Die Entwicklung des BARF-Marktes

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Hund mit Schleife schaut auf BARF-Gericht.

Als das Thema Barf vor einigen Jahren auch in Deutschland seinen Einzug hielt, führte es bei den meisten erst zu Verwirrung. Menschen mit Englischkenntnissen fragten, warum man denn seinen Hund zum Erbrechen bringen wolle (to barf = erbrechen). Dem Unverständnis folgte der Aha-Effekt. Inzwischen ist Barf im Mainstream angekommen.

Die Anfänge des Barf-Marktes

Nachdem Barf als Erbrechen ausgeschlossen wurde, folgte zu Beginn meist Unverständnis. Hatte uns die Futtermittelindustrie nicht gerade erst davon überzeugt, dass nur das in Tüten abgefüllte und in Dosen gepresste Fertigfutter in der Lage ist, unsere Hunde umfassend und gesund zu ernähren?

Dabei gibt es einige Parallelen. Denke nur an die Behauptung, Pulvermilch sei für Babys besser als Muttermilch. Wie in der Babyfütterung überwog auch beim Barf schnell die Neugier. Schnell folgte die Erweiterung des eigenen Wissens in Bezug auf die Hundeernährung. Fertigfutter war der Standard, das bekam man einfach aus dem lokalen Supermarkt. Beim Rohfutter von Barf war das schon nicht mehr so einfach.

Woher kommt das Barf-Futter?

Woher bekommt man Fleisch? Nach kurzem Nachdenken führte der Weg häufig zum Fleischer. Wer das Glück hatte, noch einen Landschlachter in seiner Nähe zu finden, war besonders gut dran. Überrascht haben viele Hundehalter festgestellt, dass die Nachfrage nach Fleisch“resten“ für den Hund nicht so ungewöhnlich war, wie angenommen. Denn immerhin wurde diese Art der Fütterung lange praktiziert. Fertigfutter gibt es nun mal erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Angst vor Barf – Der Handel reagiert

Für viele Städter bestand diese Möglichkeit kaum. Dazu kam die Angst, etwas falsch zu machen und vielleicht auch die Scheu vor großen Eimern mit blutigen Innereien. Schnell boten erste Händler das Fleisch in praktischen Portionen und fertig gewolft an. Mit Styroporboxen und schnellem Lieferservice war auch der Versand tiefgekühlter Ware kein Problem. Jeder hatte nun die Möglichkeit, an das für ihn passende Fleisch zu gelangen.

Der nächste Schritt: Fertigbarf

Laufen an lockerer Leine

Um auch dem Laien die Möglichkeit der Frischfütterung ohne langes Studium der Inhaltsstoffe zu geben, folgten fertige Barf-Portionen: Fertigbarf. Oft enthalten diese auch heute noch Reis oder Gemüse. Vor allem enthalten sie aber alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe.

Auch der Markt für Futter-Ergänzungen entwickelte sich immer weiter. Neben einzelnen Komponenten wie Knochenmehl oder Kräutern gibt es inzwischen Vitaminmischungen und Barf-Flocken. Diese müssen nur noch zum Fleisch gemischt werden.

Bio-Bewusstsein beim Hundefleisch

Zu Beginn beherrschten noch Klassiker wie Rind oder Huhn den Markt. Inzwischen gibt es alle möglichen Fleischsorten. Davon profitieren besonders empfindliche und allergische Hunde. Exotische Fleischsorten wie Känguru oder Strauß vertragen sie oft besser.

Mit dem steigenden Bewusstsein für Umwelt und Tiergesundheit stieg auch die Nachfrage nach Bio-Produkten. Hundehalter setzten vermehrt auf Fleisch aus der Region. Zusätze sollten aus natürlichen Rohstoffen stammen. Viele Hundehalter wollten auch genau wissen, woher ihr Barf-Futter kommt, was mit ihm geschieht.

Parallel entwickelt sich ein großer Markt für naturbelassene Kau- und Snackartikel. Denn wer sich die Mühe macht, seinen Hund frisch zu ernähren, schaut auch bei Leckerlis zweimal auf den Inhalt. Trockenfleisch ohne Zusätze, handgebackene Snacks und Leckerlis für Allergiker sind weitere erfreuliche Entwicklungen auf dem Barf-Markt.

Was ist die Zukunft von BARF?

Ehrlich gesagt können wir hier natürlich nur raten. Und wir sehen zwei Möglichkeiten, die sich nicht einmal ausschließen. Wir behaupten: Es wird immer mehr Fertigbarf geben, mit unterschiedlichen Siegeln und Verarbeitung. Fair-Trade-Straußenfleisch? Bio-Barf? Barf-Mischungen für alle besonderen Hundefälle? Vermutlich hat die Realität unsere Vorstellung bei einigem schon überholt.

Der zweite Trend geht vermutlich in die genaue Gegenrichtung: Nichts fertig kaufen, alles aus erster Hand. Aus zweiter, wenn es sein muss. Aus dem „Hunde-Reformhaus“, wenn auch das nicht möglich ist. Gleichzeitig gibt es hier auch sortenreines Hundeshampoo und all das, was ein normales Reformhaus für Menschen bereithält. Hundehalter, die hier kaufen, wollen möglichst nichts, was mit der Industrie in Verbindung kam, haben aber nicht die Möglichkeit, direkt an der Quelle einzukaufen. Sie investieren gerne selbst Zeit und stellen das Futter vollkommen allein zusammen.

Was meinst du: Was hält der Barf-Markt in Zukunft bereit – und welches Barf-Produkt würdest du dir wünschen?

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