Jagdhund: Mit Nase und Disziplin zum Erfolg

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Jagdhund: Ein Beruf für disziplinierte Hunde mit exzellenter Nase

Ein altes Waidmanns-Sprichwort lautet „Jagd ohne Hund ist Schund“ und beinhaltet damit zugleich viel Wahrheit. Tatsächlich ist der Gebrauch als Jagdhund der wohl älteste „Beruf“, zu dem der Mensch den Kameraden Hund einsetzte.

Wozu braucht Mensch überhaupt einen Hund bei der Jagd? Natürlich geht es auch ohne, aber das ist, wie gesagt, Schund. Ein Jäger bedient sich der natürlichen Fähigkeiten des Hundes. Dazu zählt besonders das Vermögen zum Aufspüren des Wildes und zum Fangen und Niederhalten eines weidwunden Stücks. Der Mensch setzte den Hund schon sehr früh zur Jagd ein, lange bevor er Hirtenhund oder Wachhund wurde. Blindenhunde, Zollhunde, Trüffelhunde oder Polizeihunde waren damals noch Zukunftsmusik. Auch so machte sich der Hund zum geschätzten Helfer des Menschen auf der Jagd.

Daran änderte sich auch nichts, als die Jagd sich vom Broterwerb zum Privileg Adeliger wandelte. Auch als sie sich zur Freizeitbeschäftigung der Reichen wandelte, wollte der Mensch nicht mehr auf die Fähigkeiten des Jagdhundes verzichten.

Die Aufgaben des Jagdhundes im Berufsalltag

Als Jagdhunde sind heute nur bestimmte Hunderassen zugelassen. Sie müssen spezielle Prüfungen zum Nachweis von Eignung und Fähigkeiten ablegen. Die Aufgaben des Jagdhundes im modernen Jagdbetrieb sind dabei vielfältig.

Oft wird der Hund zur Nachsuche eines weidwund geschossenen Stückes Wild eingesetzt. An der langen Leine nimmt er die Fährte auf und führt den Jäger bis zum verwundeten Stück Wild. Hält sich das Stück im unzugänglichen Dickicht auf, lässt der Jäger den Hund frei und er stellt es dort. Er hält es nieder oder verbellt es, bis der Jäger heran ist und den Fangschuss setzen kann.

Auch auf der Treibjagd werden Jagdhunde eingesetzt. Hier spüren sie Wild in der Dickung auf. Sie machen es hoch und treibt es unter dem Geläute (wie der Jäger das lautstarke Gebell seines Gefährten bezeichnet) den Schützen zu.

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Zu den weiteren Leistungen des Jagdhundes gehört traditionell sein Einsatz bei der Jagd auf Niederwild und auf Federwild. Hierbei stöbert der Hund das Wild auf und zeigt dem Jäger durch ein ganz bestimmtes Verhalten (durch das Vorstehen) an, dass er Wild gefunden hat. Auf ein Sichtzeichen des Jägers hin treibt der Hund dann das Wild aus der Deckung. Er „macht es hoch“, so sagt der Jäger, der erst dann zu Schuss kommt.

Ist ein Stück Wild getroffen und in unzugänglicher Dickung oder sogar auf dem Wasser niedergegangen, wird der Jagdhund erneut aktiv. Es ist seine Aufgabe, das Wild zu bergen, das heißt zu apportieren.

Immer gab es in der Geschichte berühmte Jagdhunde, die auch entsprechend teuer waren. So beispielsweise Naso II, ein berühmter English Setter. Prinz Albrecht zu Solms-Braunfels besaß ihn gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Beim Einsatz zum Decken einer Jagdhündin durch Naso II wurden 120 Goldmark fällig – über den heutigen Goldpreis entspricht das etwa 1360 Euro.

Anforderungen an moderne Jagdhunde

Der Jagdhund muss auch in einer technisierten Umwelt mit hohem Verkehrsaufkommen zurechtkommen. Nach wie vor sollte er vor allem wesensfest sein. Darüber hinaus sollte er mutig und schussfest agieren. Bei der Arbeit auf der Fährte oder der Schweißspur ist es zudem unabdingbar, dass er spurlaut oder zumindest sichtlaut ist. Er darf weder Wasser noch Dickungen oder Schneewechten scheuen und soll über einen angeborenen Jagdinstinkt verfügen. Eine wesentliche Voraussetzung ist allerdings auch die Hasenreinheit. Das heißt, der Hund darf weder Hasen noch anderes Wild unerlaubt verfolgen und hetzen.

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