Duell: Sind Kategorien sinnvoll?

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hudoba Duell: Kategorien oder Individualismus?

Viele Organisationen teilen Hunde in verschiedene Klassen und Kategorien ein. Wir fragten Rambo und Fiffi: Macht das eurer Meinung nach überhaupt Sinn?

Fiffi: Contra

Ich bin einzigartig!

 

Liebe Leute, ich … ich … ich bin empört! Frauchen hat soeben auf die Frage, welcher Rasse ich angehören würde, wie folgt geantwortet:

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„Meine Fiffi? Sie ist ein süßer kleiner Pudel. Erkennt man doch!“ Mal abgesehen davon, dass ich die Frage nach meiner „Rasse“ schon nicht verstehe – schließlich bin ich Fiffi, die einzigartige Fiffi. Es ging danach noch weiter: “Und FCI-Standard Nr. 172, Gruppe 9, Sektion 2 – habe ich im Internet gelesen.“

 

Äh…hä?! FCI? Was? Ich habe nichts zu verheimlichen! Ich weiß auch nicht, wie der rosa Knochen neulich in mein Maul geraten ist. Ich…Ich war das nicht! Bleibt mir also bloß weg mit dem FBI … oder diesem FCI!

 

Und dann auch noch Standard Nr.! Standard? Wer? Ich? Das soll wohl ein Scherz sein. Also wenn ich eines NICHT bin, dann Standard! Und eine Nummer bin ich ja wohl schon mal gar nicht! ICH BIN EINZIGARTIG! Hört ihr? EINZIGARTIG! Unverschämtheit! Und was soll das mit Gruppe 9, Sektion 2? Gruppe?

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Ne, also ich fürchte, dass Frauchen sich bei der ganzen Sache gewaltig verlesen hat. Das muss eine Verwechslung sein. Also ich habe noch nie einer Gruppe angehört und werde es auch nie! Bisher habe ich auch immer gedacht, diese Kategorien wie „Jagdhund“, „Wasserhund“, „Windhund“ und so seinen bloße Mythen.

 

Aber offensichtlich gibt es die wirklich … nur wozu? Ich bin doch Fiffi. Ich mag nicht jagen, und Wasser find ich auch ekelig. Ich hüte nicht, ich apportiere nicht. Guck, ich passe in keine Kategorie! Aber hey, wenn es nach mir geht, übernehmen alle Fiffis dieser Welt bald das Kommando und dann teilen wir die Menschen auch in Kategorien ein – so!

 

Rambo: Pro

Kategorien sind sinnvoll

Soldat, rühren!

 

Ja, ne – damit bin nicht ich gemeint, sondern der Chef. Ich spanne mich aber auch an. Ich weiß ja, was sich gehört. Und vor allem: Ich kenne meinen Platz, meine Aufgabe.

 

Ich gebe zu: Manche Kategorien überschneiden sich. Aber es ist doch wichtig, zu wissen, was man ist! Ich bin Rambo – aber ich bin auch ein Dobermann. Also ein Gebrauchshund. Das schreit auch fast schon Diensthund. Da habt ihr es schwarz auf weiß: Ich bin ein Hund, der etwas tut!

 

Und das dürfen auch die Menschen wissen. Dazu machen sie sich eben Kategorien. Sinnvoll. Ah: ein Jagdhund – auch wenn ich mich frage, wieso man sich erst „Jagdhund“ ausdenkt und dann ein Dutzend anderer Kategorien daraus bastelt. Ja, ne: Unterschiede gibt es. Und ohne genau zu fragen, hat man ein Bild vom Hund. Es wäre doch lästig, immer alle Einzelheiten zu beschreiben. Ich bin nicht mein Kumpel Bruno – aber der ist auch ein Dobermann und mir in Vielem ähnlich.

 

Das ist objektiv. Wenn ich ein Terrier wäre, könnte ich eben besonders gut Beute aus ihrem Bau scheuen. Wäre ich ein Windhund, könnte ich besonders schnell laufen. Das passt doch voll und ganz! Und wenn Menschen das wissen, können sie uns so einsetzen, wie es uns gefällt.

 

Hund kann doch nicht verlangen, dass Mensch sich mit jedem Detail auseinandersetzt! Ich weiß doch auch nicht, was genau ihr tut, aber ihr Menschen habt Berufe. Das sind doch auch Kategorien. Aber sinnvolle.

 

… ok, wo die Kategorie dann bitte aufhört, das ist „Hund“. Mit diesen Pudel-Softies habe ich ja wohl kaum etwas gemein.

 

Und was meinst du dazu? Wer von den beiden hat Recht?

