Hundetrainer werden: Die Prüfung

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Hundetrainer werden: Prüfung

Es gibt keine staatliche Ausbildung zum Hundetrainer. Die Tierärztekammern Schleswig-Holstein und Niedersachsen bieten inzwischen jedoch eine bundesweit gültige Zertifizierung an. Um Hundetrainer zu werden, gibt es verschiedene Wege. Auch ein gutes Fernstudium zum Hundetrainer ist heute möglich und bereitet auf diem Prüfung vor.

An dieser Prüfung kannst du auch dann teilnehmen, wenn du nicht in diesen Bundesländern wohnst. Im Folgenden geben wir dir einen Überblick über die Prüfung bei der Tierärztekammer.

Deine Prüfung zum Hundetrainer besteht aus drei Teilen: einer theoretischen Prüfung, einem Fachgespräch und einer praktische Prüfung. Die theoretische Prüfung musst du als erstes bestehen. Erst dann wirst du zum Fachgespräch und zur praktischen Prüfung zugelassen.

1. Die theoretische Prüfung

Die theoretische Prüfung ist ein Multiple-Choice-Test. Es gibt zu jeder Frage genau vier Antworten. Von diesen ist jeweils genau eine Antwort richtig. Die richtige Antwort oder die richtigen Antworten musst du markieren (ankreuzen).

Im theoretischen Hundetrainer-Test der Tierärztekammern musst du 50 Fragen beantworten. Die Prüfung findet unter Aufsicht am PC statt. Maximal hast du 120 Minuten Zeit, um alle Fragen zu beantworten. Eine Liste der Themenbereiche findest du am Ende dieses Artikels. Hilfsmittel sind nicht zugelassen und du musst die Prüfung alleine absolvieren.

Die einzige Ausnahme: Hast du eine körperliche Behinderung oder eine Leseschwäche, mit der du einen Computer nicht ohne Beeinträchtigung bedienen kannst, darfst du eine Hilfsperson hinzuziehen. Diese liest dir dann den Text vor und hilft beim Markieren der Antworten nach deinen Angaben. Das musst du aber schon bei der Anmeldung zur Prüfung angeben.

Bestanden hast du deine Prüfung, wenn du mindestens 75 Prozent der maximal zu erreichenden Punkte erreicht hast.

Wenn du die theoretische Prüfung nicht bestehst, kannst du sie nach 30 Tagen wiederholen. Innerhalb eines Jahres kannst du die Prüfung drei Mal ablegen. Wenn du fünf Mal ohne Erfolg teilgenommen hast, hast du endgültig nicht bestanden. Dann gibt es keine Möglichkeit mehr, sie zu wiederholen.

Die Bewertung der theoretischen Prüfung

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Um zu bestehen, musst du 75 Prozent der maximal möglichen Punkte erzielen. Um diese zu bestimmen, kannst du jedoch nicht einfach die Fragen zählen und dreiviertel korrekt beantworten, denn die Fragen haben unterschiedliche Schwierigkeitsstufen.

Für die Bewertung gilt:

  • Jede richtig markierte Antwort gibt +X Punkte
  • Jede falsch gesetzte Markierung gibt -X Punkte
  • Jede nicht markierte Antwort gibt 0 Punkte

Wie viele Punkte eine Aufgabe gibt, hängt von dem Schwierigkeitsgrad dieser Aufgabe ab. Eine einfache oder unwichtige Aufgabe könnte beispielsweise den Schwierigkeitsgrad 1 haben und daher +1, -1 oder 0 Punkte geben. Eine ziemlich schwere Aufgabe könnte hingegen in der Schwierigkeitsstufe 15 sein. Eine richtige Antwort gibt 15 Punkte, eine falsche -15 Punkte.

2. Das Fachgespräch

Das Fachgespräch wird vor einem Komitee abgehalten. Die Tierärztekammer benennt die Komitee-Teilnehmer. Das Komitee besteht aus:

  • einem Fachtierarzt für Verhaltenskunde
  • einem durch die Tierärztekammer behördlich zertifizierten praktizierenden Hundetrainer
  • einem weiteren Tierarzt mit den Zusatzbezeichnungen „Verhaltenstherapie“ und „Tierschutzkunde“

Das Gespräch dauert etwa 60 Minuten. Hier sollst du in den gleichen Themenbereichen wie in der theoretischen Prüfung fundiertes Wissen nachweisen. Das Gespräch wird protokolliert.

Wenn du das Fachgespräch vor der Tierärztekammer nicht bestehst, kannst du es wiederholen. Maximal drei Wiederholungen sind bis zum endgültigen Nichtbestehen möglich. Zwischen zwei Wiederholungen müssen mindestens sechs Monate liegen.

3. Die praktische Prüfung

Auch die praktische Prüfung findet vor einem Komitee der Tierärztekammer statt. Es besteht erneut aus:

  • einem Fachtierarzt für Verhaltenskunde
  • einem durch die Tierärztekammer behördlich zertifizierten praktizierenden Hundetrainer
  • einem weiteren Tierarzt mit den Zusatzbezeichnungen „Verhaltenstherapie“ und „Tierschutzkunde“

In der Praxisprüfung sollst du dein Geschick zeigen, ein Hund-Halter-Team in Theorie und Praxis anzuleiten. Das Gespann kannst du dir nicht aussuchen, es wird von der Tierärztekammer gestellt. Bei diesem abschließenden Prüfungsteil zum zertifizierten Hundetrainer sollst du besonders folgende Gesichtspunkte eingehen:

  • Erklären verschiedener Ausbildungswege
  • Einschätzung des Ausbildungsstandes von Hund und Halter
  • Einschätzung der Persönlichkeit von Hund und Halter
  • Kommunikation mit Mensch und Hund
  • Erfragen und Eingrenzen des Trainingsziels
  • Praktische Umsetzung (des ersten Ausbildungsschrittes)
  • Timing in der Arbeit mit Hund und Halter

Die praktische Prüfung dauert zwischen 45 und 60 Minuten.

Wenn du die Prüfung nicht bestehst, kannst du sie bis zu drei Mal im Abstand von mindestens einem halben Jahr wiederholt werden.

Die Themenbereiche der Hundetrainer-Prüfung

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Die Prüfung zum Hundetrainer der Tierärztekammern behandelt die folgenden Themenbereiche:

Verhaltensbiologische Grundlagen des Hundes

  • Individualentwicklung (Ontogenese)
  • Spielverhalten
  • Aggressionsverhalten
  • Jagdverhalten
  • Soziale Organisation
  • Fortpflanzungsverhalten
  • Funktionskreise des kategorisierten Verhaltens

 

Lernverhalten

  • Lernformen
  • Klassische Konditionierung
  • Operante / Instrumentelle Konditionierung
  • Lerntheorie
  • Formales, soziales Lernen

 

Kommunikation

  • Ausdrucksverhalten des Hundes
  • Andere Kommunikationsformen des Hundes
  • Hund-Mensch-Kommunikation
  • Mensch-Hund-Kommunikation
  • Kommunikation zwischen Trainer und Hundehalter

 

Zucht, Haltung, Ernährung des Hundes

 

Anatomie des Hundes

  • Abweichungen erkennen
  • Domestikation
  • Domestikationsbedingte Veränderungen
  • Rassespezifisches Verhalten

 

Tiergesundheit, Erste Hilfe

  • Rassespezifische Erkrankungen
  • Parasiten
  • Notfallmaßnahmen

 

Recht

  • Tierschutzgesetz / Hundehaltungsverordnung
  • Hundegesetze, Hundeverordnungen

 

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