Die eigene Hundeschule gründen: Eine Checkliste

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Die eigene Hundeschule gründen

Du hast deine Ausbildung zum Hundetrainer abgeschlossen? Prima! Spätestens jetzt stellt sich die Frage: Arbeitest du in einer bestehenden Hundeschule oder gründest du eine neue?

Viele Hundetrainer machen sich bereits während ihrer Ausbildung Gedanken. Eine Anstellung in einer Hundeschule bringt ein festes Gehalt. Auch bei einer freien Mitarbeit hast du ein relativ festes Einkommen. Und vor allem: Du musst nicht die Kosten für die Gründung einer eigenen Hundeschule tragen. Diese sind nicht gering. Allerdings kann es schwer sein, eine solche Anstellung zu finden. Die meisten Hundeschul-Besitzer versuchen, möglichst viel selbst zu machen und stellen daher (wenn überhaupt) vorrangig 450-Euro-Kräfte ein.

Selbstständig mit der eigenen Hundeschule oder als Angestellter?

Zunächst solltest du dir überlegen, ob du wirklich eine eigene Hundeschule gründen möchtest – und auch in welchem Umfang. Denn mit der Gründung einer eigenen Hundeschule bist du selbstständig Gewerbetreibender. Wenn möglich solltest du dich daher vor deiner Selbstständigkeit beraten lassen. Oft bieten IHK und/oder Jobcenter Veranstaltungen zu diesem Thema an.

Dass du das Handwerk eines Hundetrainers mit all seinen Anforderungen beherrschst, davon gehen wir aus! Zusätzlich musst du einige weitere Eigenschaften verstärkt mitbringen: Ehrgeiz, Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit: Es gibt kaum frische Selbstständige, die nur 40 Stunden pro Woche arbeiten. Deine Qualifikation hilft dir beim Umgang mit den Kunden. Aber kennst du dich auch im nötigen Umfang mit Buchhaltung und Steuererklärungen aus? Unterschätze nicht die rechtlichen Anforderungen!

Eher Zukunftsmusik ist die Einstellung weiterer Mitarbeiter. Vielleicht bietet sich die gemeinsame Gründung einer Hundeschule mit einigen Freunden an; oder mit Teilnehmern deiner Ausbildung? Auch eine gewisse Risikobereitschaft musst du mitbringen. Denn die Investitionen können sehr leicht in die Höhe gehen, je nachdem, wie groß du deine Hundeschule anlegst. Eine „mobile Hundeschule“, bei der du zum Hundehalter fährst, reduziert die Kosten drastisch. Allerdings fehlen dir hier eventuell Trainingsgeräte, ausreichend Platz (Agility im 20-m²-Garten?!) und ein fester Kontaktpunkt nach außen. Auch stellt sich die Frage: Wie viel deiner Zeit willst du mit aktivem Hundetraining verbringen? Wie viel Zeit kostet dich die Verwaltung, was lagerst du aus – und ist das finanzierbar?

Das ist ganz schön viel zum Nachdenken! Hier ist aber noch nicht das Ende, denn bei der Gründung einer eigenen Hundeschule musst du auch einige gesetzliche Anforderungen erfüllen.

Anforderungen für die Gründung einer Hundeschule: Checklist

Behörden und Rechtliches

Bevor du deine Hundeschule errichtest, fragst du dich vielleicht, ob du als Freiberufler tätig sein kannst. Diese Frage kannst du sofort wieder vergessen. Die Finanzämter handeln in so gut wie allen Fällen gleich: Sie stufen Hundetrainer als Gewerbetreibende ein. Noch bevor du mit dem Betrieb deiner neugegründeten Hundeschule anfängst, musst du daher:

  • Zu deinem Gewerbeamt gehen. Hier lässt du dein Gewerbe registrieren. Den Antrag gibt es meist im Internet, so dass du ihn fertig ausfüllen kannst. Die Anmeldung eines Gewerbes kostet zwischen 15 und 65 Euro und hängt von der Gemeinde ab. Bei der IHK bist du Pflichtmitglied. Mancherorts meldet dich das Gewerbeamt dort mit an; du bekommst dann Formulare zugeschickt. Frage zur Sicherheit nach
  • Wenn die Anmeldung erledigt ist, gehst du zum Finanzamt. Dort meldest du deine selbstständige Tätigkeit und die Gründung einer Hundeschule an. Du bekommst eine neue Steuernummer, die du nun immer angeben musst.

 

Deine neu gegründete Hundeschule ist nun angemeldet! Ein guter Tipp: Schaue vor dem Start noch einmal nach deinen Versicherungen (siehe unten).

Zudem musst du noch entscheiden, ob du eigene AGB erstelle willst oder bewusst auf Allgemeine Geschäftsbedingungen verzichtest. Dann greift automatisch das BGB. Deine AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) regeln das Verhältnis und die Pflichten zwischen dir und deinem Kunden. Für diese musst du dir nicht extra einem Anwalt suchen. Du kannst dir im Internet AGB angesehener Hundeschulen anschauen und diese als Vorlage verwenden. Aber häufig gibt es in AGB Formfehler und machen die AGB ungültig. Verzichtest du hingegen auf eigene AGB, greift automatisch das BGB (Bürgerliches Gesetzbuch).

