Leidet dein Hund unter Schlafmangel?

Hund liegt auf dem Boden und schläft

Wenn du genau beobachtest, wirst du feststellen, dass Hunde mehr schlafen als wir Menschen. Aber wie viel Schlaf brauchen sie genau?

Bezogen auf den festen, tiefen Schlaf benötigen Hunde in etwa genauso viel wie die meisten Menschen auch, nämlich ungefähr acht Stunden. Im Tagesverlauf gibt es aber zusätzlich viele Phasen, in denen Hunde einfach nur dösen, träumen oder sich in einem ganz leichten Schlaf befinden. Dabei nehmen sie oftmals noch Geräusche und Gerüche der Umgebung wahr.

Hast du schon einmal beobachtet, dass ein Hund, der fest zu schlafen schien, urplötzlich mit geöffneten Augen den Kopf reckte, vermutlich, weil er etwas sehr Interessantes aufgenommen hatte?

Die über den Tag verteilten Ruhephasen und den Halbschlaf mit einbezogen, schlafen und ruhen Hunde insgesamt etwa vierzehn bis achtzehn Stunden pro Tag. Und diese Zeit brauchen sie auch, um sich wohlzufühlen und gesund zu bleiben. Sie verarbeiten während dieser Phasen die am Tag aufgenommene Reize, regenerieren ihren Körper und tanken neue Energie für kommende Aktivitäten.

Schlafmangel – was passiert, wenn Hunde nicht ausreichend Schlaf bekommen?

Bekommen Hunde nicht ausreichend Schlaf und haben sie keine Gelegenheit, über den Tag hinweg genügend Ruhephasen einzulegen, stellen sich Probleme ein, genauso wie bei Menschen, die unter Schlafmangel leiden. Hunde, die nicht ausreichend Schlaf bekommen, wirken oftmals nicht gut gelaunt und machen einen übermüdeten Eindruck. Mitunter zeigen sie auch problematisches Verhalten, reagieren etwa aggressiv, sind hyperaktiv oder zeigen allgemein unerwartetes, plötzliches und der Situation nicht angemessenes Verhalten.

Hunde, denen ausreichend Ruhe gegönnt wird, sind in der Regel ausgeglichen. Im ungünstigsten Fall kann kontinuierlicher Schlafmangel auch ernste und chronische Krankheiten bei einem Hund zur Folge haben.

Dein Hund kommt nicht zur Ruhe – so kannst du ihn unterstützen

Bemerkst du, dass dein Hund nicht ausreichend Schlaf bekommt, solltest du diese Situation unbedingt verändern. Ist er oft überaktiv, sehr aufgedreht und aufgekratzt oder sehr jung, kann es nötig sein, ihn zu von Zeit zu Zeit sehr bestimmt zur Ruhe anzuhalten.

Dabei kann dir zum Beispiel das sogenannte Deckentraining helfen. Hier lernt dein Hund durch gezieltes Training ein Objekt, das idealerweise eine Decke sein kann, gedanklich mit einer Ruhephase zu verbinden. Nach erfolgreichem Training wird sich dein Hund auf einer Decke ablegen und zur Ruhe kommen, sobald du ihn dorthin führst. Die Decke signalisiert ihm, dass es für ihn Zeit zum Ausruhen ist.

Viele Hunde lieben Massagen. Massierst du deinen Hund sanft vom Hals bis zur Lende, tust du ihm etwas Gutes und hilfst ihm, zu entspannen. Außerdem kann sich dein eigenes ruhiges Verhalten auf das Tier übertragen.

Ist dein Hund sehr unruhig, biete ihm etwas, worauf er herumkauen, an dem er nagen oder das er abschlecken kann. Kauteile können ihm helfen, herunterzufahren.

Es kann auch sinnvoll sein, Routinen einzuführen. Gibt es bestimmte Zeiten am Tag, an denen Ruhen angesagt ist, kann sich der Hund mit der Zeit daran gewöhnen und sich sein Körper automatisch an diese täglichen Ruhezeiten anpassen.

Hunde müssen Schlaf nachholen

Hunde holen Schlaf nach, den sie nicht erhalten haben. Du kannst beobachten, dass sie nach längerer oder anstrengender Aktivität, etwa nach einem spannenden Tagesausflug im Wald, mehr schlafen als üblich.

Welpe liegt unter dem Sofa und schläft
Oft suchen sich die Hunde selber ihren Rückzugsort aus.

Wichtig ist es, ihnen dies zu gönnen. Und so schön, angenehm und wichtig ein Hundekörbchen sein kann, Hunde legen sich zum Ruhen oftmals einfach auf den Boden, etwa mitten in das Zimmer, und ziehen sich nicht extra zurück. Ihr Schlafbedürfnis ist in diesen Fällen aber nicht geringer und sollte immer respektiert werden.

Das Schlafbedürfnis hängt auch vom Alter und der Gesundheit von Hunden ab

Chihuahua Welpe entspannt sich auf Frauchen
Eine wohl verdiente Ruhephase für den kleinen Chihuahua Welpen.

Welpen benötigen mehr Schlaf- und Ruhephasen als ausgewachsene Hunde, nämlich im Allgemeinen etwa zwanzig bis zweiundzwanzig Stunden pro Tag.

Genauso verhält es sich mit älteren Tieren. Sie brauchen ebenfalls mehr, circa fünfzehn bis zweiundzwanzig Stunden.

Auch Hunde, die operiert wurden oder eine Krankheit durchmachen, haben natürlicherweise ein größeres Schlafbedürfnis. Übrigens gilt, genauso wie für uns Menschen auch, eine laute Umgebung kann den erholsamen Schlaf deutlich behindern. Stelle einen Hundekorb deshalb am besten an einen geeigneten Ort.

Schlafende Hunde soll man nicht wecken?

Wenn dein Hund schläft, solltest du ihn am besten schlafen lassen.

Wenn du ihn aber doch wecken willst oder musst, tue es behutsam. Hunde, die abrupt aus dem Schlaf gerissen werden, schrecken auf und dies bedeutet für sie Stress. Befindet sich dein Hund etwa im Tiefschlaf oder träumt er, dann kannst du ihn wecken, indem du zunächst leise, dann stetig ein bisschen lauter seinen Namen rufst. Berühre ihn dabei nicht.

Dass dein Hund träumt und sich damit in der sogenannten REM-Schlafphase befindet, kannst du oft erkennen. Hunde, die träumen, zucken manchmal mit den Beinen, bewegen mitunter die Pfoten, knurren oder fiepen im Schlaf und atmen schneller und unregelmäßig.

Fazit

Damit Hunde aktiv und gesund bleiben, brauchen sie ausreichend Schlaf- und Ruhephasen, viel mehr als wir Menschen. Neben dem festen, tiefen Schlaf ruhen und dösen sie immer wieder über den Tag verteilt. Diese Ruhephasen sind wichtig, tragen zur Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere bei und sollten unbedingt respektiert werden.

Beobachte deinen Hund. Wenn er nicht ausreichend Schlaf bekommen kann, hast du Möglichkeiten, diese Situation zu verändern und ihn zu unterstützen.

 

Hier das ganze noch einmal in Video-Form erklärt von Hundetrainer Jörg Ziemer:

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