Fleisch und Gemüse. „Teilbarfer“ geben zum Beispiel auch gekochtes Getreide oder Milchprodukte. Und jeder hält seine Methode für die einzig richtige.

Insgesamt orientieren sich Barfer an der Nahrung, die ein Hund (Wolf) in freier Wildbahn zu sich nehmen würde. Auf industriell gefertigtes Futter verzichten Barfer. Sie simulieren stattdessen eine natürliche Ernährung wie durch Beutetiere.

Also sollte mein Hund einfach das Gleiche wie Wölfe fressen?

Das wäre zu einfach gedacht? Erinnere dich, dass dein Hund eine ganz neue, vom Menschen gezüchtete Rasse ist. Ein Wolf hat einen ganz anderen Tagesablauf als ein domestizierter Hund. Er trabt täglich mehrere Kilometer durch die Wälder. Sein Stoffwechsel braucht ganz andere Stoffe in anderen Mengen, um dauerhaft zu funktionieren. Dementsprechend ist sein Organismus für die Aufnahme von rohem Fleisch und für eine hohe Proteinzufuhr prädestiniert. Die tägliche Bewegung deines Hundes zeichnet sich eher durch schnelle und impulsartige Bewegungen aus. Dadurch benötigt er deutlich andere Mengen an Energie- und Proteinzufuhr.

Eine ausgeglichene Ernährung deines Hundes ist eine gute Voraussetzung für ein gesünderes und längeres Hundeleben. Doch nur weil du deinem Hund rohes Futter gibst, ist seine Ernährung noch nicht ausgeglichen.

BARF für Beginner: Das solltest du beachten

Achte zusätzlich darauf, dass die gefütterten Tagesrationen dem Bedarf deines Hundes entsprechen. Das musst du individuell berechnen: Alter, Rasse, Aktivität und Gesundheit führen zu Unterschieden beim Bedarf. Fütterst du einfach drauf los, kannst du beim Barfen eher Schaden als Nutzen anrichten. Willst du auf Nummer sicher gehen, lohnt sich der Gang zu einem auf BARF spezialisierten Tierarzt. Vielleicht gibt es sogar einen Ernährungsberater für Hunde in deiner Nähe. Dieser kann anhand der ausgewiesenen Werte des National Research Council (NRC 2006) den Nährstoffbedarf ausgewachsener Hunde exakt ermitteln.

Stelle die Barf-Rationen nicht aus dem Bauch heraus zusammen. Fatale Fehler können hier passieren. Sie haben dann keine positive Auswirkung auf die Gesundheit deines Hundes, sondern erreichen genau das Gegenteil. Aktuell (Februar 2013) läuft eine neue Studie zu Barf an der LMU München.

Hier noch eine allgemeine Übersicht der Vor- und Nachteile des Barfens:

Vorteile Barfen

  • Du weißt genau, was im Futter deines Hundes ist – keine Überraschungen
  • Dein Hund isst abwechslungsreicher und leckerer
  • Sein Futter enthält keine überflüssigen Zusatzstoffe
  • Barf-Rationen enthalten natürliche und unbehandelte Lebensmittel
  • Barf kann bei Futtermittelallergien helfen

Nachteile Barfen

  • Erhöhte Infektionsgefahr (Parasiten, Viren & Bakterien) durch rohe Lebensmittel
  • Häufige Fehlernährung durch unpassende Versorgung mit Energie, Eiweißen, Mineralstoffen oder Spurenelementen

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