Wenn du eigene AGB erstellst und sich ein ein Kunde neu anmeldet, sollte er diese AGB unterschreiben. Du selbst behältst eine Kopie und der Kunde behält das Original.

Kapital und Finanzierung

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Wenn du Kredite oder Förderungen benötigst, ist es sehr wichtig, diese vor der Anmeldung beim Gewerbe- und Finanzamt zu beantragen. Für alle Förderungen benötigst du ein Geschäftskonzept, das du vorlegen musst, um diese erhalten zu können. Auch deshalb ist es wichtig, sich früh Gedanken zu machen. Prüfe dabei auch, ob der Bedarf für deine Hundeschule vorhanden ist, du also genug verdienen kannst.

  • Gründungszuschuss und Einstiegsgeld (nur nach Arbeitslosigkeit)
  • Businessplan (Geschäftskonzept)
  • Kredit

 

Versicherungen

Es passiert doch nichts! Ja sicher, lange kann es gutgehen. Mit deinem eigenen Hund bist du vielleicht ohne Hundeversicherung ausgekommen. Auch hier kann der Schaden schon hoch sein. Bei der Neugründung einer Hundeschule kommen jedoch noch andere Posten hinzu. Die Krankenversicherung ist für dich sowieso Pflicht. Eine Unfallversicherung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn du mit Problemhunden arbeitest. Aber auch sonst kann es sinnvoll sein, dich gegen tierische Schäden abzusichern. Eine Betriebshaftpflichtversicherung schützt dich vor Schäden an deinem Hundeplatz. Sie sichert auch deine Angestellten und Kunden bei Unfällen ab. Für deine langfristige Absicherung musst du dir als Selbstständiger auch überlegen eine freiwillige Berufsunfähigkeits-, Rechtsschutz- und Arbeitslosenversicherung abzuschließen.

  • Betriebshaftpflichtversicherung
  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

 

Organisation

Erneut die Frage: Was willst du wirklich den ganzen Tag über tun? Wie viel Verwaltung ist notwendig? Bist du allein tätig, reduziert sich der Verwaltungsaufwand. Bei einer gemeinsamen Gründung einer Hundeschule mit Hundeplatz steigt er jedoch schnell. Einen Tag pro Monat solltest du auch bei einem 1-Mann-Unternehmen ausschließlich für die Buchführung einplanen. Unumgänglich ist das Einrichten eines Geschäftskontos. Nr so kannst du Privates von Geschäftlichem trennen und die Übersicht behalten. Es kann sinnvoll sein, einen Steuerberater zu engagieren. Er hilft dir gerade in der Anfangszeit bei Problemen. In Sachen Rechnungen sitzt du jetzt auf der „schönen“ Seite – du schreibst sie deinen Kunden. Selbst benötigst du sie für die Buchhaltung. Informiere dich vorher, wie man Rechnungen schreibt!

  • Geschäftskonto
  • Buchhaltung und Führung eines Kassenbuches
  • Steuerberater
  • Rechnungen

 

Hundeplatz

Oh weh, jetzt auch noch neu bauen? Mit Glück kannst du eine bestehende Halle oder einen bestehenden Platz übernehmen. Dann fallen natürlich hierfür Kosten an. Die Alternative ist der Neubau eines Hundeplatzes (oder der Verzicht auf einen solchen Platz). Hast du den passenden Ort gefunden, musst du das Bauamt kontaktieren. Der Platz muss eingezäunt sein, so dass Hunde nicht entlaufen können. Vergiss auch die sanitären Anlagen nicht. Oft ist eine weitere Auflage die Schaffung von Parkmöglichkeiten für deine Kunden Auch wenn du nur einen Zaun aufstellst und Geräte installierst, musst du da Bauamt kontaktieren!

  • Ort für den Hundeplatz finden
  • Bauamt kontaktieren
  • Platz sicher einzäunen
  • Sanitäre Anlagen (Toiletten)
  • Parkplätze

 

Dein Unternehmen

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Noch etwas? Na aber sicher und zum Abschluss etwas Leichtes! Wie soll deine Hundeschule heißen? Welches Logo? Wie genau machst du Werbung, was bietest du an, wann und wo. Stelle ein Unterrichtskonzept auf, mit dem du Kunden für dich gewinnst. Wenn keiner von dir weiß, wirst du auch keine Kunden bekommen. Plane daher auch gleich ein, die Presse anzuschreiben. Über Folgendes solltest du einen Plan erstellen:

  • Name deiner neuen Hundeschule
  • Werbung (Website, Flyer …)
  • Preise
  • Angebot
  • Öffnungszeiten
  • Unterrichtskonzept
  • Presseinformation / Pressearbeit

 

Nun ist endlich alles startbereit!

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