Crufts 2014: Die größte Hundeschau der Welt

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Crufts 2014: Die größte Hundeschau der Welt

Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: In Birmingham (Großbritannien) standen auf der Hundeschau Crufts unsere lieben Vierbeiner mit der kalten Schnauze im Mittelpunkt. Die jährlich im März im National Exhibition Centre (NEC) stattfindende Hundeausstellung ist die größte der Welt.

Wer wird bei Crufts ausgezeichnet?

Vom 6. – 9. März 2014 drehte sich 4 Tage lang bei diesem Event alles rund um den Hund. Dazu kommen Herrchen und Frauchen mit ihren Schützlingen aus zahlreichen Ländern nach Großbritannien gereist. Vielleicht warst ja auch du dort und konntest in die Welt der Hunde eintauchen: 400 Verkaufsstände mit den neuesten Hunde-Produkten, rund 200 Zuchtrassen sowie 22.000 Hunde erwarteten dich.

Die vierbeinigen Teilnehmer haben sich in verschiedenen Hundesportarten gemessen: Obedience, Agility und Flyball – um nur einige zu nennen. Daneben konntest du Hund und Herrchen auch beim Dogdance bewundern. „Heelwork to Music“ ist eine besondere Form dieses Tanzes. Mit ihrem Moonlight Magic Dancer (Magischer Mondlichttänzer) konnte sich Heather Smith in dieser Kategorie den Sieg sichern.

Herzergreifend ist auch die Kategorie Friends for Life (Freunde fürs Leben), bei dem besonders heldenhafte Hunde einen Preis erhalten. Ob Polizeihund, Blindenhund oder Rettungshund: Hier geht es darum, einen Vierbeiner auszuzeichnen, der dir in deinem Leben besondere Hilfe leistet. In diesem Jahr hat sich das Publikum für die Rollstuhlfahrerin Lucy Watts und ihren Spaniel Molly entschieden.

Doch die bedeutendste Veranstaltung ist wohl die Zuchtschau: Dabei kämpfen die Hunde um den Titel des „Cruft best in Show“. Pudel Ricky (offizieller Name: Afterglow Maverick Sabre) darf sich in diesem Jahr stolzer Gewinner nennen.

Seit wann gibt es Crufts?

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Der Name Crufts geht auf seinen Begründer Charles Cruft zurück. Bereits 1886 fand die erste Veranstaltung statt. Damals jedoch noch unter dem Namen „First Great Terrier Show“. Bald waren aber nicht nur Terrier, sondern alle bekannten Hunderassen als Teilnehmer willkommen. Die Veranstalter änderten den Titel des Events fünf Jahre später in „Cruft´s Greatest Dog Show“. In diesem Zeitraum stieg die Teilnehmerzahl von 600 auf über 2,000. Das Ereignis gewann zunehmend an Beliebtheit. 50 Jahre nach der ersten Veranstaltung, im Jahre 1936, zählte man schon über 10.000 Teilnehmer bei Crufts.

Nach dem Tod von Charles Cruft im Jahre 1948 übernahm der Kennel Club das Event und ließ es zunächst in London durchführen. Aufgrund der weiter wachsenden Teilnehmerzahl wurde Crufts dann in das Earls Court Exhibition Centre verlegt. Seit 1991 findet sie im National Exhibition Centre in Birmingham statt.

Kritik an Crufts

Laut Veranstalter stehe bei Crufts die professionelle Rassenzucht im Vordergrund. Dabei gehe es nicht um das übertriebene Stylen von Tieren. Es werde viel Wert darauf gelegt, dass die Hunde gesund und nicht überzüchtet seien. Die Richter seien speziell geschult, um zu gewährleisten, dass nur gesunde Hunde, Preise gewinnen.

Lobenswert ist, dass Crufts seit 2012 unabhängige Tierärzte für die Kontrolle von bestimmten Rassen einlädt. Diese sollen dafür sorgen, dass beispielsweise keine Hunde mit übertriebenen Merkmalen als beste ihrer Rasse (Best of Breed, Kurz: BOB) ausgezeichnet werden. Dabei haben 2012 tatsächlich sechs der Hunde, welche die Richtern als BOB kürten, den Test nicht bestanden. Für sie und ihre Rasse gab es dann gar keine Auszeichnung.

Diese Kontrolle findet aber erst seit dem Jahre 2012 statt, möglicherweise als Reaktion auf das Ende der Zusammenarbeit vom Fernsehsender BBC mit Crufts. Bis 2009 übertrug BBC die jährliche Hundeschau. Aufgrund des Dokumentarfilms Dokumentarfilms „Pedigree Dogs Exposed“ („Zuchthunde bloßgestellt“) gerieten sowohl der Kennel Club als auch Crufts in Kritik. Als Konsequenz distanzierte sich BBC von diesem Event. Laut Greenpeace haben die Menschen ihre Rassehunde mittlerweile nahe an die Lebensunfähigkeit gezüchtet. Obwohl Crufts viel wert auf gesunde Tiere legt, steht die Zuchtschau dennoch im Mittelpunkt des Events.

Dass die Begeisterung für die Show mehr aufseiten der Hundehalter als aufseiten der Hunde liegt, ist ebenfalls nicht abzustreiten. Ob wirklich jeder Vierbeiner gerne an einer solchen Massenveranstaltung teilnimmt, bleibt fraglich. So dürfen die Hunde beispielsweise bis 16.00 Uhr die Hallen nicht verlassen. Auch später anreisende Gäste sollen somit die Hunde bewundern können. Müssen Hunde ihre Notdurft verrichten, sind dafür sogenannte „Exercise Areas“ vorgesehen. Dies sind 20 m² große, mit Sägemehl ausgestreute Flächen- das ist sicherlich nicht etwas für jeden Hund.

 

Dieser Artikel erschein zuerst bei Dogcoaches.

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