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2 KOMMENTARE

  1. Ob nun sinnvoll oder nicht, Fakt ist, dass der Mensch in den Anfängen der Hundezucht nach Eignung für den eigenen Gebrauch selektiert hat. Also ein Schäfer hat sich Hunden gewählt, die gut gehütet haben, die Herde geschützt haben ohne die Schafe zu verletzten. Der Jäger hat sich Hunde mit besonders guten Nasen für die Nachsuche (Schweißhunde), für das Aufstöbern und Aufschrecken von Wild aus dem Dickicht (Stöberhunde), für das Anzeigen von Wild im Wald (Vorstehhunde) und für das Treiben und laufen über lange Strecken (Laufhunde) gewählt. Weiterhin haben sie auf Hunde gesetzt die den Dachs oder Fuchs aus dem Bau gesprengt haben (Teckel und kleine Terrier), oder die Wasserhunde zum Apportieren von geschossenem Federwild aus tiefen Gewässern, wozu auch alle Retrieverarten gehören. Die Eskimos haben sich Hunde gezüchtet die mit der Kälte, der kargen Ernährung, dem Leben draußen gut zurechtkamen und dennoch vor dem Schlitten (Kurzstrecke Husky – Langstrecke Malamuten) und auch auf der Jagd (Husky) hilfreich waren. In den Wüstenregionen wurden schnelle Hunde für das Verfolgen von Wild gezüchtet die vornehmlich mit den Augen jagen – also auf Sicht (Windhunde in verschiedenen Größen für unterschiedlich großes Wild). Und dann die Lagerhunde (molossoide Hunderassen) Diese Hunde hatten vielerlei Aufgaben, das Schützen von Haus und Hof, als Zughunde für Milchkarren oder ähnliches, gepanzert in Schlachten als Nachrichtenüberbringer. Dann gab es noch Hunde die einzig und allein zum Amusement der Damen gezüchtet wurden, die sogenannten Begleithunde, klein niedlich aber ohne besondere Aufgabe, Luxushunde für die Oberschicht. Aus diesen unterschiedlichen Aufgabengebieten sind die unterschiedlichen FCI-Gruppen entstanden. Egal für was für einen Hund man sich entscheidet, mal sollte tunlichst darüber nachdenken ob man seinen Bedürfnissen gerecht wird. Ob man als Rentner dem Laufpensum eines Wind oder Schlittenhundes folgen kann. Ob man mit den kurzangebundenen Terriern, die meistens als kleine Jagdhunde mit hohen Trieb gezüchtet wurden klar kommt. Und man sollte sich ernsthaft überlegen ob man einen Husky-Schäferhundmischling will, denn in seinem Herzen schlagen. Oder einen Mops-Beaglemischling, weil der Angeblich nicht jagen wird und doch so schöne große Augen hat. Für was man sich auch immer entscheidet, sollte man sich vorher wirklich schlau machen, wofür der Hund ursprünglich da war. Eine ältere Dame ist mit einem Cavalier King Charles Spaniel besser bedient als mit einem Springer Spaniel, ein Ehepaar mit kleinen Kindern sollte sich überlegen ob es wirklich ein Workoholic wie ein Bordercollie oder ein Australien Shepherd sein muss und man nicht lieber auf einen Labradorretriever ausweicht. Pro oder Contra ist hier glaube ich nicht die Frage, sondern die Einstellung die der Mensch zur Hundehaltung entwickelt und auch der Umgang mit Nichthundehaltern. Wenn man zum Beispiel einen Berner Sennenhund oder Berhardiner sein eigen nennt, diesen ungangeleint im Park laufen lässt, sich dieser aber nicht wirklich zurückrufen lässt empfinden das viele Nichthundehalter und insbesondere Kinder als Bedrohung. Sicher ich habe hier 2 Rassen gewählt die dem Menschen vom Grundtenor eher zugetan sind, aber machen Sie sich als Erwachsener doch einfach mal die Mühe, und setzen sich mit dem Hintern auf die Erde. Ein anderes Familienmitglied entfernt sich mit Ihrem Liebling so runde 50 – 80 Meter. Sie bleiben schön auf dem Boden sitzen rufen den Hund und halten sich ein Stück Wurst genau vor die Nase. Was sehen Sie, einen Hund der je näher er kommt immer größer wird, einen riesen Kopf der auf Augenhöhe mit ihnen ist, eine Zunge die ihnen über das Geschicht schleckt. Ein 4jähriges Kind ohne Hundeerfahrung bekommt einen Schock fürs Leben.
    Also nochmal Pro oder Contra ist hier nicht die Frage, die FCI Gruppen gibt es und werden sicher auch nicht abgeschafft. Die Frage ist – bin ich in der Lage die Bedürfnisse der Hunderasse die ich mir ausgesucht habe wirklich zu erfüllen.

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